Pinkwart nimmt Universitäten in die Pflicht
25.11.2009 | 18:21 Uhr 2009-11-25T18:21:00+0100Düsseldorf. Angesichts der massiven Studenproteste hat NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) an die Universitäten appelliert, verstärkt in Studium und Lehre zu investieren. Pinkwart räumte zudem "Fehlentwicklungen" ein.
Nach den anhaltenden Studentenprotesten in NRW sieht Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) die Universitäten in der Pflicht, verstärkt in Studium und Lehre zu investieren. „Die Zahl der Professuren stagniert in NRW”, kritisierte er und riet den Unis, die Einnahmen aus dem Hochschulpakt und den Studiengebühren dringend für mehr wissenschaftliches Personal auszugeben. Mit den Rektoren will er heute außerdem über einen „Fahrplan” reden, wie die Studienbedingungen zu verbessern seien.
Pinkwart räumte „Fehlentwicklungen” ein, die bei Bedarf korrigiert werden müssten. Beispielsweise sollten bei den neuen Bachelor- und Master-Studiengängen neben der Stoffdichte und den Prüfungselementen auch Anwesenheitspflichten, Praxisnähe und Mobilität überprüft werden. Ziel müsse es sein, bereits bis zum Ende des Wintersemesters zu „spürbaren Verbesserungen” zu kommen.
Neben den Studiengebühren, die an den meisten NRW-Unis 500 Euro pro Semester betragen, verteidigte der Minister den Bologna-Prozess. Er ermögliche auch jenen eine Perspektive, die früher ihr Studium ergebnislos abgebrochen hätten. Schon jetzt sei es gelungen, die Studiendauer zu verkürzen. Während 2005 nur 21,4 % der Studenten ihr Examen in der Regelstudienzeit erreicht hätten, seien es 2008 schon 28,1 % gewesen.
370 Millionen Euro gefordert
Die Gewerkschaft GEW forderte zusätzlich 370 Millionen Euro für Personal, um die Betreuungsrelation zwischen Studenten und Lehrenden an den Unis zu verbessern.
Am Nachmittag nahm Pinkwart an der Duisburger Universität an einer Veranstaltung teil. Rund 30 Studenten störten die Debatte und verlangten Eintritt, obwohl der Hörsaal bereits voll besetzt war. Ein Ordner wurde leicht verletzt, als er den Protestierenden den Zutritt verweigern wollte. An der Uni in Düsseldorf wurde unterdessen ein von rund 50 Studenten besetzter Hörsaal geräumt. Die Aktion verlief friedlich.
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