Die Nabucco-Pipeline könnte zum Milliardengrab werden
13.07.2009 | 11:26 Uhr 2009-07-13T11:26:00+0200
Moskau. Sie soll Europa vom russischen Erdgas unabhängiger machen. Am Montag wird das Abkommen für die 3300 Kilometer lange Nabucco-Pipeline unterschrieben. Acht Milliarden Euro soll das ehrgeizige Projekt kosten - ob jemals genug Gas durch die Röhren fließen kann, ist aber völlig unklar.
Dem lettischen Energiekommissar Andris Piebalgs stand die Genugtuung ins Gesicht geschrieben, als er in der vergangenen Woche verkündete, die Transitländer würden am Montag das Abkommen zu den Durchleitungsbedingungen für Nabucco unterzeichnen. Dabei geht es um ein europäisches Prestigeprojekt allererster Ordnung: Um eine knapp 3300 Kilometer lange Gaspipeline die Westeuropas den direkten Zugriff auf zentralasiatisches Gas ermöglichen soll, für das gegenwärtig Moskaus Monopolist Gazprom das alleinige Durchleitungsrecht hat. Auch beim Transit soll Russland außen vor bleiben. Von der Osttürkei wo eine aus Aserbaidschan kommende und über Georgien führende, bereits fertige Gasleitung derzeit endet, soll Nabucco über Südosteuropa ins österreichische Baumgarten führen.
Damit will die EU die Abhängigkeit von russischen Importen senken, was den europäischen Steuerzahler nach derzeitiger Planung fast acht Milliarden Euro kosten wird.
Russland hält sich aus gutem Grund mit Kritik zurück
Mehrfach verschoben, soll der Bau nun 2011 beginnen und 2014 die erste Ausbaustufe ans Netz gehen. Sonst schnell aufgebracht und zum Gegenschlag bereit, wenn Ex-Vasallen oder der Westen versuchen, sich vom Tropf russischer Energieimporte abzunabeln, raffte Moskau sich in Sachen Nabucco bisher nur zu matter verbaler Kritik auf. Aus gutem Grund: Parallelen zur BTC – eine Pipeline, die das Öl der Kaspi-See unter Umgehung Russlands vom aserbaidschanischen Baku über Georgiens Hauptstadt Tiflis zum türkischen Mittelmeerhafen Ceyhan pumpt – sind nicht zu übersehen.
Vor drei Jahren ans Netz gegangen, fährt die BTC dem westlichen Betreiber-Konsortium bisher nur Verluste ein. Die politisch ähnlich aufgeladene Nabucco-Pipeline könnte zu einem weiteren Milliardengrab werden. Denn rentabel wird sie erst bei voller Auslastung: 31 Milliarden Kubikmeter Gas per annum. Bisher indes steht nicht einmal fest, wie die acht bis zehn Milliarden Kubikmeter zusammenkommen sollen, die Nabucco in der Anfangsphase nach Westen pumpen soll.
Problematische Lieferländer
Die zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Kasachstan und Turkmenistan, auf die Brüssel bei ersten Planspielen setzte, haben den Löwenanteil ihrer Förderung in Verträgen mit einer Laufzeit bis zu 25 Jahren an Gasprom verkauft. Russland will damit seine neue Pipeline befüllen, die am Ostufer der Kaspi-See entlang führt. Eine zweite Pipeline führt nach China.
Zwar war Turkmenen-Präsident Kurbanguly Berdimuhammadow Anfang Mai bei Verhandlungen mit den deutschen Energiekonzern RWE, der zum Nabucco-Konsortium gehört, die Zuversicht selbst: Die Vorkommen seines Landes würden für alle reichen. Experten sehen das anders. Zumal das Regime in Aschgabat sich weigert, verlässliche Zahlen zu den bisher erkundeten Vorkommen herauszurücken.
Weil auch Nachbar Usbekistan seine Förderung seit Ende Januar an Gazprom verkauft, setzt Europa seither auf die Vorkommen im aserbaidschanischen Teil der Kaspi-See. Vor allem auf des Schah-Deniz-Feld südöstlich von Baku. Dort sollen nach Abschluss der zweiten Ausbaustufe 2016 jährlich 14 Milliarden Kubikmeter gefördert werden. Während sich jedoch Ende Juni in Brüssel die Türkei und die südosteuropäischen EU-Neumitglieder noch wegen der Durchleitungsbedingungen für Nabucco gegenseitig an die Gurgel gingen, sicherte sich Gazprom beim Aserbaidschan-Besuch von Dmitri Medwedew auch für das Schah-Deniz-Feld die Vorkaufsrechte.
Europäische Schlampereien bei der Angebots-Abgabe
Russland, so der aserbaidschanische Energie-Experte Ilham Schaban, habe den Zuschlag nicht etwa bekommen, weil der Kreml beim Streit um die abtrünnige Armenier-Region Karabach einen Frontenwechsel zugunsten Aserbaidschans erwägt, sondern weil Europa die Abgabe eines konkreten Angebots schlicht verschlampt habe.
