Das aktuelle Wetter NRW 17°C
Schulzeitverkürzung

Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben

23.08.2009 | 17:07 Uhr
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben

Düsseldorf/Essen. Seit die Schulzeit an den Gymnasien in NRW von neun auf acht Jahre gekürzt worden ist, ist der Stresspegel für viele Schüler massiv gestiegen. Jetzt plädiert Schulministerin Barbara Sommer (CDU) für eine Reduzierung der Hausaufgaben - und erntet Kritik von Lehrerverbänden.

Schulministerin Barbara Sommer (CDU) plädiert wegen der Schulzeitverkürzung für eine Reduzierung der Hausaufgaben an Gymnasien. „Ich kann mir vorstellen, dass eine Schule auch ohne Hausaufgaben leben kann”, sagte sie in Düsseldorf. Lehrerverbände widersprechen dieser Auffassung allerdings vehement.

Sommer forderte alle Gymnasiallehrer auf, die von der Schulzeitverkürzung von neun auf acht Jahre (G8) betroffenen Schüler nicht zu überfordern. Es gebe „keine Verpflichtung, Hausaufgaben zu erteilen”.

"Sommer will den Kopf aus der Schlinge ziehen"

Die Ministerin versuche mit diesem Vorstoß lediglich „ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen”, so der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Andreas Meyer-Lauber. Durch die Schulzeitverkürzung seien viele Schüler über Gebühr belastet. Lehrpläne seien noch immer nicht genügend entrümpelt und Schulbücher nicht angepasst worden. „Weniger Hausaufgaben lösen diese Probleme nicht”, so Meyer-Lauber. Zudem könne ohnehin nicht generell auf Hausaufgaben verzichtet werden – „Vokabeln müssen zu Hause gelernt werden, Lektüren kann man nicht im Unterricht lesen”.

Dieser Meinung ist auch Peter Silbernagel, Landesvorsitzender des Philologenverbandes, der der Ministerin gemeinhin weniger kritisch gegenübersteht: „Man darf nicht den Eindruck erwecken, dass wir das Üben zuhause als verzichtbar erklären können.” Gleichwohl müsse sich die Rolle der Hausaufgaben verändern, so Silbernagel; schon, weil durch die Schulzeitverkürzung die Ressourcen der Schüler begrenzt würden.

"Wenn, dann müssen es sinnvolle Hausaufgaben sein"

Bislang gilt als Richtschnur: Hausaufgaben sollten in den Klassen 5 und 6 bis zu 90 Minuten beanspruchen, in den Klassen 7 und 8 bis zu zwei Stunden. Viele Schüler beschwerten sich indes über die Sinnhaftigkeit der Hausaufgaben, berichtet Gabriela Custodis, Vorsitzende der Landeselternschaft an Gymnasien in NRW, etwa weil diese schlicht nicht kontrolliert würden. Eben das fordert Schulministerin Sommer ein: „Wenn, dann müssen es sinnvolle Hausaufgaben sein”.

Einen Vorschlag der FDP, die in den Klassen fünf bis neun zur Verfügung stehenden Ergänzungsstunden zur Hausaufgabenbetreuung zu nutzen, lehnt Sommer ab – und verärgert damit ihren Koalitionspartner. Das Schulministerium verstärke „den Eindruck, sich der unverzichtbaren Debatte über eine Entzerrung des G8-Unterrichts mit einer Vogel-Strauß-Politik zu verweigern”, kontert die FDP.

Jan Jessen, Christoph Meinerz

Facebook
 
Kommentare
24.08.2009
15:27
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von runningvalentino | #11

Lieber Klarmacher,

Sie sollten sich - anlehnend an Ihren Nick - auch einmal etwas KLAR MACHEN . Ich spreche von den elementaren Grundregeln der deutschen Grammatik und der Rechtschreibung.

Dann wird man glaubwürdiger, wenn man Defizite in der Bildung (spolitik) anprangert.

Na ja,

runningvalentino

24.08.2009
06:56
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von B. Schmitz | #10

So etwas kinkompetentes wie Frau Sommer habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Bei der Bildungsumfrage war NRW auf dem vorletzten Platz. Mit Frau Sommers Ideen schafft es NRW noch auf den letzten Platz oder sogar soweit unten, dass NRW gar nicht mehr erwähnt wird, weil man sich für die Bildung hier schämen muss.

23.08.2009
18:58
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von FelixAustria | #9

Ich bin für fünfzehn Jahre weitere Und es war Sommer

Keine Konkurrenz - kein Jugendwahn.

Da wir gerade vierzig Jahre Woodstock feiern.

Spendiert den Blagen eine Tüte und einen Flugschein nach Indien (einfach - nicht rück)

23.08.2009
17:51
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von klarmacher | #8

Diese Verkürzung auf 12 jahre ist eine nationale Katastrophe. Hier wurde ein gut funktionierendes
System zu gunsten eines vereinfachten angelsächsischen Mittelmaßniveus abgelößt.
Die Sport und sonstigen Vereine leiden unter zu lange Unterricht. Kaum nocch Schüler haben die Zeit zum Training und Üben.
Da die armen Lehrer ja Samstags nicht arbeiten wollen kann dieses Chaos auch nicht sinnvoll entzehrt werden.
Es ist sowieso schon traurig was in NRW passiert
In Bayern erhaltern die Schüler bis zum Abitur 1.500 mehr Schulstunden.

