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Mehr Infizierte, mehr Fragen

16.11.2009 | 19:19 Uhr

Schweinegrippe grassiert - Schulkinder besonders betroffen. Mehr Impfstoff in der nächsten Woche

Die Infektionswelle bei der Schweinegrippe wächst: In den vergangenen drei Wochen hat sich die Zahl der Neu-Infizierten jeweils etwa verdoppelt, so das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem jüngsten Bericht – NRW gehört zu den Bundesländern mit besonders schnell steigenden Krankheitsraten. So rasant wie die Zahl der Infizierten und Erkrankten wächst die Zahl der Fragen. So zählte ein in Mülheim eingerichtetes Infotelefon am ersten Tag mehr als 100 Anrufer.

Besonders betroffen sind derzeit Schulkinder – die Zahl der Kranken im Alter von fünf bis 14 stieg besonders deutlich. Kaum verwunderlich, gelten Kitas und Klassenräume als ideale Orte zur Weitergabe des Virus. Das RKI empfiehlt, Kinder mit Atemwegserkrankungen sicherheitshalber zu Hause zu lassen. So stehen die Lehrer vielerorts vor halbleeren Klassen. Ob Schulen oder Klassen schließen, so wie jüngst in Duisburg, Bottrop oder Geldern, liegt im Ermessen des Schulleiters. Als Vorsorge halten die Experten des RKI dies nicht für erforderlich.

In der kommenden Woche, so das Gesundheitsministerium NRW, wird man weitere 388 000 Dosen des Impfstoffes verteilen können – die Nachfrage nach dem Serum steigt mit jedem neu gemeldeten Todesfall. Bis jetzt sind in Deutschland 19 Menschen an der Schweinegrippe gestorben – bei rund 54 000 Infizierten. Fast alle Opfer hatten schwere Vorerkrankungen.

Nicht bestätigt hat sich der Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Tod eines 55-Jährigen in Thüringen. Der Mann hatte vor der Impfung einen Herzinfarkt erlitten. Solche Fälle tragen zur Beunruhigung vieler Impfskeptiker bei. Mit Verweis auf entsprechende Studien versucht das zuständige Paul-Ehrlich-Institut die immer wiederkehrenden Gerüchte um Risiken zu widerlegen – und verweist auf Schweden, wo 1,4 Millionen Impfdosen verteilt wurden. Dabei traten 37 Fälle von allergischen Reaktionen auf. Für die Wissenschaftler sind diese 0,0037 Prozent schon „beachtenswert” viel. NRZ/Bericht S.3

Stephan HERMSEN

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