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Gefährlich erfrischend

07.05.2008 | 18:16 Uhr
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BADESPASS. Temperaturen bis 28 Grad laden am Wochenende zum Schwimmen ein. Doch gerade an Kanälen lauern Gefahren.

AN RHEIN UND RUHR. Was für ein Pfingstfest: 28 Grad beschert uns das Hoch „Marco” am kommenden Wochenende. Sonne satt. Bei den meisten steht da wohl vor allem eins auf dem Programm: Raus in die Natur! Grillen, schwimmen, sonnenbaden. Auch Thorsten Heske und seine Kollegen werden das Wochenende wohl viel im Freien verbringen. Auf dem Fahrrad, immer am Kanal entlang. Dabei haben die Beamten der Wasserschutzpolizei in Datteln vor allem eins im Visier: leichtsinnige Schwimmer und Brückenspringer.  In Scharen zieht es die wohl auch am kommenden Wochenende wieder an die Wasserstraßen im Land, wo sie sich nach einem ausgiebigen Sonnenbad erfrischen wollen. Ein Spaß, den Heske ihnen im Prinzip auch nicht verderben will: „Sich kurz im Wasser abkühlen ist völlig in Ordnung”, sagt der Wasserschutzpolizist. Allerdings müsse man sich immer auch über die Gefahren im Klaren sein: Sieben Menschen starben 2007 beim Baden in nordrhein-westfälischen Kanälen, im heißen Sommer 2006 gab es sogar 15 Tote.   „Meistens unterschätzen die Schwimmer den Schiffsverkehr”, sagt Henke. Viele weichen nicht schnell genug aus, oder schwimmen sogar an das Schiff heran. „Der Kapitän hat einen toten Winkel von 250 Metern, was näher vor seinem Schiff ist, sieht er nicht”, warnt Heske. Brems- oder Auweichmanöver kämen da meist zu spät oder brächten andere Schiffe in Gefahr. Eine Warnung, die Esther Busen nur unterschreiben kann. „Kanäle sind Wasserstraßen”, betont die Vizepräsidentin der DLRG-Westfalen, „man würde sich ja auch nicht auf einer Autobahn in die Sonne legen.”  Generell gilt: Das Schwimmen in Kanälen ist verboten. Strafen gibt es immer nur dann, wenn sich die Schwimmer bewusst leichtsinnig verhalten. Etwa dann, wenn sie ein Schiff ansteuern. „Immer häufiger klettern Jugendliche sogar auf die Schiffe und bedrohen die Besatzung”, erzählt Heske. Wer dabei erwischt wird, dass er sich einem Schiff nähert, bekommt deshalb ein Bußgeld von 50 Euro aufgebrummt.  Teurer ist da noch der Sprung von einer der vielen Brücken: 75 Euro kostet eine solche Mutprobe, da kennt Heske auch keine Gnade: „Es ist wirklich leichtsinnig, von bis zu 15 Meter hohen Brücken in ein Gewässer zu springen, das höchstens vier Meter tief ist”, sagt er., „Bei einem Aufprall auf den Kanalboden haben sich schon etliche schwer verletzt.”Doch nicht nur das Schwimmen im Kanal kann gefährlich sein. Auch wer an unbewachten Baggerseen oder Flüssen eine schnelle Abkühlung sucht, kann sich dabei schnell in Gefahr begeben: „Gerade an unübersichtlichen, stark bewachsenen Uferstellen kommt es immer wieder zu Unfällen”, warnt Esther Busen von der DLRG.  Baggerlöcher seien ursprünglich überhaupt nicht als Badeseen angelegt, könnten daher überraschend tiefe Stellen haben. „Vor allem Eltern mit kleinen Kindern sollten unbedingt zum Baden an bewachte Stellen gehen.”  Auch an zahlreichen Flüssen kamen in den vergangenen Jahren immer wieder Menschen beim Baden ums Leben. Häufig auch deshalb, weil Rettungskräfte nicht schnell genug zur Unfallstelle fanden. Die DLRG an der Ruhr hat deshalb seit kurzem ein neues Rettungssys-tem, das Ruhr-Standort-Informationssystem (kurz RuSIS). In regelmäßigen Abständen wurden am Ufer Schilder aufgestellt, deren Kennzeichnung die Rettungskräfte leiten soll.  „Wir haben nichts dagegen, wenn Menschen auch außerhalb von Schwimmbädern ins Wasser gehen”, sagt Esther Busen. Aber rauskommen sollen sie eben auch wieder. (NRZ)

Maike JANSEN

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