Georg Kochs langer Weg in die neue Karriere
18.03.2009 | 22:15 Uhr 2009-03-18T22:15:00+0100Bad Salzuflen. Keeper Georg Koch hört auf – und hofft auf einen Job als Manager. Was kann einer werden, der sein Leben lang zwischen den Pfosten gestanden hat? Torwarttrainer? Koch, und das ist sein Naturell, möchte mehr. Schließlich habe er gute Kontakte.
Dass etwas nicht stimmt, merkt Georg Koch jeden Morgen. Wenn er zu schnell aufsteht, kämpft der ehemalige Keeper des MSV Duisburg mit dem Schwindel. Es ist nichts, womit Koch nicht leben könnte, nichts, was den Alltag unerträglich macht. Aber der Schaden im rechten Ohr, entstanden durch die Explosion eines Knallkörpers, reicht aus, um seine Laufbahn als Profi-Torwart zu beenden. „Es hat keinen Sinn mehr”, sagt Koch, der sich anders verabschieden wollte, der auch mit seinen 37 Jahren gerne noch gespielt hätte. Und der nun einen neuen Lebensabschnitt angeht: Die Karriere danach.
Mitunter streitbar bis zur Schmerzgrenze
Was kann einer werden, der sein Leben lang zwischen den Pfosten gestanden hat? Torwarttrainer? Koch, und das ist sein Naturell, möchte mehr. „Manager, das traue ich mir zu”, sagt Koch, „ich habe schließlich gute Kontakte.” Entstanden in 213 Bundesliga- und 165 Zweitligaspielen, für Fortuna Düsseldorf, für Arminia Bielefeld, den 1. FC Kaiserslautern, Energie Cottbus und den MSV Duisburg.
In diesen Wochen ist der Mann, den alle Schorsch nennen, in vielen Erst- und Zweitligastadien zu Gast. Nicht nur, um gesehen zu werden, auch, um zu sehen. „Ich glaube, ich habe ein gutes Auge für Spieler”, sagt Koch.
Mehr als der Mann im Tor
Wer sich mit dem 37-Jährigen je über Fußball unterhalten hat, weiß, dass das kein leerer Satz ist. Koch war schon als Spieler mehr als der Mann im Tor. Er war, wie bei seiner letzten Bundesliga-Station in Duisburg, immer ein Führungsspieler. Immer voller Ehrgeiz, oft verbissen. Einer, der für den Erfolg viel von sich und viel von seinen Mitspielern gefordert und manche damit überfordert hat. Ein Wachrüttler, streitbar in der Kabine und für sensiblere Mitspieler manchmal drastisch bis zu deren Schmerzgrenze.
Den Weg verbaut
In Duisburg hat ihm das zweieinhalb Jahre lang zusammen mit erstklassigen Leistungen die Sympathie, ja die Liebe vieler Fans gebracht, am Ende ist er nach einem nie ganz aufgeklärten Disput mit MSV-Präsident Walter Hellmich als Kapitän abgesetzt worden und dann gegangen, obwohl er beim MSV für eine Tätigkeit im Management eingeplant war.
Dass Koch sich einen Weg verbaut hat, ist nicht nur in Duisburg vorgekommen. Das Talent, zumindest mal zum Kreis der Nationalelf zu gehören, sprechen ihm wenige ab, Koch selbst sagt, er hätte hier und da schweigen müssen, um weiter zu kommen.
Der Job als Manager reizt ihn immer noch, auch wenn er sich den Übergang anders vorgestellt hat. Mit jetzt 37 Jahren sollte ihn das Ende der Profi-Laufbahn nicht unvorbereitet treffen, aber Koch hat an den Umständen zu knabbern. Von Duisburg wechselte er noch zu Dynamo Zagreb und dann zu Rapid Wien. Im Stadtderby gegen Austria flog im August 2008 ein Knallkörper aus der Austria-Kurve und explodierte direkt neben seinem Ohr. Geworfen, wie die Polizei heute glaubt, von zwei 16-Jährigen. Deshalb aufhören zu müssen, tut weh, auch mit 37.
Das Ende trifft auch mit 37 Jahren noch
Sieben Monate lang kämpfte Koch in der Reha darum, ins Tor zurückzukehren, am Ende vergeblich. Am Dienstag fiel die Entscheidung in der Praxis des Düsseldorfer Neurologen Hans-Heiner Friedmann: „Schon bei einfachen Belastungen bekomme ich Probleme mit dem Gleichgewicht”, sagt Koch. „Der Arzt sagte nur, dass es keinen Sinn mehr macht.”
Wie gesagt: Mit 37 Jahren trifft einen Fußballer dieses Ende nicht so sehr wie mit 27. Aber für einen wie Koch, der in mehr als einem Jahrzehnt Profifußball kaum mal 14 Tage am Stück gefehlt hat, ist das schwer zu akzeptieren – auch nach den letzten sieben Monaten, in denen das Karriereende irgendwann absehbar war. „Es ist”, sagt Koch, „jetzt doch alles ziemlich schnell gekommen.”
15:49
Georg, Du bist ein Duisburger
12:28
Georg gehört zum Ruhrpott also Duisburger
10:49
Alles Gute Georg
Der MSV hat mit Dir gelebt
08:48
Georg, Du bist ein Cottbusser! :-)
05:11
Georg ,Du bist ein Duisburger!!!