Mehdorn ohne Glück
09.10.2008 | 22:05 Uhr 2008-10-09T22:05:40+0200Bahn-Börsengang wegen Finanzkrise verschoben
Die Enttäuschung für Hartmut Mehdorn könnte kaum größer sein. Nach jahrelangem Kampf für den Börsengang des letzten großen Staatskonzerns in Deutschland machen dem Bahnchef jetzt auch noch die Kapitalmärkte einen Strich durch die Rechnung. Jedenfalls vorläufig. Kurz vor dem Zielbahnhof Börse scheint es Mehdorn und seinem Finanzvorstand nicht gelungen zu sein, potenzielle Investoren von einem akzeptablen Preis für die Bahnpapiere zu überzeugen. Die Politik zog die Notbremse - und das ist richtig so.In dem gegenwärtigen Börsenumfeld würde ein Gang an den Kapitalmarkt zu einem unkalkulierbaren Risiko für die Steuerzahler. Der Bund kann es sich einfach nicht leisten, leichtfertig auf mehrere Hundert Millionen Euro oder gar einen Milliardenbetrag zu verzichten. Gut Ding will Weile haben. Für den Börsengang der Bahn scheint das ganz besonders zu gelten. Man kann derzeit noch nicht einmal mit Gewissheit vorhersagen, ob der Börsengang vielleicht doch noch scheitert. Denn was passiert, wenn die Kapitalmärkte infolge der Finanzkrise auf Jahre verbrannte Erde hinterlassen?
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