Krise treibt vor allem die Jungen in die Arbeitslosigkeit
02.09.2009 | 07:24 Uhr 2009-09-02T07:24:00+0200
Essen. Sie bekommen nach der Ausbildung keinen Job, erhalten keine Vertragsverlängerung, verlieren ihre Zeitarbeitsstelle - jeder achte Arbeitslose ist mittlerweile unter 25. Tendenz steigend. Experten und Gewerkschaften sind alarmiert.
Im August sind die Arbeitslosenzahlen nur „moderat” gestiegen, wie Frank-Jürgen Weise, der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit ausdrückt. Konkret: Bundesweit waren 3,47 Millionen Menschen ohne Job, 9000 mehr als im Vormonat. Wie immer gibt diese Kennziffer nicht die tatsächliche Situation auf dem Arbeitsmarkt wieder - allein 1,5 Millionen Menschen sind in Maßnahmen der Arbeitsagentur beschäftigt, 1,8 Millionen beziehen Sozialgeld. Zudem gibt es derzeit 1,4 Millionen Kurzarbeiter. Wirklich alarmiert sind Gewerkschaften und Experten aber wegen des überproportionalen Anstiegs der Zahlen der jungen Arbeitslosen. Bereits jeder Achte ist unter 25 Jahre. Tendenz steigend.
Das Kernproblem: In Krisenzeiten scheuen sich Unternehmen vor Neuanstellungen. Das trifft vor allem diejenigen, die in diesem Jahr ihre Ausbildung beenden. „Der Übergang vom Ausbildungsverhältnis in den Beruf ist in diesem Jahr sehr schwer”, so Werner Marquis, Sprecher der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Rund 100 000 junge Menschen würden in diesem Jahr in NRW ihre Ausbildung beenden, etwa ein Viertel davon habe sich bereits arbeitslos gemeldet.
"Ein ungelöstes Problem, das totgeschwiegen wurde"
Zudem sind verhältnismäßig viele junge Menschen in der Leiharbeitsbranche beschäftigt, in der derzeit massiv Arbeitsplätze abgebaut werden. Die Folge: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Arbeitslosen unter 25 im Vergleich zum Vorjahresmonat um satte 27,4 Prozent gestiegen. „Für die Jugend ist in der Krise bislang nichts getan worden”, sagt Gerhard Bosch, Direktor des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Uni Duisburg-Essen. Er rechnet mit einem deutlichen Anstieg der „jungen” Arbeitslosigkeit. „Das ist ein ungelöstes großes Problem, das bislang totgeschwiegen wurde.”
Guntram Schneider, der Landesvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, warnt: „Gerade junge Menschen drohen am Arbeistmarkt unter die Räder zu geraten.” Er fordert die Arbeitgeber deshalb auf, „möglichst viele junge Menschen, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, in den Unternehmen zu übernehmen.”
"Der Flexibilisierungsrahmen wurde immer weiter aufgerissen"
Oliver Burkhard, Leiter des IG-Metall-Bezirks Nordrhein-Westfalen, sieht die Verantwortung für dieses Problem bei der Politik: „In den letzten Jahren ist der Flexibilisierungsrahmen bei den Jüngeren konsequent immer weiter aufgerissen worden.”
Umso bitterer wäre es, so Burkhard, wenn sich nach den Bundestagswahlen die Ideen der FDP zur Aufweichung des Kündigungsschutzes durchsetzten. Auch davon wären vor allem jüngere Arbeitnehmer und Berufseinsteiger betroffen, warnt der Gewerkschafter. Die IG Metall trommelt deswegen laut gegen die Liberalen: „Sie sind das größte Übel, das man derzeit verhindern muss”, so Burkhard.
18:00
Tja, wer die FDP als Wundermittel preditgt, hat es nicht besser verdient. Was meint Ihr, wenn Westerwelle und Co an die Macht kommen? Der Kündigungsschutz wird dann schrittweise abgeschafft, auch für Großunternehmen.
Und wenn ich das schon höre, wer Arbeiten will, bekommt auch Arbeit.
Was für welche?
Arbeit sollte auch Spass machen, denn dann arbeitet man gut und ist zufrieden, aber halt...zufriedenheit? Darf man das als einfacher Bürger haben?
13:45
Ich finde es entlarvend und tragisch zugleich ,dass selbst die derzeit zusammenbrechende ,neoliberale Wirtschaftsstruktur ,die ja orffenbar die derzeitigen Zustände auf dem Arbeitsmarkt herbeigeführt hat , dass diese Zustände von neoliberalen Politclowns versucht wird der Linken auf das Konto zu buchen.
Man , halten manche Zeitgenossen ihre Mitmenschen für bescheuert.
11:39
@21 Wer die wünsch dir, was Partei wählt, wählt den Kommunismus und der hatte in der DDR nach 40 Jahren fertig. Die Trümmer wurden übergeben. Warum lernt der gemeine Linke nicht aus der Geschichte?
