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Ein neues altes Ruderschiff

08.08.2008 | 18:46 Uhr

Die „Victoria” wurde nach der Vorlage eines antiken römischen Kriegsschiffes gebaut. Am Wochenende liegt sie in Xanten.

Leinen los: Auf das Kommando des Steuermanns tauchen die zwanzig Männer auf der „Victoria” (lateinisch: „Siegerin”) gleichzeitig die Ruder ins Wasser. Komisch ist, dass sie aussehen wie römische Soldaten. Aber schließlich ist die „Victoria” auch kein gewöhnliches Schiff. Es ist der genaue Nachbau eines antiken römischen Kriegsschiffes. Und das Beste: Am Wochenende liegt es in der „Xantener Nordsee” in Xanten am Niederrhein vor Anker – wer will und älter ist als 16 Jahre, kann auf der „Victoria” mitrudern. Jüngere dürfen aber auch aufs Boot, als Passagiere.

Die Vorlage für die „Victoria” ist ein römisches Schiff, das vor 14 Jahren in der Nähe von Ingolstadt gefunden wurde. Das ist eine Stadt in Bayern. Bootsbauer und Geschichtsstudenten haben danach die „Victoria” in Hamburg hergestellt. Dort gibt es eine Werft – also eine Schiffsfabrik – in der oft historische Schiffe gebaut werden. 15 Monate hat es gedauert, bis die „Victoria” fertig war. Sie besteht hauptsächlich aus Holz und ist 16 Meter lang, 2,80 Meter breit und wiegt rund 4000 Kilogramm, etwa soviel wie ein großer Elefant.

Es ist gar nicht einfach, so ein neues altes Schiff zu steuern. „Ich muss immer alle Leute im Blick haben”, erzählt Steuermann Gerrit Wagener, der das Schiff lenkt. Es ist auch sehr schnell und wendig – es wird bis zu elf Stundenkilometer schnell und kann sich zum Beispiel in 30 Sekunden um 180 Grad drehen. Ganz schön gut für ein Schiff, dass so auch schon vor 1900 Jahren über die Flüsse geschippert ist.

ABLEGEN

Die „Victoria” findet ihr im Freizeitzentrum Xantener Nordsee, Alt-Vynscher-Weg in Xanten. Die Fahrten finden heute und morgen, jeweils um 10, 11, 14, 15, 16 und 17 Uhr statt und dauern ungefähr eine halbe Stunde. Sie sind kostenlos. Am Anlegesteg muss man sich anmelden.

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