Obama reist ins asiatische Machtzentrum
12.11.2009 | 16:29 Uhr 2009-11-12T16:29:00+0100
Washington/Peking. US-Präsident Barack Obama ist am Donnerstag nach Asien aufgebrochen. Auf dem Programm stehen Besuche in China, Japan, Südkorea sowie die Teilnahme am Treffen der ASEAN-Staaten in Singapur. Vor allem sein Besuch in Peking ist heikel und wichtig zu gleich.
Barack Obama versteht intuitiv die Bedeutung Asiens für die Zukunft der USA. Als Kind lebte er von 1967 bis 1971 in Indonesien, bevor ihn seine Mutter zurück in seine Heimat Hawaii schickte. Die Inseln liegen mitten im Pazifik, auf halber Strecke zwischen der amerikanischen Westküste und den wirtschaftlichen Supermächten Ostasiens. Wenn Obama die USA als „pazifische Macht” bezeichnet, weiß er aus persönlicher Erfahrung, wovon er redet.
Der erste offizielle Besuch in der Region als US-Präsident unterstreicht denn auch das neue Gewicht, das Washington diesem Teil der Welt beimisst. „Ich denke, für die Menschen in Asien wird es unübersehbar klar werden, dass sich die USA hier weiter engagieren werden,„ beschreibt Jeff Bader vom Nationalen Sicherheitsrat im Weißen Haus ein wesentliches Ziel der neuntägigen Reise. „Die USA bleiben ein Spieler und Beteiligter vor Ort, kein ferner Zuschauer.”
Wichtige Beziehungen zu China
Gleich in vielfacher Hinsicht liegt ein aktives Engagement in Asien im Eigeninteresse der Amerikaner. China und Japan sind die beiden größten Gläubiger der Vereinigten Staaten. Massive Ungleichgewichte im Handel bestehen aber auch zu Südkorea und anderen mittelgroßen Staaten in der Region.
Präsident Obama wird das komplexe Thema beim Treffen der APEC- und ASEAN-Staaten in Singapur intensiv angehen, um den USA ein Stück von dem enormen Wachstumskuchen zu sichern. Auch bei den Besuchen in China, Japan und Südkorea wird es um den Abbau von Handelsschranken gehen. Mit aller Vorsicht wollte Obama in Peking die Währungspolitik ansprechen, die amerikanische Waren künstlich verteuert.
Die Betonung liegt nach Auskunft aus dem Umfeld des Weißen Hauses auf „vorsichtig”. Denn in der Asien-Strategie Washingtons spielt das Verhältnis zur Volksrepublik in vielfacher Hinsicht eine Schlüsselrolle. Die Kooperation der Chinesen wird von Afghanistan über Iran bis Nord-Korea bei fast allen zentralen sicherheitspolitischen Fragen gebraucht.
„Wir wollen versuchen, die Zusammenarbeit in Bereichen zu maximieren, ohne die globale Herausforderungen schlicht nicht bewältigt werden können,” beschreibt Bader den Balanceakt. Dazu zählt Washington die globale Wirtschaftskrise, Fortschritte beim Klimaschutz und allen voran die Sicherheitspolitik. Allesamt Themen, die ganze vorne auf der Tagesordnung stehen.
Obama geht es während seiner ersten Asien-Reise darum, das Positive zu betonen und damit die Grundlage einer vertieften pazifischen Kooperation zu legen. So gesehen kommt es für den US-Präsidenten darauf an, sorgfältig um die vielen politischen Fettnäpfe herum zu treten, die seine Mission gefährden könnten. NRZ
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