Damit nicht genug: Über Russland könnte Europa sogar bei Versuchen stolpern, Nabucco mit iranischem Gas zu füllen. Gazprom hat auch dort seine Claims bereits abgesteckt und will das im Südpars-Feld geförderte Gas zusammen mit Teheran auf den indischen Subkontinent exportieren. Dazu kommt, dass sich Surgutneftegas, ein Öl- und Gaskonzern der dem russischen –Regierungschef Wladimir Putin nahe stehen soll, Mitte Mai die Sperrminorität von 21,1 Prozent an MOL, das Ungarn bei dem Projekt vertritt, sicherte.
Allein das könnte den neuen Job für Joschka Fischer zur Mission impossible machen. Denn der ehemalige Obergrüne und Ex-Außenminister wurde vom Nabucco-Konsortium als Berater engagiert und soll, wie es in einem internen Strategiepapier heißt, „die Kontaktpflege und den Dialog mit der politischen Führungsebene der für die Umsetzung des Projekts relevanten Länder“ übernehmen
19:12
Hauptsache GAS-JOSCHKA macht richtig REIBACH...
12:27
Meierzwei?????????
.B. Frankreich setzt man darum auf die preiswertere Kernkraft, löst die
Abfallentsorgung
Durch ein WUNDER ??????
11:43
Es ist eher umgekehrt, mit den geplanten Gaspiplines wird die Abhängigkeit von den Gaslieferanten, bzw. den Ländern, durch die die Leitungen führen, zunehmen. Wenn dem nicht so wäre, würden nicht solche Summen investiert, die sich im Gasverkauf an die Endkunden amortisieren. Bezeichnend ist darum auch der Trend, den Gasgroßverbrauch politisch weiter voranzutreiben und durch Gesetze langfristig abzusichern. Dabei helfen Schröders SPD und Fischers Grüne indem sie den den Trend pflegen, Kernkraftwerke zur Stromerzeugung, zu verteufeln und abzugeschalten, damit zukünftig mehr Gaskraftwerke die allgemeine Stromerzeugung, im Interesse der Gasproduzenten Gas verbrauchen. Denn die alternative Stromerzeugung gewähleistet keine konstante Stromversorgung und trägt nur einen wechselnden Bruchteil zum Bedarf bei. In unseren Nachbarländern, z.B. Frankreich setzt man darum auf die preiswertere Kernkraft, löst die Abfallentsorgung und führt keine pseudointelligenten Angstkampagnen gegen die Sicherheitsinteressen der Bevölkerung, vielleicht liegt das ja am Wahlrecht, denn dort finden Mehrheitswahlen statt. Demzufolge hat die Bevölkerung auch mehr Schutz, bzw. Einfluss, wenn es um die Verteuerung ihrer Energieversorgung geht.
10:42
Kohle ade.
Es Lebe Gas und Atom!
Blutkohle aus China ?
nein,nein,nein
Glückauf
09:47
Deshalb ist es auch wichtig, unsere letzten Bergwerke schnell zu schließen, damit wir bei
der Energie völlig abhänig werden.
Ach ja, Gas wird uns ja dann ausreichend zur Verfügung stehen. Kommt dann warscheinlich nur auf den Preis an.
09:15
Die Pipeline soll erst einmal gebaut werden. Ob die Russen dann wirklich auch das Kapital haben, in der gesamten Region vollständig das Gas aufzukaufen, wird sich noch zeigen... Aber irgendein Versuch muss doch gestartet werden, sich von Russland unabhängig zu machen.
09:13
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Es ist schon merkwürdig, mit welchen Qualifikationen unsere Totalversager auf einmal aufwarten. Wenn ich mir die Länderkette der Pipeline so anschaue, würde ich dort kein Rohr in den Boden legen. Der große Führer aus Südland hat ja schon die ersten Drohungen losgelassen.
Und in Anbetracht der Wahnsinnstat von Dresden
könnten wir hier Ruckzuck im Dunkeln sitzen.
Übrigens: Strom soll aus Nordafrika importiert werden. Bergbau kaputt regiert, Atomkraftwerke abgestellt, Industrienation ermordet. Der Letzte macht die Kerze aus.
08:58
Wenn also am Montag der Vertrag unterzeichnet wird, was hat dann Fischer noch an Kontaktpflege beizutragen?
Ich bin sicher er wird bezahlt für Leistungen die er schon längst erbracht hat. Das diese Frage in unseren kritischen Medien keine Rolle spielt ist für mich nur ein weiterer Beweis dafür, daß der größte Teil unserer Medien mit den roten und grünen Volksbescheißern in einem Bett liegt.
08:33
Der ganze Haufen scheint sich gerade selber in Brand zu stecken...
08:23
Warum Gedanken machen? Einfach bauen. Der Steuerzahler und Kunde wird es schon bezahlen.