11:34
Wer die Linke wählt, wählt Massenarbeitslosigkeit und sterbende Unternehmen. Oder haben Sie ein Antwort gefunden, wie die Linke jährlich 100 Mrd. Euro Zusatzausgaben finanzieren will? Oder die 500 Euro Grundeinkommen für jeden?
Wo kommt das Geld her? Soziale Leistungen kann man nur von Geld erbringen, dass auch ERWIRTSCHAFTET wird. Wer aber immer nur auf die eindrischt, die das Geld erwirtschaften, der verhindert, das überhaupt Geld zum Ausgeben da ist!
11:07
die weichen werden von der politik gestellt und die
momentane reGIERung hat (auch hier) kläglich versagt ...
daher wird es zeit, dass rahmenbedingungen geschaffen
werden, die auch der jugend chancen einräumt ...
die letzten landtags- und kommunalwahlen haben mir gezeigt,
dass nur eine starke linke, für einen echten politikwechsel steht ...
für soziale gerechtigkeit und gegen krieg -> mein herz schlägt links ...
10:01
Wenn ein Unternehmen weniger Aufträge hat und kündigen muss, wen sollte man wohl zuerst kündigen - den jungen unerfahrenen Mitarbeitern, oder denen die seit Jahren dabei sind?
Also, liebe Gewerkschaft, hört auf zu heulen!
Auf der anderen Seite: Unternehmen, die gern jungen Menschen behalten wollen, MÜSSEN diese jungen Menschen zuerst kündigen - so verlangt es der Kündigungsschutz!!! Der sagt nämlich: Wer lange dabei ist, hat mehr Schutz.
Und dann weint die Gewerkschaft wegen Kündigungsschutz? Sie hat sich mit dieser Aussage selbst entlarvt!
Die FDP ist die einzige Partei, die auf diese Problematik aufmerksam macht. Sie will für kleine Unternehmen bis max.20 Mitarbeitern diese unsinnige gesetzliche Regeln ändern, die nur für Großkonzerne Sinn macht.
Wollen Sie vielleicht 10 Mitarbeiter haben und dürfen sich bei schlechter Lage nicht von den schlechtesten Mitarbeitern trennen, sondern müssen zwangsweise den besten rausschmeißen?
Die Gewerkschaft sollte froh sein, dass sich Menschen entschließen als Unternehmer zu arbeiten und ein paar Leute beschäftigen. Niemand kümmert sich um diese kleinen Unternehmen, außer die FDP. Was wäre wohl, wenn all diese Leute sagen: Ich höre auf damit, ich werde Arbeitnehmer! Wo ist die Gewerkschaft, die den ehemaligen Unternehmern und deren Mitarbeitern dann Jobs anbietet?
Gewerkschaften schaffen keine Jobs, sondern Unternehmen!
09:08
Schockierend zu lesen was hier manche user schreiben. für 4 euro den gehweg fegen, eine schöne perspektive. Für einen Jugendlichen ist das sicher sehr ermutigent. Liebe erwachsene die jugend will arbeiten aber man lässt sie nicht. Schuld ist die Politik und die älteren generationen. wann ist denn das letzte mal einer von ihnen auf die straße gegangen um für eine gute sache zu demonstrieren. wann hat sich das letzte mal einer von ihnen für die jugend arrangiert. Und kaufen sich ihre kinder selber diese high-tech Handys die ein vermögen kosten oder sind sie es vlt selbst die eltern. Ich weiß wo von ich Rede bin gerade erst zwanzig geworden habe schon ein EQJ Praktikum gemacht, mit der zusage nach einem jahr eine ausbildung zu bekommen und am ende war ich doch nur billige arbeitskraft. seitdem wander ich von ABM zu ABM ohne auch nur einen cent vom amt zu kriegen und selbst wenn ich hartz 4 beantragen würde für eine wohnung, party und eine Playstation reicht es ganz sicher nicht
03:07
Es gilt aber auch als erwiesen,dass viele Jugendliche aufgrund mangelnder Schulkenntnisse ,und somit fehlender Allgemeinbildung,nicht für den Arbeitsmakt qualifiziert sind.Lieber den Stopsel im Ohr,Handy in der Hand.Getreu nach der Auffassung:Knete gibts auch ohne Arbeit.
23:34
Der Kern dieses Problems sind die Schuldenmachereien unserer Regierungsparteien und die daraus resultierenden Schuldzinsen, die von der breiten Bevölkerung getragen werden müssen.
Das Geld ist nicht weg, sondern es wird von der breiten Bevölkerung als Schuldzinsen an die Megareichen umverteilt.
Dieses Problem wird etwas abgefedert durch unsere immer leistungsfähigere Wirtschaft, die von den Grünen ausgebremst wurde und vermutlich noch wird. Trotz allem gibt es kein unendliches Wachstum, das auch durch immer schlechtere Bezahlungen und Entlassungen erkauft wird.
Die hohen Schuldzinsen sind das Urübel.
23:29
Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten – wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten –, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.