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Klartext - mehr als ein Werbeslogan

01.02.2008 | 14:01 Uhr

KLARTEXT-KONZEPT. Die NRZ hat sich das Wort Klartext für Sie, liebe Leser, auf die Fahnen geschrieben. Was aber bedeutet Klartext, und was genau können Sie künftig von der NRZ erwarten?

Wer zum Thema „Klartext“ das Lexikon zur Hand nimmt, bekommt die schlichte Auskunft: „nicht verschlüsselter Text“. So weit, so gut. Das Wort kommt also aus der Welt der Nachrichten-Fernübermittlung, wo es für das Gegenteil der verschlüsselten Geheimbotschaft steht. Was das Lexikon verschweigt: Für die meisten von uns heißt Klartext „klar und direkt seine Meinung sagen“ oder – wie wir an Rhein und Ruhr es ausdrücken – „Tacheles reden“. Mit dieser Bedeutung hat sich Klartext mittlerweile zu einem Star unserer Umgangssprache gemausert. Warum? Ganz einfach: Weil wir alle dringend Klartext brauchen.

Im Alltag hören und lesen wir kaum noch Klartext. Stattdessen werden wir pausenlos mit Sprechblasen bombardiert, die beim kleinsten Nachbohren zerplatzen und sich als völlig hohl entpuppen. Sie kommen aus den Mündern von Politikern, Funktionären, B-Prominenten – die Liste ließe sich fortsetzen bis zum Berufsberater oder dem Autoverkäufer an der Ecke. Der Grund hierfür ist simpel: Die Sprechblasen-Produzenten wollen uns etwas verkaufen, und zwar sich selbst oder ihre Produkte und Ansichten. Und was daran nicht schön ist, wird eben schön nichtssagend verpackt. Deshalb werden selbst die hässlichsten Dinge mit politisch korrekten Begriffen überschminkt und hinter Rhetorik versteckt – verschlüsselte Geheimbotschaften eben. Frei nach dem Motto: Lieber auf nette Art gar nix sagen. Bestens gedüngt von all diesem Mist wuchern so die Sprachauswüchse überall wie Unkraut in den Himmel. Selbst der informierteste Mensch steht diesem Dickicht oft ratlos gegenüber und sieht den Wald vor lauter Unkraut nicht mehr.

Aus genau diesen Gründen haben wir bei der NRZ uns Klartext auf die Fahnen geschrieben. Klartext ist für uns die Zusammenfassung jener Leitbegriffe, die wir schon immer im Kopf der NRZ tragen, nämlich: „Meinungsfreudig. Unabhängig. Bürgernah.“ Diese drei Begriffe sind eng miteinander verbunden. Sie bedeuten für uns zuallererst, dass wir uns nur einer Partei wirklich verpflichtet fühlen, nämlich Ihnen, unseren Lesern. Und wir scheuen uns nicht, klar und deutlich unsere Meinung zu sagen, selbst wenn diese unbequem sein sollte. Vor allem aber verwenden wir jeden Tag aufs Neue all unsere Kraft und Kompetenz darauf, Ihnen die wichtigsten Ereignisse in der Welt und Ihrer Region klar und informativ zu vermitteln. Mit einem Wort: Klartext.

Deshalb wird die NRZ mehr denn je Sprechblasen anbohren und Sprachwucherungen stutzen, um Ihnen als Leser in Zukunft das zu bieten, was Sie mit Recht von uns verlangen können: Klartext.

NRZ

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Kommentare
14.04.2008
10:27
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von Günter S. | #20

Ich meinte natürlich zum Schluss den derzeitigen OB.Sauerland ! Sorry !

14.04.2008
10:13
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von Günter S. | #19

In werneralberts Kommentar müßte es heißen anstatt tierlieb CDUlieb , denn anders kann ich die politische Kehrtwende dieser Zeitung nicht bezeichnen . Da werden z.B. Leserbriefe veröffentlicht , die die OB Bewerbung des SPD-Kandidaten Brandt infrage stellen und abwertend beschreiben und eher ihre Sympathie zur CDU zum Ausdruck bringen und somit gegenüber des ach so selbstgefälligen , der nur durch sein ständiges Grinsen , dort , wo er dabei sein muß und prompt abgelichtet , auffällt , als durch Verdienste ! Wetten , daß meine Meinung nicht veröffentlicht wird !

02.04.2008
12:06
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von jooss | #18

Bin nur durch Zufall auf diese Seite gekommen,alle reden von Klartext wenn das wirklich üblich werden würde dann wäre Deutschland leer. Aber wo sollen wir dann hin in andere Länder? Wenn eine Tageszeitung allein alles was hier in Deuschland passiert drucken würde,dann würdet Ihr das Laufen erst einmal erlernen. Klartext das ich nicht lache, damit würdet Ihr gar nicht klar kommen.Aus Bayern schöne Grüße

25.02.2008
16:32
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von snuffey | #17

Um sich eine neue Leserschaft zu erschliessen, koennte die NRZ neben dem Klartext-Konzept, ein paar zusaetzliche Seiten in tuerkischer Sprache drucken. Einige hundertausend Anatolier wuerden dann lokale Nachrichten lesen koennen, zumindest solche Mitbuerger, die der deutschen Sprache immer noch nicht maechtig sind. Vielleicht bekommen sie dann auch Lust ,die deutsch abgefassten Seiten lesen zu wollen, da sie ja mitbezahlt werden ( fuer andere Zwecke wegen der Druckerschwaerze sowieso wenig geeignet). Und nehmen das zum Anlass, einen Deutschkursus zu belegen. Trifft natuerlich fuer alle Migranten aus anderen Laendern und Kontinenten zu.

