Die Krise schüttelt die Konzerne durch
01.08.2009 | 09:43 Uhr 2009-08-01T09:43:00+0200
Essen. Fasst die Weltwirtschaft nicht schnell Tritt, stehen den deutschen Konzernen große Umbauten bevor. Allerorten verhageln dramatische Umsatz- und Gewinnrückgänge die Bilanzen.
Ob Daimler, Lufthansa oder Siemens: Die ersten Adressen der deutschen Wirtschaft haben die globale Krise im ersten Halbjahr mit voller Wucht zu spüren bekommen. Allerorten verhageln dramatische Umsatz- und Gewinnrückgänge die Bilanzen. Vor allem die Industrie leidet unter den historischen Auftragsrückgängen, die teils mehr als 50 Prozent betragen. Konzerne wie Siemens und die gesamte Maschinenbaubranche stellen sich auf weiterhin harte Zeiten ein. So rechnet Siemens-Chef Peter Löscher erst für die zweite Jahreshälfte 2010 mit neuem Auftrieb.
Schlechtere Geschäfte
Wenig besser sieht es bei den Automobilkonzernen aus. Relativ gut steht nach wie vor Audi da. Im Vergleich mit BMW und Daimler schlägt sich die VW-Tochter mit Bravour. Zwar beklagen auch die Ingolstädter deutlich schlechtere Geschäfte – doch mit einem Plus von 823 Millionen Euro fällt das operative Ergebnis für das zweite Quartal inmitten der Krise doch sehr ordentlich aus.
Daimler kann von solchen Zahlen nur träumen: Die Schwaben häuften von April bis Juni erneut eine Milliarde Euro Verlust an. Und BMW nutzt die Krise und die empfindlichen Absatzeinbrüche, um am neuen Image zu feilen: Statt auf Motorsport setzen die Bayern künftig immer mehr auf spritsparende Fahrzeuge und ihr neues Ökoimage.
Europas größter Autokonzern Volkswagen wiederum profitiert bislang von der Abwrackprämie. Der Konjunkturstimulus für den Neuwagenkauf bescherte den Wolfsburgern im zweiten Quartal im Inland ein sagenhaftes Absatzplus von 37 Prozent.
Wegen des mageren Exportgeschäfts musste aber auch VW einen rückläufigen Konzernumsatz und einen Gewinnrückgang um mehr als die Hälfte verkraften. 2010 hält zudem enorme Herausforderungen bereit: Der Autoabsatz im Inland dürfte nach dem Abwrackboom in diesem Jahr um rund eine Million Fahrzeuge einbrechen - und bei Volkswagen riesige Löcher reißen.
Ende der Krise nicht in Sicht
In fast noch trüberer Verfassung als die Autokonzerne präsentiert sich die Chemiebranche. Weltmarktführer BASF sieht nach einem Einbruch der Quartalszahlen zwar mittlerweile die Talsohle erreicht. Von einem echten Aufschwung mag in Ludwigshafen aber niemand reden.
Ähnlich schätzen auch die Lufthansa-Manager die nähere Zukunft ein. Ein schnelles Ende der Luftfahrtkrise sei nicht in Sicht, der Vorstand bereitete in dieser Woche bereits „drastischen Maßnahmen” den Weg.
Damit ist das Stichwort gefallen, welches vermutlich einen Großteil der deutschen Konzernelite bald beschäftigen dürfte. Zwar ist allerorten vom Ende der Krise die Rede. Für die exportstarke deutsche Industrie ist damit aber die alles entscheidende Frage noch nicht beantwortet: Wird der Aufschwung der Weltwirtschaft ebenso schnell kommen und ebenso kräftig ausfallen wie der Einbruch im letzten Herbst? Oder wird der Aufstieg aus dem Tal zäh und langwierig, wie es die Konjunkturforscher prophezeien? Denn trifft diese Einschätzung zu, dann steht auch den Konzernen eine Zeit des echten Missvergnügens erst noch bevor.
Fasst die globale Wirtschaft nicht schnell wieder Tritt, dann werden Konzerne umgebaut, gestrafft und nach Auslaufen der Kurzarbeit vermutlich auch tausende Mitarbeiter entlassen. Davon mag zwar derzeit noch kaum einer öffentlich reden – aber so vergleichsweise glimpflich wie bislang wird die Krise an den deutschen Konzernen kaum vorüberziehen.
14:30
Irendwie freut es mich...alle Unternehmen stellen immer weniger Menschen ein.......entlassen ......und wenn jetzt nichts von unseren Steuergeldern in genau diese Unternehmen gehen würde.....tja dann könnte man sehen was bleibt.....genau DIE die wirtschaftlich und Mitarbeiterfreundlich geblieben sind. Ihre Steuern zahlen und mit Kopf ihr Unternehemen geführt haben. Leider bleibt das ein Traum......denn unsere Regierung sind die größten Schmarotzer.
14:01
und die Manager streichen fette Boni ein!!!
Jawohl, weiterso Deutschland.....