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Kriminalität

Mord an Gülsüm S.: Sie wollte nur frei leben

03.04.2009 | 09:23 Uhr
Mord an Gülsüm S.: Sie wollte nur frei leben

Rees. Eine 20-jährige Kurdin aus Rees musste grausam sterben, weil ihre Familie den Lebensstil der Tochter nicht akzeptierte. Die Polizei ermittelte nun den Bruder als Täter.

Der Mord an der 20-jährigen Kurdin Gülsüm Semin aus Rees ist aufgeklärt. Nachdem bereits am 15. März ein 32-jähriger Russe wegen Mittäterschaft festgenommen wurde, wurden an diesem Mittwoch auch der Drillingsbruder der Ermordeten und ihr Vater inhaftiert. Während der Bruder ein Geständnis abgelegt hat, schweigen der Russe und der Vater. So war das Medienaufgebot groß, als gestern der Leiter der Krefelder Mordkommission den Tathergang bekannt gab.

Gerd Hopp, Leiter der Mordkommission Krefeld, bei der Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag. Foto: Kruck

Von Anfang an stand die Familie im Visier der Polizei. Schnell war den Ermittlern klar, dass es sich nicht um ein Sexualdelikt handelt. Das Gesicht der jungen Frau war zur Unkenntlichkeit zerstört. „Die fünf Gewalteinwirkungen sind ein Zeichen dafür, dass Schande getilgt wurde”, erläuterte Hoppmann. Diese wichtigen Hinweise gaben Ethnologen, die der Mordkommission zur Seite standen.

Neuerliche Zwangsheirat

Zum einen war bekannt, dass Gülsüm einen westlichen Lebensstil anstrebte und sich gegen die konservativ-muslimische Einstellung der Familie stellte. Sie war bereits in der Türkei verheiratet, eine Ehe, die faktisch nicht stattfand. Jetzt sollte sie wieder mit einem Verwandten aus Hannover zwangsverheiratet werden, der als Täter aber nicht in Frage kam, sagte Hoppmann. Gülsüm hatte inzwischen einen albanischen Freund, von dem sie im vergangenen Jahr schwanger wurde.

Bis dahin war es ihr gelungen, dank der Hilfe von Behörden, Lehrern und Sozialarbeitern, eine Wohnung im Ruhrgebiet zu beziehen, von der die Familie nichts wusste. Auch wenn sie den Wohnort geheim zu halten versuchte, hielt sie Kontakt zur Familie. Als die Drillingsschwester von der Schwangerschaft erfuhr, warnte sie Gülsüm vor dem Zorn der Familie. „Die Schwester gab sich bei den Vernehmungen sehr kooperativ”, so Hoppmann. Gülsüm entschied sich zu einem Schwangerschaftsabbruch in den Niederlanden. Wegen Komplikationen musste sie stationär nachbehandelt werden. Davon erfuhr die Familie.

Ihr Drillingsbruder allerdings hatte erst am 2. März erfahren, dass seine Schwester keine Jungfrau mehr ist. Sie lebte inzwischen wieder mit ihm und der Drillingsschwester in einer gemeinsamen Wohnung in Rees. Gegen 20 Uhr lockte der Vater der Ermordeten die Schwester unter einem Vorwand aus dem Haus. Mit dem Bruder und dessen russischem Freund, mit dem der Mord abgesprochen war und der Handschuhe und eine Schnur besorgt hatte, fuhr man zu dem abgelegenen Wirtschaftsweg. Dort „zog der Bruder die Handschuhe an und drosselte seine Schwester von hinten mit einer Schnur bis zur Bewusstlosigkeit”. Danach wurde mit Knüppeln und Ästen auf ihr Gesicht eingeschlagen. Hoppmann: „Die beiden nahmen ihr das Portemonnee aus der Tasche, damit es wie ein Raub aussah.”

Ein Knopf überführt die Täter

Auf die Spur des Bruders kamen die Fahnder, als sie den Russen besuchten, der in einem Asylbewerberheim lebt. Ein Knopf vom Tatort passte zu einer Jacke, die sich bei ihm fand. Und: Mehr als eine Woche nach der Tat folgte ein Spürhund der Geruchsspur des Opfers. Hoppmann: „Obwohl Gülsüm mit einem Auto transportiert wurde, führte der Hund uns vom Tatort über das Aslyantenheim bis zur 4,1 Kilometer entfernten Wohnung von Gülsüm.”

Dass sich so viele Menschen um Gülsüm gekümmert haben und ihr eine neue Identität geben wollten, was aber letztlich daran gescheitert ist, dass die 20-Jährige den Absprung von der Familie nicht schaffte, bewegt auch die Ermittler. Gerd Hoppmann sagte zum Abschluss: „Das ist ein ganz trauriger Fall!”

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Elisabeth Hanf

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Kommentare
03.04.2009
21:22
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von lobo196 | #133

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03.04.2009
21:20
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von lobo1965 | #132

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03.04.2009
21:10
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von Wolf | #131

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03.04.2009
21:10
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von miriamlessmann | #130

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03.04.2009
21:01
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von miriamlessmann | #129

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03.04.2009
19:44
Mord an Gülsüm S.: Sie wollte nur frei leben
von Elektrosteiger | #128

1. Die Familie ist in D vollkommen integriert, d.h. diese Leute haben die Geräuche und Sittenihrer Heimat in D intergriert, ohne die Sitten und Gebräuche, die in D herrschen, zu akzeptieren, geschweigedenn zu dulden...

2. Warum leben diese Leute hier, wenn Ihnen das Leben hier in D mit den westlichen Einflüssn nicht passt???

3. Mord ist Mord, einen Ehrenmord gibt es nicht

4. Wenn über diesen Fall vor Gericht verhandelt wird, gilt dann das volle Deutsche Recht oder wird auf diese Leute wegen ihrem Emotionalen Verhalten wieer Rücksicht genommen???

5. Wird der Täter in D nach Jugendstrafrecht oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt...

6. Warum äußert sich nicht die Mutter der
Ermordeten??? Oder geschieht das wieder vor Gericht bei der Urteilsverkündung gegen den Sohn mit Weinkrämpfen und Schreierei???

Es bleiben Fragen über Fragen...

03.04.2009
18:45
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von Bonico | #127

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03.04.2009
18:35
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von miriamlessmann | #126

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03.04.2009
18:11
Mord an Gülsüm S.: Sie wollte nur frei leben
von erstdenken | #125

Ja hör mal Fatih, Dein Nachbar schlägt Frau und Kinder und Du zeigst ihn nicht an???
Wie ignorant bist denn Du?

03.04.2009
17:15
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von | #124

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