23.02.2008
22:55
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von heldenmut | #16

Wollte eigentlich von der WAZ zur NRZ wechseln. Aber dieses Klartext-Konzept ist mir doch zu bieder. Schade , dass es im Ruhrgebiet keine Alternative zum WAZ-Konzern gibt. Nur fuers Lokale versteht sich. Fuer Politik, Wirtschaft, Kultur, selbst Sport gibt es zum Glueck anspruchsvollere ueberregionale Blaetter. Nachteil: 2 nicht billige Abos.

21.02.2008
12:51
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von jaminkk | #15

Kinder haben ein Recht auf Utopien. Ihre Forderungen sind nicht an Logik und Machbarkeit zu messen. Aber dass jetzt täglich damit fast eine Seite gefüllt wird, ist mir zuviel. Es gibt so viele brisante Themen, die uns Erwachsene derzeit bewegen, dass der Platz in der NRZ dringend gebraucht wird. Ich möchte die alte NRZ wiederhaben, das Klartext-Getue geht mir auf den Nerv. Wenn das so weitergeht, werde ich zur WAZ wechseln.

18.02.2008
22:44
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von Katz | #14

Klartext: Sollte man eigentlich von seiner Tageszeitung erwarten, oder? Muss man das jetzt extra übertiteln? Ist alles andere, was nicht Klartext heißt, dann,...äh...? Bitte, kein Klartext mehr. Ich lese einige der Serien gern, aber warum sie nun dieses Etikett auf sich kleben haben? Und Götz George als Leitfigur...das muss man nicht wirklich kommentieren.

Zu Kinderseiten: Nette Idee. Habe selbst Kinder zuhause, eines davon ist 9 Jahre alt wie viele der derzeit Befragten. Aber bringt es uns weiter, dass wir nun täglich neu erfahren, dass Essener 9-Jährige entweder mehr Fußballplätze bauen würden oder für mehr Grün sorgen oder Häuser für Obdachlose bauen...? Schön wär eine Geschichte gewesen, in deren Rahmen die Kinder auch etwas über die Arbeit von Kommunen lernen...was ist ein Haushalt, was gibt es für Interessen, wie kommen Entscheidungen zustande etc. Sie sind 9 Jahre alt, aber nicht doof, und lernfähig. Hätte man mal ein Diskussionsforum gemacht, ihnen was erklärt! Daraus dann was gestrickt! Eine nette Fotostrecke mit Kurzinterview-Beiträgen, das trägt nicht.

18.02.2008
10:34
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von Eule | #13

Wieso habe ich bei der neuen NRZ den Eindruck, dass sie zunehmend für Kinder gemacht wird? Hin und wieder eine Seite mit Nachrichten für Kinder ist o.k. - aber ständig reihenweise Kindermeinungen zu irgendwas? Das ist doch nicht das, was ich von einer Tageszeitung erwarte! Zurück zur WAZ - ich erwäge es ernsthaft!

15.02.2008
22:51
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von Die Imhosenanzug | #12

...Milliarden Fliegen können sich nicht irren...

14.02.2008
22:28
Klartext - mehr als ein Werbeslogan
von bazon | #11

Ich bin seit drei Jahrzehnten mit dem Herzen bei der NRZ: kritischer engagierter Journalismus auf einem niveau wie es kaum noch eine regionale tageszeitung bietet, autoren mit position und rückgrat. Doch unter dem schlagwort klartext wanzt sich der verlag an verlorene leserzielgruppen ran (kinderseiten, schülerseiten, toll - aber bitte nicht als seitenfüllenden ersatz für berichte). Jetzt wurde sogar an prominenter stelle verkündet es sei ein großartiger erfolg Götz George als werbepartner gefunden zu haben. Großartig, im puff die brieftasche zücken und sich für einen frauenschwarm halten! Tags darauf dann großkotzalarm auf dem titel: Götz statt facts. Oft hat sich die nrz an BILD gerieben, mittlerweile gleicht sich der waz-clan der springer-clique an: wir feiern unsere geschäfte gern auch redaktionell. Herr Oppers bringt da einen ganz neuen stil ins haus: ethosfrei, hauptsache er ist gut gebräunt im vordergrund. Für den neuen klartext-kurs wäre vielleicht franz-josef wagner bei springer noch abzuwerben - dann gibt´s aber post von mir: die abokündigung.

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