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Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion

25.10.2009 | 16:56 Uhr
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion

Essen. In Deutschland beginnt am Montag die Impfung gegen die Schweinegrippe. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Bevölkerung aufgerufen, sich zu beteiligen. Wissenswertes über die größte Impfaktion in der Geschichte der Bundesrepublik im Überblick.

A wie Adjuvanzien. So genannte Wirkungsverstärker sind in dem Impfstoff „Pandemrix” enthalten – und umstritten. Der Vorteil: Sie erhöhen die Schutzwirkung. Das Problem: Sie könnten auch die Nebenwirkungen verstärken. Dr. Jan Leidel, Arzt bei der ständigen Impfkommission (Stiko), aber beruhigt: „Das sind nur gefühlte Bedenken.”

B wie Bielefeld. Das dortige evangelische Krankenhaus machte in den vergangenen Tagen Schlagzeilen. Dort wollen sich mehr als 80 Prozent des medizinischen Personals nicht impfen lassen. Kein Einzelfall. Viele Ärzte im Land bezweifeln die Nützlichkeit einer Massenimpfung.

C wie chronisch Kranke. Sie gehören wie Schwangere zur Risikogruppe und werden vorrangig geimpft.

Elf Millionen Impfstoffdosen hat die Landesregierung bestellt. Foto: ddp

D wie Dosen. Elf Millionen Impfstoffdosen hat die Landesregierung bestellt. Am Montag wird die erste Fuhre geliefert. 350 000 Dosen sollen in der ersten Impfwoche verspritzt werden. Zunächst werden medizinisches Personal sowie Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr und Sicherheitskäften versorgt.

E wie Erkrankung. NRW-weit haben sich bis heute 6331 Menschen mit der Neuen Grippe infiziert. In den Wintermonaten rechnen die Experten noch mit einem deutlichen Anstieg der Zahlen.

F wie freiwillig. Jeder Patient entscheidet selbst, ob er sich impfen lässt oder nicht. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) ruft jedoch dringend zur Schutzimpfung auf, um eine Ausbreitung der Pandemie zu vermeiden.

G wie GlaxoSmithKline. Innerhalb eines dreiviertel Jahres hat der Pharma-Hersteller aus Großbritannien den Impfstoff „Pandemrix” entwickelt. Schon vorab mussten die Bundesländer eine Option auf den Schweinegrippe-Impfstoff anmelden – und dabei angeben, wie viel Dosen sie abnehmen werden. Dieses Prozedere hat für viel Kritik gesorgt. „Die Pharmaindustrie saß bei den Verhandlungen am längeren Hebel, und das missfällt mir”, so Laumann.

H wie Hotline. Aufgrund vieler Nachfragen hat die Landesregierung eine Telefonleitung geschaltet. Sie ist wochentags von 8 bis 18 Uhr unter 0180/3 100 210 zu erreichen. Der Anruf kostet neun Cent pro Minute.

I wie Impfpass. Wer zur Grippeimpfung geht, sollte ihn mitbringen. Wer keinen dabei hat, bekommt eine Karte, auf der die Impfung dokumentiert wird.

J wie Jetzt geht's los? Ruhe bewahren. Zunächst werden ab Montag die Risikogruppen geimpft. Die breite Masse kann – so das NRW-Gesundheitsministerium – voraussichtlich erst ab Anfang Dezember mit einem Termin in der Impfsprechstunde des Hausarztes rechnen.

K wie Kosten. 14,50 Euro kostet eine Impfung, fünf Euro davon bekommen die Ärzte. Diese Summe übernehmen die Krankenkassen. Patienten müssen nichts zahlen, auch eine Praxisgebühr fällt nicht an.

L wie Lunge. Anders als die herkömmliche saisonale Grippe greift H1N1 vor allem die Lunge an.

M wie Mexiko. Von dort breitete sich die Schweinegrippe im April 2009 aus, gegen die ab diesem Zeitpunkt ein Impfstoff entwickelt wurde.

