Eine Frage der Hygiene
11.08.2009 | 17:24 Uhr 2009-08-11T17:24:00+0200NRW hat entschieden: Schule trotz Schweinegrippe
Am Anfang war ein Staatssekretär, der sich nicht eindeutig über die Konsequenzen der Schweinegrippe ausließ, und Medien, die daraus ihre Fragezeichen-Überschriften machten: Verspäteter Schulstart in NRW? Längere Ferien wegen Infektionsgefahr? Fast zwei Wochen wurde das populäre Thema mit deutscher Gründlichkeit und Hang zur Hysterie diskutiert, ehe nun ministeriell entschieden wurde: Nein. Die Schule beginnt wie geplant am 17. August.
Wäre Karl-Josef Laumanns Expertenrunde der reinen Lehre der Virologen gefolgt, auch ein Aufschub wäre vertretbar gewesen. Doch sie nahm praktische Einwände ernst. Was sollen Eltern machen, die arbeiten müssen und ohne Betreuung für ihre Kinder dastehen? Wann wird der Unterricht nachgeholt? Bedenkt man außerdem die sinkende Zahl der Krankheitsfälle und die Erfahrung anderer Länder, so erscheint der Beschluss vernünftig – und lebensnah.
Eine Garantie gegen die Schweinegrippe ist er dennoch nicht. Viel hängt jetzt von Hygiene und Vorsorge in den Schulen ab. Ein Fragezeichen setzen wir also auch diesmal. NRZ
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