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Keine Rede wie jede

01.11.2009 | 18:26 Uhr

Angela Merkels Rede vor dem US-Kongress könnte viel bewegen - wenn es eine große Rede wird

Über 50 Jahre lang war das keinem deutschen Kanzler mehr vergönnt: eine Rede vor dem amerikanischen Kongress. Die Erwartungen an das, was Angela Merkel morgen in Washington sagen wird, sind enorm. Der Gastgeber darf davon ausgehen, dass die Kanzlerin den „made in usa”-Anteil am Zustandekommen der Einheit durch ihre ostdeutsche Perspektive würdigt. Die Weltgemeinschaft hat anderes im Sinn.

Weil das Aufgebot an politischem Spitzenpersonal in Europa immer überschaubarer wird – Silvio Berlusconi ist größenwahnsinnig geworden, Gordon Brown unwichtig und Nicolas Sarkozy verspricht mehr als er hält – richten sich gerade beim Klimaschutz die Hoffnungen auf Merkel. Vor dem Klimagipfel in Kopenhagen sucht die Gemeinschaft der Treibhausgas-Reduzierer nach Wegen, um US-Präsident Obamas Position zu stärken. Er ist es, der ambitioniert weitergehen will beim Klimaschutz. Der Kongress, Merkels Publikum, bremst. Löst die Kanzlerin diese Blockade, beginnt ihre zweite Amtszeit mit einem Triumph. Dazu müsste es eine große Rede sein.

Dirk Hautkapp

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