Prinz Philip knackt den Ehe-Rekord
20.04.2009 | 19:54 Uhr 2009-04-20T19:54:00+0200
Nun ist er der am längsten verheiratete Ehepartner der britischen Monarchie. Einen Grund zu feiern, sieht der 87-Jährige nicht
Den offiziellen Titel „Prinzgemahl“, den ihm die Königin gerne verliehen hätte, hat Prinz Philip abgelehnt. Und er will auch kein Trara, nur weil er den Rekord als der am längsten verheiratete Ehepartner in der Geschichte der britischen Monarchie bricht. Er schlägt damit Sophie Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz, die bis zu ihrem Tode 57 Jahre und 70 Tagen mit König George III. verheiratet war. Es zeugt von der Persönlichkeit Prinz Philips, dass niemand in ihm einen „Prinzgemahl" sieht. Für die Queen ist er der Herr im Hause, „meine Stütze und mein Anker“ wie sie ihm anlässlich ihrer Diamantenen Hochzeit dankte.
Als Prinzessin Elizabeth 1947 Prinz Philip heiratete jubelte Winston Churchill: „Das bringt Farbe in unseren grauen Alltag". Es scheint Liebe auf dem ersten Blick gewesen zu sein, die die Thronerbin zu dem attraktiven Marineleutnant zog. In ihrem Buch „Elizabeth” schreibt Sarah Bradford: „Elizabeth war leidenschaftlich und sehr verliebt. Auch Philip fand sie sexuell anziehend und liebte sie auf seine kühle Art.”
Jede Woche schenkt
er ihr Blumen
Angeblich beschenkt der 87 Jahre alte Herzog die 82-jährigen Königin Elizabeth II. – wie jede Woche in ihrer langen Ehe – mit Blumen. Und die Queen trägt auch ständig eine silberne Puderdose in der Tasche, die sie von ihrem feschen Marineleutnant bekam. Nennt der Herzog von Edinburgh Ihre Majestät auch liebevoll „Würstchen“ so fliegen doch zuweilen die Fetzen. Als Elizabeth angstvoll seufzte, weil Philip zu schnell fuhr, drohte er, sie aus dem Auto zu werfen.
In den ersten Jahren ihrer Ehe hielt sich Philip meistens auf hoher See auf, wo er sich nicht wie eine „Amöbe“ fühlte. So sah er zunächst seine neue Rolle bei Hof. Im Volk hieß er „der Grieche“, wegen seines Vaters Prinz Andreas von Griechenland. Seine Schwiegermutter, die spätere „Queen Mum“ Elizabeth war noch maliziöser. Sie nannte ihn „der Hunne“, wegen seiner Abstammung aus dem Hause Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg.
Philip beendete seine aktive Dienstzeit bei der Kriegsmarine, als 1952 seine Frau den Thron bestieg. Die Königin ernannte ihn noch vor Prinz Charles zum zweithöchsten Vertreter der Krone und überhäufte ihn mit Titeln und Orden. Privat beeindruckt der Prinz jedoch durch seine trockene, völlig unpompöse Art. Doch berühmt- berüchtigt wurde er durch seine Taktlosigkeit. Bei seinen Auslandsbesuchen fielen britischen Diplomaten von einer Verlegenheit in die andere. So riet er englischen Studenten in Peking: „Bleibt nicht solange hier, sonst bekommt ihre alle noch Schlitzaugen.”
An das glatte Hofritual hat er sich wohl nie richtig gewöhnt. Als die Queen einmal unbemerkt hinter einem gotteserbärmlich fluchenden Offizier ihrer Jacht „Britannia" auftauchte, beruhigte sie den tief Verlegenen: „Keine Sorge, ich bin ja mit einem Seemann verheiratet.” NRZ

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