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Die Gefühle sind echt

15.11.2009 | 19:20 Uhr

Gedanken zur Trauer um Robert Enke

Vor einer Woche haben die meisten Deutschen nichts von Robert Enke gewusst. Ein Torwart in Hannover, ein paar Länderspiele... Und unvermittelt wird der Freitod eines 32-Jährigen zum Auslöser der größten Trauerfeier...

Es gibt Menschen, die nervt der Medienrummel, die Inszenierung der Gefühle, das Schaulaufen der Prominenten. In einem Punkt liegen sie völlig daneben: Denn die Tränen im Stadion und vor den Fernsehern sind echt. Das Mitgefühl mit der Witwe, die so mutig und stark mit ihrem Schmerz an die Öffentlichkeit ging, kommt aus tiefsten Herzen und ist ehrlich.

Jeden Tag gehen in Deutschland 25 Menschen in den Tod. Wer trauert da mit den Hinterbliebenen? Wie die kollektive Trauer um Diana im August 1997, so lässt sich auch das Ausmaß der Betroffenheit nach dem Tod von Robert Enke letztlich nicht erklären, nicht berechnen.

In einer Welt, geprägt von Konsum und Egoismus, brauchen Menschen offenbar Anlässe, Gefühle zu zeigen. Die Frage ist doch nicht: „Warum diesmal?” Die Frage ist doch: Warum nicht viel häufiger?

Peter Toussaint

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Kommentare
17.11.2009
20:39
Die Gefühle sind echt
von derwisch51 | #1

Enke war einer von ca. 3 Millionen Depressiven. Kaum einer kümmert sich aber um die anderen 2999999 Schicksale. Er aber war berühmt. Warum wurde/wird um seinen Suizid so ein Aufsehen gemacht? Kann es sein das die Presse/Medien auf einmal Gewissensbisse bekommt? Gerade die Blödzeitung, aber auch der Rest das Boulevardpresse, hat es sich zum Ziel gemacht, Sportler die nicht jeden Tag ihre volle Leistung bringen, mit „Versager, Krücke, Gurken, Hampelmännern“ oder sonst etwas zu bezeichnen. Ist das Menschlich und fair? Auf einmal zeigen sie Herz für die Schwächeren? Das macht mich mehr als misstrauisch!!!
Enke, oder sein Arzt, hatten es in der Hand. Enke hat es abgelehnt sich in eine Klinik einzuweisen zu lassen und sein Arzt hatte es nicht für nötig befunden ihn zwangseinzuweisen. Durch diese Fehlentscheidung wurde das Leben des Lokführers zerstört. Dafür habe ich keinerlei Verständnis. Zu Enke´s Trauerfeier erschienen um ein vielfaches mehr Menschen als zu einer Beerdigung eines Friedensnobelpreisträgers. Muss ich das verstehen? Bei weitem nicht.
Enke´s Frau tut mir endlos leid, nachdem was sie alles ertragen musste und noch ertragen wird. Aber der Lockführer ist der Looser. Er hat keine Lobby und in wenigen Tagen ist es jedem egal was aus ihm wird. Wenn er sich einmal das Leben nehmen sollte wird keine Krähe nach ihm schreien.

Glaubt es mir!

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