Die Kröten sind los
14.03.2010 | 18:48 Uhr 2010-03-14T18:48:00+0100
Die Tiere gucken nicht nach rechts und links, wenn sie die Straße überqueren. Deswegen helfen Tierschützer mit Zäunen
Im Herbst und im Winter leben viele Erdkröten nicht im Wasser, sondern in Wäldern. Dort suchen sie sich Erdlöcher, Spalten und Baumwurzeln, um zu überwintern. Sie verbringen die kalte Zeit wie alle wechselwarmen Tiere in einer Winterstarre. Das bedeutet, dass ihr Körper die meisten Funktionen einstellt. Die Tiere werden genauso kalt wie ihre Umgebung und bewegen sich nicht mehr.
Erreicht die Temperatur wie in den letzten Tagen mindestens fünf Grad, erwachen die Kröten aus ihrer Starre. Dann beginnt für sie eine gefährliche Reise: In milden und feuchten Nächten verlassen sie die Wälder, um Gewässer aufzusuchen. Nur dort können sie sich fortpflanzen, denn die Weibchen brauchen das Wasser, um ihre Eier hineinzulegen. Die Eier von Kröten nennt man übrigens Laich.
Auf dem Weg zu den Gewässern müssen die meisten Kröten Straßen überqueren. Viele von ihnen sterben dabei, weil sie unter ein Auto geraten. Damit das nicht passiert, haben sich Tierschützer etwas ausgedacht: Sie errichten Fangzäune entlang der Straßen, die von vielen Kröten gekreuzt werden. In regelmäßigen Abständen stecken die Tierschützer an den Zäunen Eimer in den Boden. Weil die Kröten den Zaun nicht überwinden können, laufen sie daran entlang. Schließlich fallen sie in einen der Eimer. Meist landen in den Eimern auch Frösche und Molche, die ebenfalls zu Gewässern wandern wollen. Am nächsten Tag tragen die Tierschützer die Tiere sicher über die Straße.
Insgesamt leben in Deutschland 21 Amphibienarten. Sie stehen unter besonderem Schutz, weil es immer weniger geeignete Laichgewässer gibt.
0mitdiskutieren