Jeder Patient entscheidet selbst, ob er sich impfen lässt oder nicht. Foto: ap

N wie Nebenwirkungen. Nach der Schweinegrippe-Impfung kann es zu Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle kommen. Ebenso auftreten können leichte Erkältungssymptome, Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit auftreten.

O wie Organisation. Ein Kraftakt. Jede Kommune ist selbst für die Logistik, die die Massenimpfung mit sich bringt, verantwortlich. Mancherorts bieten ausgewählte Hausärzte Impfsprechstunden an, in anderen Städten gibt es zusätzlich Impfzentren.

P wie Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Dort werden die „Pandemrix”-Paletten, die der Pharmakonzern GlaxoSmithKline liefert, stichprobenartig getestet. Erst wenn das PEI sein Okay gibt, wird der Impfstoff verteilt.

Q wie Quarantäne. Spezielle Stationen gibt es nirgendwo im Land. Wer krank wird, muss zu Hause bleiben. Wie die Kinder einer japanischen Schule in Düsseldorf, die im Juni erkrankten.

R wie Rücksicht. Die musste Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Debatte um eine Zwei-Klassen-Impfung nehmen. Statt sich wie hohe Beamte und Bundeswehrsoldaten mit dem vom Bundesinnenministerium bestellten Impfstoff Celvapan zu schützen, erklärte sie, wie alle anderen zum Hausarzt zu gehen.

S wie Schwangere. Sie zählen zu den Risikogruppen, weil die Schweinegrippe bei ihnen zu Komplikationen führen kann. „Die Gefahr an der Neuen Grippe schwer zu erkranken, wird mit der Dauer der Schwangerschaft stärker”, erklärt Jan Leidel. Die Crux: Eigentlich müssten sich deshalb Schwangere unbedingt impfen lassen, das Serum wurde allerdings für sie noch nicht getestet. Trotzdem rät das NRW-Gesundheitsministerium dazu, auch Schwangere zunächst mit „Pandemrix” zu impfen – bis ein Impfstoff zugelassen ist, der besser geeignet ist.

T wie Tote. Laut Berechnungen der EU könnten sich 5,4 Millionen Menschen in NRW infizieren, 2000 bis 6000 gar der Erkrankung erliegen. Die erste Deutsche, die an der Schweinegrippe gestorben ist, kam aus Nordrhein-Westfalen. Die 36-Jährige hatte starkes Übergewicht, wurde auf einer Intensivstation behandelt – die Ärzte konnten sie nicht mehr retten.

In Deutschland beginnt am Montag die Impfung gegen die Schweinegrippe. Foto: ddp

U wie USA. Zu Beginn der Impfung in den Vereinigten Staaten ist es zu einem Massenandrang gekommen. In Washington warteten 1700 Menschen vor einer Klinik zum Teil vergeblich, eine Dosis des Serums zu erhalten.

V wie Virus. Das H1N1-Virus ist der häufigste Grund, warum Schweine an Grippe erkranken. Bis zum April 2009 war kein einziger Fall bekannt, bei dem sich ein Mensch mit dem Virus infiziert hat.

W wie Waschen. Neben der Impfung schützen Hygiene-Maßnahmen vor der Schweinegrippe. Also: Hände waschen nicht vergessen!

X wie x-mal impfen lassen? Nein, eine Spritze des Serums reicht bei den meisten Menschen zwischen zehn und 60 Jahren aus.

Y wie Yellow Press. Die Schweinegrippe war Lieblingsthema der Boulevardpresse. Allein die Bildzeitung brachte seit vergangenen Samstag jeden Tag einen Artikel zur Pandemie. Immer auf der Titelseite.

Z wie Zulassung. „Pandemrix” wurde am 1. Oktober nach dem Arzneimittelgesetz zugelassen.

Anne Heidrich

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Kommentare
27.10.2009
16:55
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von PeerQuastt | #25

@23
Genauso siehts aus.

