Razzien bei Islam-Gemeinschaft Milli Görüs
02.12.2009 | 19:09 Uhr 2009-12-02T19:09:00+0100
Köln. Bundesweit hat es am Mittwoch Razzien in Privat- und Geschäftsräumen der islamischen Gemeinschaft Milli Görüs gegeben. Die Kölner Staatsanwaltschaft ließ über mehrere Stunden die Milli-Görüs-Zentrale in Kerpen bei Köln durchsuchen. Unter anderem steht der Vorwurf des Spendenbetrugs im Raum.
Die Europazentrale der islamischen Gemeinschaft Milli Görüs in Kerpen bei Köln ist am Mittwoch mehrere Stunden lang durchsucht worden. Die Kölner Staatsanwaltschaft ließ deutschlandweit 25 weitere Geschäfts- und Privaträume durchsuchen, auch in Duisburg und Dortmund. Verantwortlichen der Organisation werden Spendenbetrug und Hinterziehung von Sozialabgaben vorgeworfen. Dabei soll es um eine zweistellige Millionensumme gehen.
Bei den Razzien seien umfangreiche Unterlagen sichergestellt worden, sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld. Zu Einzelheiten wollte er sich aus ermittlungstaktischen Gründen nicht äußern. Offenbar wurde aber eine sechsstellige Geldsumme bei der Durchsuchung der Zentrale beschlagnahmt. Ein Sprecher von Milli Görüs wies die Verdächtigungen zurück: Diese würden sich als haltlos erweisen.
Seit Monaten im Visier
Kölner und Münchner Staatsanwaltschaft nehmen das Finanzgebaren von Milli Görüs schon seit Monaten kritisch unter die Lupe. Die Vereinigung, die nach eigenen Angaben mehr als 320 Moscheevereine in Deutschland unterhält, wird vom Verfassungsschutz beobachtet.
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