Nur wenige Schulen schließen wegen Schweinegrippe
17.11.2009 | 19:01 Uhr 2009-11-17T19:01:00+0100
Essen. Obwohl die zweite Erkrankungswelle der Schweinegrippe weiter Fahrt aufnimmt, wurden in NRW bislang kaum Schulen geschlossen. Am linken Niederrhein wird allerdings teilweise nur vor halbvollen Schulklassen unterrichtet.
Die zweite Erkrankungswelle der Schweinegrippe nimmt weiter Fahrt auf. Allein in Essen verdoppelte sich die Zahl der Neuinfektionen auf mittlerweile 384 bestätigte Fälle. Besonders gefährdet: Schul- und Kindergartenkinder.
Doch bisher wurden weder Schulen noch Kindergärten im Stadtgebiet geschlossen. Rainer Kundt, Leiter des Essener Gesundheitsamtes: „Schließungen sind aus medizinischer Sicht sinnlos, damit wird die Schweinegrippe nicht mehr aufgehalten. Wie lange sollen wir denn schließen?”
Therapie statt Tests
Auch im Kreis Wesel ist der Schulbetrieb durch das Virus nicht gefährdet. Sieben bestätigte Fälle von Schweinegrippe liegen dem Gesundheitsamt derzeit vor. Kein Grund, Klassen oder gar Schulen zu schließen.
In der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es nach NRZ-Informationen deutlich mehr Erkrankungen. Ob es sich dabei um Schweinegrippe handelt, ist nicht bekannt, da aufgrund der hohen Kosten (150 Euro pro Test) nicht mehr getestet, sondern gleich therapiert werde. Am Leibniz-Gymnasium erkrankten nach einer Klassenfahrt 40 von 100 Schülern. Am Marie-Curie-Gymnasium der Stadt sind bis zu acht Schüler pro Klasse erkrankt. Schließungen gab es keine.
Auf Klassenfahrt angesteckt
Anders als in Duisburg: Hier war die katholische Grundschule an der Böhmer Straße in Buchholz einige Tage geschlossen, da mehrere Schüler positiv getestet wurden. Angesteckt hatten sie sich offenbar bei einer Schullandheimfahrt ins Sauerland. Die benachbarte städtische Grundschule blieb allerdings weiter geöffnet, und inzwischen wird auch in der katholischen Grundschule wieder unterrichtet.
Auch am linken Niederrhein wird teilweise vor halbvollen Klassen unterrichtet. An der Moerser Geschwister-Scholl-Gesamtschule etwa sind acht an Schweinegrippe erkrankte Kinder aktenkundig, sie werden derzeit zu Hause versorgt. Klassen- oder Schulschließungen sind nicht angedacht, sagt Klaus Janczyk von der Stadt, die als Schulträgerin zwar informiert wird, aber nicht verantwortlich ist. Die Hoheit liegt beim Kreisgesundheitsamt, und das hält sich mit klaren Anweisungen zurück.
Mittlerweile kommen die Arztpraxen in der Region mangels Impfstoffen mit Impfungen nicht nach. Essener Arztpraxen berichten von Wartelisten, auf denen mehr als 100 Patienten stehen. Es könne Wochen dauern, bis die Liste abgearbeitet sei.
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