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Geschürte Hysterie

29.04.2009 | 19:13 Uhr

Für den Boulevard ist die Mexikogrippe ein gefundenes Fressen. Er produziert Schlagzeilen, die allein schon krank machen können. Derweil gibt es erste Anzeichen der Entwarnung. Offenbar hat die Krankheit bislang weniger Opfer gefordert, als befürchtet.

Die Schweinegrippe, sprachlich sauberer sollte man sie wohl Mexikogrippe nennen, ist also bei uns angekommen. Das war zu erwarten. Zeitgleich mit den Nachrichten über die ersten Fälle in Deutschland trafen gestern auch beruhigende Botschaften ein: Die Grippe scheint selbst in Mexiko, einem Land mit einem schlechteren Gesundheitssystem als unserem, weitaus weniger Opfer gefordert zu haben, als bislang befürchtet. Bislang acht Tote weltweit. Beklagenswert, aber kein Vergleich zu den Tausenden Opfern, die eine ganz normale Grippewelle in einem ganz normalen deutschen Winter fordert. Es scheint, als habe die Mexikogrippe nicht das Zeug zum unheimlichen Massenmörder. Zugleich zeigt sich, das die deutschen Gesundheitsbehörden die Situation im Griff haben.

Solche Botschaften tun gut in Tagen, in denen schon die Schlagzeilen mancher Gazetten krank machen können. Es ist schon grotesk und schlicht verantwortungslos, wie der Boulevard alles dafür tut, die verständliche Unsicherheit in der Bevölkerung zur Hysterie anwachsen zu lassen. 

Jan Jessen

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