27.10.2009
00:50
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von tc | #24

warum wurde der link zu schweden von der waz gestrichen????? will man die bevölkerung nicht nervös machen??? oder hält man uns für dumm??? die waz sollte ihrer informationsplicht nachkommen und nichts anderes!!! wieder ein grund mehr die waz nicht zu abonieren

26.10.2009
21:10
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von aufrecht in DE | #23

Warum schreibt eigentlich niemand darüber, dass dieses Virus einem amerikanischen Labor in Kalifornien entsprungen ist. Das Labor wollte doch nur, rein wissenschaftlich neue Gene in Schweine einschleusen.
Pech nur, die Dinger gingen nicht auf die Säue sondern auf ihre menschlichen Betreuer über. Dort haben sie wohl einen guten Wirtshausplatz gefunden.
Sie vermehren sich bei ihrem Wirt = amerikanischer Forscher gern.
Diese Biester sind aber sehr gewitzt, Sie wissen, bringst Du den Idioten um, stirbste selbst ohne Nachkommen.
Also breite Dich mit großer Geschwindigkeit aus, lass den Wirt leben und vermehre Dich ohne großes Aufsehen.

26.10.2009
10:06
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von Leser2012 | #22

#15 psi:

Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind

:-) Sehr gut!

Impfexperte packt aus:

Hier war die Arznei, die Patienten starben
und niemand fragte, wer genas,
so haben wir mit höllischen Latwergen,
in diesen Tälern, diesen Bergen
weit schlimmer als die Pest getobt,
ich selbst habe das Gift an Tausende gegeben,
sie welkten hin, ich muss erleben,
dass man die frechen Mörder lobt.


J.W. v. Goethe, Dr. Faustus, Faust I.

26.10.2009
10:00
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von Leser2012 | #21

Im ABC fehlt Impfschäden, Impffolgeschäden, und vor allem WIRKSAMKEITSNACHWEIS.
Biowaffe (JANE BÜRGERMEISTER!)? Pharmamafia? Großes Problem:

Unter anderem kritisieren wir potenzielle Interessenskonflikte bei der Ständigen Impfkommission (Stiko) vom RKI. Erst nach jahrelangem Drängen haben die Mitglieder ihre Beziehungen zu Pharmaunternehmen offen gelegt. Die sind zum Teil sehr weit reichend, und das ist ein großes Problem. ... http://www.stern.de/gesundheit/interview-zur-schweinegrippe-impfung-wie-unabhaengig-sind-die-experten-1511728.html

26.10.2009
07:17
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von H.Undsfott | #20

Schweinegrippe, tu mir nix - ich tu dir auch nix!

26.10.2009
07:04
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von Kopper | #19

Von wegen nur gefühlte Bedenken. Warum gibt es dann 2 Sorten Impfstoff. Einen für die Politiker und bestimmt auch für die Wohlhabenden und einen für das gemeine Volk. Warum hat man den Firmen schon mal vorsichtshalber rechtliche Imunität zugesagt, sollte es zu einer Klagewelle kommen? Hier wird das Volk mal wieder mächtig verschaukelt. Und die Hersteller machen den dicken Reibach.

26.10.2009
06:44
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von dennoch | #18

@ #8 von 777, vor 12 Stunden :

Wer sich nicht impfen lässt bleibt gesund!
unbedingt ansehen.

Dumm gelaufen, bin ungeimpft und hab nachweislich die H1N1 grad hinter mich gebracht. Sie sind, mit Verlaub gesprochen ein mental früh Verstorbener.

26.10.2009
00:23
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von abzebra | #17

Schwedisches Pflegepersonal krank nach Schweinegrippenimpfung:

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2009/10/schwedische-pflegepersonal-krank-nach.html

25.10.2009
22:59
Schweinegrippe-ABC zum Start der Impfaktion
von psi | #16

@#14-15
Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, dass sie nicht hinter dir her sind

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