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Kriminalität

Klatten-Erpresser vorbestraft

17.07.2009 | 20:37 Uhr
Klatten-Erpresser vorbestraft

Drei Duisburger sitzen seit Mittwoch in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, die Münchener Milliardärin Susanne Klatten erpresst zu haben. Die Quandt-Erbin ging per Zeitungsannonce zum Schein auf die Forderungen ein. Ermittler stellten die Täter noch vor der fingierten Geldübergabe.

„Hallo mein Kuschelbär”: Mit mindestens zwei verschlüsselten Zeitungsannoncen ist die Münchener Milliardärin Susanne Klatten zum Schein auf die Erpressungsversuche dreier Duisburger eingegangen. Die mutmaßlichen Täter (33, 43 und 46 Jahre alt) sitzen seit Mittwoch in U-Haft. Sie stehen im Verdacht, die Quandt-Erbin mit angeblichen Videofilmen eines privaten Stelldicheins mit dem Schweizer Gigolo Helg Sgarbi unter Druck gesetzt zu haben.

800 000 Euro hatten die wegen Betrugs, Diebstahls und Betäubungsmittel-Verstößen vorbestraften, mutmaßlichen Erpresser von Klatten gefordert. Die BMW-Großauktionärin habe sofort die Polizei eingeschaltet und dann per Annoncen vorgetäuscht, für die Sex-Videos zahlen zu wollen, erklärt Thomas Steinkraus-Koch, Sprecher der zuständigen Münchener Staatsanwaltschaft I. Außerdem habe Klatten eine Handynummer angegeben. Über eine Observation des anschließenden Telefonkontakts konnten die Ermittler später jeden Schritt der Täter verfolgen.

Fingierte Geldübergabe

Mit dieser Anzeige hat Susanne Klatten Kontakt mit den Erpressern augenommen. (Repro: Gerd Wallhorn)

Noch vor der fingierten Geldübergabe, die am vergangenen Mittwoch vor einem Autohaus im Duisburger Stadtteil Wanheimerort geplant war, schlug die Polizei zu: 50 Beamte, darunter auch Mitarbeiter des Sonder-Einsatz-Kommandos, griffen zwei der mutmaßlichen Täter gegen 16.45 Uhr in ihrer Wohnung auf, erwischten den dritten mutmaßlichen Erpresser in der Duisburger Innenstadt. „Die Identitäten der drei Männer waren ja inzwischen bekannt”, erklärt Detlef Puchelt vom Bayrischen Landeskriminalamt, das den Ermittlungseinsatz geleitet hatte.

Das Trio soll in den nächsten Tagen vom Duisburger Gefängnis nach München überführt werden. Wegen versuchter Erpressung „im besonders schweren” Fall droht den drei Duisburgern eine Haftstrafe zwischen einem und 15 Jahren, so die Münchener Staatsanwaltschaft. Es handele sich bei den Tätern ganz offensichtlich um Trittbrettfahrer. Bereits im März hatte ein Dortmunder versucht, Susanne Klatten um 75 000 Euro zu erpressen. NRZ

Anne Heidrich

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2009-07-17 20:37
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