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Politik fordert mehr Toleranz bei Kinderlärm

03.07.2009 | 23:16 Uhr

Klagen gegen Kindergärten sollen erschwert werden

Die Politik fordert mehr Toleranz gegenüber Kinderlärm. (Foto: ddp)

An Rhein und Ruhr. Kinderlärm sollte kein Ausschlussgrund mehr für den Bau von Kindergärten und Spielplätzen in Wohngebieten sein. Dafür hat der Bundestag in seltener Einmütigkeit plädiert und die Bundesregierung aufgefordert, die Baunutzungsverordnung und die Regelungen des Lärmschutzes entsprechend zu ändern. „Wir wollen verhindern, dass gegen Kindertagesstätten oder Spielplätze in Wohngebieten erfolgreich geklagt werden kann”, so Petra Weis, baupolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Der Kinderschutzbund sieht den Vorstoß gleichwohl skeptisch.

Immer wieder ziehen Anwohner von Kindergärten gegen Kinderlärm vor Gericht. Der Kita St. Johann in Oberhausen-Nord droht nach Angaben des Kita-Zweckverbands im Bistum Essen aktuell ein Anwohner mit einer Lärm-Klage, weil er sich durch die Einrichtung gestört fühlt. „Die Zahl der Beschwerden hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen”, sagt Peter Wenzel, Leiter des nach eigenen Angaben bundesweit größten freien Trägers von Kindertageseinrichtungen. Im Schnitt käme alle zwei Wochen eine neue Beschwerde über eine der ruhrgebietsweit 371 Einrichtungen ins Haus.

Teils mussten bereits Einrichtungen wegen Kinderlärm geschlossen werden. So verfügte das Hamburger Oberverwaltungsgericht im September vergangenen Jahres die Schließung einer gerade erst eröffneten Kindertagesstätte, weil Anwohner geklagt hatten.

„Natürliche Geräusche”

Prinzipiell ist der Kita-Bau in Wohngebieten zwar schon jetzt möglich, etwa durch die Änderung von Bebauungsplänen. Eine Fachkommission der Länder hat jüngst eine entsprechende Arbeitshilfe für die kommunalen Bauaufsichtsbehörden herausgegeben.

Die Politik will aber jetzt eine Entbürokratisierung der Verfahren, Kinderlärm soll als sozialverträglich gelten. Die „natürlichen Geräusche” auf Spielplätzen oder in Kindergärten sollten künftig unter einem „besonderen Toleranzgebot der Gesellschaft” stehen und nicht mehr als „schädliche Umweltauswirkungen” gelten, heißt es in dem gemeinsamen Antrag der Koalitionsparteien. Umgesetzt würde das aber erst nach der Bundestagswahl.

Heinz Hilgers, Präsident des Kinderschutzbundes, spricht indes von einem „konsequenzlosen Appell” der Politik. Die Forderung sei zwar grundsätzlich richtig. „Der Bundestag täte aber gut daran, sie selbst zu erfüllen”, so Hilgers. Wirkliche Rechtssicherheit für Kindergärten könne dann erreicht werden, wenn Schutz- und Förderrechte für Kinder ins Grundgesetz aufgenommen würden. NRZ

Kommentar: Zukunftsmusik braucht Toleranz

Jan Jessen, Thomas Rünker

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Kommentare
27.10.2009
14:21
Politik fordert mehr Toleranz bei Kinderlärm
von Pit01 | #7

Politik muss das nicht einfordern. Es ist eine Selbstverständichkeit und gehört zum Kind sein. Wer das nicht begreift, sollte fortziehen oder sich mal im Ausland umsehen. Dort sind Kinder eben Kinder mit allen Macken. Und das ist gut so.

27.10.2009
12:41
Politik fordert mehr Toleranz bei Kinderlärm
von Moralapostel 22 | #6

Natürlich wird es durch nörgeln nicht besser.Alle Generationen sollten versuchen gemeinsame Lösungen für Probleme zu suchen.Wenn man sich ein bißchen bemüht,die lieben Kleinen zu erziehen,was natürlich auch mit Arbeit und Anstrengungen verbunden ist,sollte es doch möglich sein,miteinander zu leben statt gegeneinander.Man kann doch z.B.mittags zwischen 13.00h und 15.00h für Ruhe sorgen damit der Opa,der nebenan wohnt,seinen wohlverdienten Mittagsschlaf machen kann.Wenn man allerdings dafür sorgt das es in der Ruhezeit doppelt so laut ist,darf man sich nicht wundern,wenn man Ärger mit den Nachbarn bekommt.Höflichkeit,Moral und Anstand sind in unserer Gesellschaft anscheinend verloren gegangen.

27.10.2009
10:46
Politik fordert mehr Toleranz bei Kinderlärm
von Kalle09 | #5

Hier geht es um Kinderlärm.

Nicht um gröhlende Jugendliche.
Es ist wirklich schlimm wie sich manche Leute in die Opferrolle verkriechen.

Durch nörgeln wird es nicht besser.

10.09.2009
14:41
Politik fordert mehr Toleranz bei Kinderlärm
von Antje Sporkhorst | #4

Viele Eltern lassen ihre Kinder den ganzen Tag schreien - von Erziehung keine Spur! Wie auch? - sind die meisten Erwachsenen, sowohl Großeltern als auch Eltern, schon nicht erzogen worden.

30.08.2009
15:55
Politik fordert mehr Toleranz bei Kinderlärm
von derpradler | #3

Kinder haben sowieso schon Narrenfreiheit. Wenn 15 jährige ganze Wohnviertel terrorisieren dann fällt das wahrscheinlich auch unter Kinderlachen. Wer so einfach denkt, wie in diesem Artikel, ist entweder ein Einfachdenker oder ein gerissener Aufwiegler.

05.07.2009
21:27
Politik fordert mehr Toleranz bei Kinderlärm
von vrenegor | #2

ich weiss nicht um welche Art Kinderlärm es geht. Geht es um die Beschallung wenn Kinder ausgelassen spielen oder um das mutwillige Krach machen wenn ein Fussbälle gegen Garagentore getreten werden oder Halbwüchsige mit Fäkalsprache unterm Fenser Fluchen und schreien!

04.07.2009
23:17
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von daniel.otto | #1

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