Notwendiges Manöver
11.08.2009 | 16:55 Uhr 2009-08-11T16:55:00+0200Schumacher und das vorzeitige Ende eines Märchens
In einem Land, das kaum noch sportliche Helden hat, war die Vorstellung besonders schön: Michael Schumacher, der alte Mann der Formel 1, kehrt zurück, setzt sich in seine rote Rakete, gibt mächtig Gas und zeigt der Konkurrenz den Auspuff. Ein Märchen wäre wahr geworden, an das man so gerne glauben wollte.
Allen voran RTL, Schumis Haussender, schürte zuletzt einen Hype, der jede Platzierung, mit Ausnahme von Platz eins, wie eine Niederlage hätte erscheinen lassen. Wohlwissend, dass die sportlichen Aussichten mehr als bescheiden waren: Schumacher ist nicht mehr jung, er ist seit Jahren raus aus dem Geschäft, er durfte nicht im aktuellen Ferrari F60 testen - und dann war da noch der schwere Motorradunfall im Februar.
Wenn nicht alles täuscht, hat Schumacher, wie schwer es ihm auch gefallen sein mag, eine unmögliche Mission abgebrochen. Es war wohl die beste Entscheidung für ihn, auch wenn er, weit weniger als allgemein behauptet, zu verlieren gehabt hätte: Mit einem Kurzcomeback kann ein großer Sportler seine Legende nicht zerstören, erst recht nicht, wenn man siebenmaliger Formel-1-Weltmeister ist. NRZ
0mitdiskutieren