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LEG will weniger renovieren

01.09.2009 | 07:18 Uhr
LEG will weniger renovieren

Düsseldorf. Der Mieterbund hatte schon vor ein paar Tagen Alarm geschlagen: Ein Jahr nach der umstrittenen LEG-Privatisierung litten die Betroffenen unter dramatischen Folgen. Von Mieterhöhungen und mangelnder Sanierung war die Rede. Nun nahm die LEG selbst zu den Vorwürfen Stellung.

Mieterhöhungen? „Gehörten immer schon zum Geschäft der LEG.” Kürzung der Investitionen für Modernisierung und Instandhaltung? „Wir haben immer schon gesagt, dass wir uns das langfristig vorgenommen haben.” Ein Jahr nach dem Verkauf der zuvor landeseigenen rund 93 000 LEG-Wohnungen an private Investoren bemüht sich LEG-Geschäftsführer Thomas Hegel klarzustellen, dass die LEG im Kern „geblieben ist, was sie war”: eines der führenden deutschen Immobilienunternehmen, das sich weiter um seine Mieter kümmern, den Wert seines Besitzes steigern und Häuser nicht für einen kurzfristigen Gewinn „verschleudern” will.

Fehlbetrag von fast 200 Millionen Euro

Allerdings werde „alles Negative, was es vorher auch gab, sofort dem neuen Eigentümer zugeschrieben”, klagt Hegel. „Dabei ist uns Kontinuität ganz wichtig”, betont er immer wieder. Obwohl das Geschäftsjahr 2008 mit einem Fehlbetrag von 197 Millionen Euro abgeschlossen wurde („hauptsächlich durch Sonderfaktoren im Zuge der Veräußerung”), bleibe die LEG ein stabiles Unternehmen: Mit 966,3 Millionen Euro beläuft sich die Eigenkapitalquote auf 19 Prozent („das ist die Haftmasse für die Sozialcharta”) und die Bankverbindlichkeiten in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro liegen unter 50 Prozent der Bilanzsumme 2008, die mit 5,122 Milliarden Euro angegeben wird. Um sich künftig auf den Bereich Wohnen zu konzentrieren, steht die Projektentwicklungs- und Bauträger-Sparte der LEG zum Verkauf.

Der Deutsche Mieterbund zieht indes ein negatives Zwischenfazit der LEG-Privatisierung. Der Verkauf an eine „Heuschrecke” habe zu Mieterhöhungen sowie dem Verzicht auf Modernisierungen und Instandhaltungen geführt, so NRW-Mieterbundchef Bernhard von Grünberg. Allein die Rendite stehe für den neuen Besitzer im Vordergrund. Die CDU/FDP-Landesregierung habe ihre sozialen Versprechungen gegenüber den Mietern nicht eingehalten. Bauminister Lutz Lienenkämper (CDU) wies die Kritik zurück, der Verkauf sei eine „Erfolgsgeschichte”.

In LEG-Siedlungen wie in Bonn seien die Mieten um 20 Prozent angehoben worden, berichtet der Mieterbund. Dass dies mit einem „Sanierungsstopp” verbunden worden sei, widerspreche den sozialpolitischen Zusagen von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Auch in Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Hamm, Hilden, Neuss, Rheinberg, Unna und Wuppertal habe die LEG die Mieten erhöht.

Ab 2010 will die LEG im Schnitt nur noch 12,50 Euro pro Quadratmeter für Modernisierung und Instandhaltung ausgeben (2007: 25,54 Euro, 2008: 19,54 Euro, 2009: 14 Euro). Das verkauft die Geschäftsführung jedoch als Wohltat: Es geschehe auch mit Rücksicht auf die hohe Anzahl von Hartz-IV-Empfängern, die auf staatlichen Druck umziehen müssten, wenn die Mieten durch Modernisierungen zu sehr steigen würden.