23.08.2009
17:10
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von dummberger | #7

Die Schulministerin ist nur dazu da, die passenden Rahmenbedingungen für einen guten Unterricht zu schaffen. Alles andere ist Sache der Schulen bzw ihrer Mitarbeiter. Und da muss man sagen: Frau Sommer hat ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Ist das vielleicht der Grund, warum sie diese jetzt abschaffen will? :-)

23.08.2009
15:53
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von computerprinzessin | #6

#3, Sie haben vollkommen Recht. Wenn schon die Schulzeit verkürzt wird, also während des Unterrichts nicht genug Zeit bleibt, das gelernte zu vertiefen, sind Hausaufgaben NOTWENDIG!!!

23.08.2009
14:43
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von halali01 | #5

Diese Frau nervt einfach nur.

23.08.2009
14:24
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von Klaus Taler | #4

Vier Jahre Sommer-Ferien neigen sich dem Ende zu.

23.08.2009
14:15
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von KMacher | #3

Hausaufgaben sind wichtig, es sollten aber die richtigen in der richtigen Fom sein.

Hausaufgaben sollten Sinn machen, Schüler sollten dabei etwas lernen. Hausaufgaben abzuschaffen heißt, dass Schüler darauf verzichten sollen zu lernen, zumindest das, was sie dabei lernen könnten.

Ein einfaches Beispiel: Mathematik, sechste Klasse Dreisatzaufgaben. In der Schule wurde das Thema behandelt, ein paar Aufgaben wurden in der Klasse gerechnet, jetzt geht es darum das Thema zu vertiefen, damit das Thema sitzt. Das erreicht man durch Üben, indem die Schüler einfach ein Blatt nehmen, ein paar Aufgaben bekommen und rechnen. Die Aufgaben sollten so gestellt sein, das sie über das blosse Rechnen hinaus, ein Gefühl für das Thema bekommen.
Ein anderes Beispiel wären Fremdsprachen. Man lernt sie nicht im Unterricht, sondern daheim, indem man Vokabeln, Konjugationen und Texte paukt, indem man sich hinsetzt und das Erlernte anwendet, z.B. indem man LIedtexte übersetzt oder sogar selbst welche erdichtet, in der Fremdsprache, am besten mit allen Metren, Reimen, Rythmen, um auch das nebenbei zu lernen, um auch hierfür ein Gefühl zu entwickeln.

Es heißt, dass Übung den Meister macht. Hausaufgaben sind Übungen und machen insofern Sinn. Richtig ist, dass auch nachgehalten werden muss wer seine Hausaufgaben macht und wer nicht. Der der sie macht, muss Anerkennung ernten. Das lädt ein, mehr zu tun. Das schafft zudem ein Bewusstsein dafür, dass Schule kein passiver Akt für Schüler ist, sondern Aktivität verlangt.

23.08.2009
14:14
Schulministerin Sommer will weniger Hausaufgaben
von Immer diese Schüler | #2

Man muss sich allen Ernstes fragen, welche fachlichen Kompetenzen die Personen mitbringen müssen, um in der Landesregierung einen Ministerposten zu ergattern.

Anstatt die Schulzeit zu verlängern, wird sie verkürzt.
Anstatt das Studium in wissenschaftlichen Bahnen zu lenken, werden zertifizierte Studienabbrecher gezüchtet.
Ich kann das alles nicht mehr glauben was ich da an Vorschlägen lese.
Wäre Frau Sommer meine Schülerin, müsste sie die Klasse auf jeden Fall wiederholen, da keine genügende Leistung erbracht wurde......
Und die Politiker der FDP müssten erst einmal ihre Schulreife nachweisen.

Gerade zum Thema Bildung, gibt es bisher nicht einen vernünftigen oder umsetzbaren Vorschlag, Gesetzesentwurf, usw.

Wer immer auch als nächste(r) das Amt Bildung ausfüllen wird,...............ich hoffe, es wird kein Theoretiker sein......

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/91310/create

Umfrage

Hat Schweden zurecht den ESC gewonnen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Wohngemeinschaft
Bildgalerie
Tag der Begegnung
Deutsche Meisterschaften imTrapolinturnen
Bildgalerie
Fotostrecke
Oktoberfest in Emmerich
Bildgalerie
Fotostrecke
Stadtfest
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Präses Schneider: Gott will keinen Krieg
Video
Afghanistan-Debatte
Der Präses der Evangelischen Kirche im Video
Diether Posser - ein Anwalt der Humanität ist tot
Nachruf
Essen. 24 Jahre war er Landtagsabgeordneter, drei NRW-Landesregierungen gehörte er als Minister an. Ende der siebziger Jahre wäre er beinahe Ministerpräsident geworden. Am Samstag ist der Essener SPD-Politiker Diether Posser mit 87 Jahren in einem Pflegeheim gestorben.