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Leichtathletik

"Mit ins Grab möchte ich ihn nicht nehmen"

08.08.2008 | 18:52 Uhr
"Mit ins Grab möchte ich ihn nicht nehmen"

Heute vor 25 Jahren wurde Willi Wülbeck 800-Meter-Weltmeister. Mit einer Zeit, die noch kein Deutscher unterbot.

OBERHAUSEN. Sekt aufs Jubiläum? Willi Wülbeck überlegt kurz. „Hatte ich nicht vor”, sagt er, „aber weil mich schon so viele Leute darauf angesprochen haben, gibt es jetzt vielleicht doch welchen.” Das Jubiläum? Vor 25 Jahren spurtete der Oberhausener bei der WM in Helsinki als Weltmeister über 800 Meter ins Ziel. Und zwar mit dem deutschen Rekord von 1:43,65 Minuten, der jetzt seit 25 Jahren besteht.

NRZ: Haben Sie damals im Ziel sofort die Zeit registriert?Willi Wülbeck: Erst auf den zweiten Blick, ich war ja immerhin gerade Weltmeister geworden. Als ich die 1:43,65 dann auf der Anzeigetafel gesehen habe, habe ich gedacht: Endlich eine Weltklassezeit, steht dir gut zu Gesicht.

NRZ: Sie waren sonst nie so schnell?Wülbeck: Ich bin immer 44er und 45er Zeiten gelaufen. Ich hatte lange auf eine schnellere Zeit gehofft, aber eigentlich hatte ich nicht mehr dran geglaubt.

NRZ: Haben Sie gedacht, dass Ihr Rekord so lange hält?Wülbeck: Mir war sofort klar, dass das eine richtig gute Zeit ist, die für alle anderen nicht mehr ganz so einfach zu knacken ist.

NRZ: Als Halter des ältesten deutschen Rekords...Wülbeck: Moment!

NRZ: Bitte?Wülbeck:  Es gibt ältere Rekorde. Zum Beispiel den über 1500 Meter von Thomas Wessinghage aus dem Jahr 1980, irgendwas mit 3:31 Minuten. Und ich habe auch noch einen älteren Rekord.

NRZ: Noch älter? Welchen?Wülbeck:  Den über 1000 Meter. 1980 bin ich in Oslo 2:14,53 gelaufen. Dieser Rekord dürfte noch schwerer zu knacken sein als der über 800 Meter.

NRZ: Und woran denken Sie, wenn Sie Zeiten hören wie Wilson Kipketers Weltrekord von 1:41,11 Minuten?Wülbeck: Gut zwei Sekunden schneller als meine Zeit, über 800 Meter ist das eine ganze Welt. Vielleicht gingen die Uhren im Stadion falsch.

NRZ: Wie lange hält Ihr Rekord noch?Wülbeck: Vielleicht ein paar Jahre. Aber mit ins Grab nehmen möchte ich ihn nicht.

RALF BIRKHAN

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