Selbstverständlich werde es auch künftig Mieterhöhungen geben. Sie blieben aber immer unter ortsüblichem Niveau. „Die Eigentümerstruktur ist anders renditeorientiert als es das Land war”, räumt Geschäftsführer Hegel allerdings ein. Eine Folge: Wo aufwendige Modernisierungen wie etwa in Rheinberg auf Eis gelegt wurden, erwäge die LEG einen Verkauf – „aber nur zu einem fairen Preis”. NRZ/ddp

Christoph Meinerz, Thomas Rünker

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Kommentare
03.09.2009
14:27
LEG will weniger renovieren
von Neu | #8

LEG- Immer für seine Mieter da! Ja? Der Slogan der vom Telefon in einer Warteschleife zu hören ist. Lachhaft!! Habe gerade einen Wasserschaden, wurde spekulativ durch die LEG hingenommen. Ist ja auch klar, so tritt die Versicherung in Kraft und die LEG muß selber nicht in die eigene Tasche greifen! Und um mein Bad kann ich kämpfen. Sind noch die ersten Fliesen drauf, äh seit 1952 oder? Ein Witz. Und nach dem riesen Schaden soll mal eben ausgeflickt werden, die absolute Frechheit!! Miete kassieren ja, Instandhaltung nee.. Aber nicht mit mir, lasse mir nicht irgendeine Farbe ins Bad legen.. Viel Spaß LEG!!

01.09.2009
22:25
LEG will weniger renovieren
von adam_eva | #7

Ab 2010 werden die Wohnungen und Gebäude der LEG also noch baufälliger werden. Mit 12.50 Euro p.a. pro Quadratmeter bekommt man doch keine vernünftige Modernisierung und Instandhaltung hin. Alte Bäder, Schimmel an den Wänden, verdreckte Treppenhäuser, tlw. keine Wärmedämmung usw., Da zeige mir doch einer Mal wie so etwas funktionieren soll. Allein der Aufwand für die Verkehrssicherheit mit einem so hohen Instandhaltungsstau, da bleibt für den tropfenden Wasserhahn nicht mehr viel übrig.

01.09.2009
09:09
LEG will weniger renovieren
von pasquale_paoli | #6

#3 Kaufpreis für die LEG geteilt durch Wohnungsbestand;
787,1 Mio ./. 93.000 Wohnungen = 8463 Euro/ Wohnung, für ein Normalhaus mit 8 WE mithin
67.707 Euro.

01.09.2009
07:52
LEG will weniger renovieren
von halali01 | #5

Da lobe ich doch meine Vermieterin:Angemessene Miete,sowie anfallende Nebenkosten.Und sollte es einmal eines Mangels bedürfen,wird umgehend Abhilfe geschafft.

01.09.2009
06:09
LEG will weniger renovieren
von p_s_a | #4

Was soll die Aufregung. Es ist doch klar, die Aufkäufer privatisierten Bürgervermögens nicht die Ewigkeitssicherung im Sinn haben. Es gilt in möglichst kurzer Zeit das investierte Geld plus guter Zinsen zurück zu holen.

Da unterscheidet sich eine LEG nicht von französischen Autobahnen, Thames Water oder anderen langlebigen Gütern.

Fidel Castro hat vorgemacht, das zumindest für die Betreiber die Kuba Ökonomie ein gutes Modell ist.

01.09.2009
01:04
LEG will weniger renovieren
von Tom22 | #3

Wie kommt Ihr auf die 8500 Euro je Wohnung?

31.08.2009
22:25
LEG will weniger renovieren
von Adi | #2

Für 8500€ eine Wohnung? Da nehm ich direkt 2 mit ;-)

31.08.2009
21:37
LEG will weniger renovieren
von Pasquale_Paoli | #1

im Schniitt 8500 Euro je Wohnung bezahlt- da träumt unsereiner als privater Vermieter feucht von; DAS kann man mit Fug und Recht Verramschung von sozialpolitisch wichtigem Tafelsilber nennen.
Und wer war es? Der selbsternannte Arbeiterführer JR- oh, sorry, Dr. JR, soviel Zeit muss sein.

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