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Hup, Holland, Hup

11.06.2008 | 16:39 Uhr
Hup, Holland, Hup

Deutschland gegen die Niederlande - ein Fußballklassiker. Doch wer ist im Moment besser drauf? Die Heimat bat Marco Schacht und Marcel van Vuren zum großen Tipp-Kick-Testspiel vor der Europameisterschaft.

Linke gegen rechte Rheinseite, Kleve gegen Emmerich, Deutschland gegen Holland, Marco Schacht gegen Marcel van Vuren – es ist ein Duell der Superlative, das die Heimat da kurz vor der Fußball-EM organisiert hat, um eines schon mal rauszukriegen: Wer ist eigentlich besser drauf? Wir? Oder doch die Nachbarn in Oranje? Und klar: Wir spielen Tipp-Kick. Damit es weder Spuckattacken gibt noch böse Fouls.

Obwohl: Bei diesen Kontrahenten wär das gar nicht nötig. Der Klever Marco Schacht (37) und der Wahl-Hüthumer Marcel van Vuren (45) aus dem niederländischen Duiven sind nämlich beide Fußballtrainer. Van Vuren coachte schon die DJK Kellen und Eintracht Emmerich, Schacht trainierte zuletzt den SV Donsbrüggen und wechselt nun zu Rheingold Emmerich. Dorthin, wo van Vuren nach seiner aktiven Zeit beim holländischen Erstligisten Vitesse Arnheim spielte – und dabei auch auf Schacht traf, der damals für den VfB Kleve aktiv war. Verwirrend, oder? Macht nichts. Wichtig ist: Die beiden kennen und schätzen sich. Und die Wahrheit liegt auf dem Platz. Also los.

Anstoß Holland - Fehlpass

Anstoß Holland, gleich der erste Pass landet beim Gegner. Und der zeigt den Ballkünstlern aus dem Westen, wie man einen schnellen Konter fährt: langer Pass aufs linke Strafraumeck, Schuss in den Winkel, Tor. „Der war doch nicht drin, oder?“, fragt van Vuren. Doch, es ging nur ziemlich schnell. Seine Elftal ist vom frühen Rückstand geschockt. Vom berühmten holländischen Kurzpassspiel ist nichts zu sehen.

Deutschland dagegen kombiniert geschickt. Selbst die Abwehrspieler sind gefährlich. Denn das 2:0 fällt wie aus dem Nichts: Abstoß aus dem eigenen Strafraum, Tor. „Ja“, sagt Schacht. „Metzelder kommt doch noch in Form.“ Einmal dürfen auch die Holländer noch angreifen, doch Lehmann pariert. Dann ist Halbzeit. Van Vuren wartet mit Durchhalteparolen auf: „Wir sind sowieso in der zweiten Halbzeit am stärksten.“

Nach der Pause: Oranje wie verwandelt

Und tatsächlich: Nach dem Seitenwechsel ist Oranje wie verwandelt. Sie spielen zwar nicht schön, aber erfolgreich: Fernschuss – Tor, Fernschuss – Tor. Deutschland ist völlig aus dem Konzept: Ein weiterer Schuss van Vurens rollt übers ganze Spielfeld. Doch was macht Lehmann? Er zuckt und zuckt – und bleibt dann doch stehen! Führung Holland. „Schwerer Patzer“, brummt Schacht. Zweieinhalb Minuten sind es noch, Van Vuren ballert weiter, gerne auch ins Aus. Schacht holt den Ball, van Vuren grinst: „Zeitspiel.“ Nötig ist es eigentlich nicht, denn er schießt auch noch das 4:2. Deutschland schafft nur noch den Anschlusstreffer. Dann ist das Spiel vorbei. „Glückwunsch“, sagt Schacht. „Gutes Spiel“, entgegnet van Vuren.

Und wer wird nun Europameister?  Van Vuren ist trotz des Sieges vorsichtig: „Ich halte zwar zu Holland, und die Offensive ist auch stark, aber die Abwehr... Ich tippe auf Italien.“ Schacht dagegen bleibt trotz Niederlage Optimist: „Deutschland, hoffe ich. Die sind echte Wettkämpfer.“ Genau, schließlich war die Begegnung in Emmerich nur ein Freundschaftsspiel.

Holger Handstein

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