Die Eckpunkte für das Konzept zur Opel-Rettung
01.06.2009 | 18:51 Uhr 2009-06-01T18:51:00+0200
Berlin. Es ist so umfangreich wie für den Laien undurchschaubar. Das Rettungskonzept für Opel wird in den nächsten Monaten noch häufig für Gesprächsstoff sorgen. Ein Überblick, wem das Unternehmen gehört, wer das alles bezahlt, wer letztlich haftet und wie viele Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben
Wem gehört Opel künftig?
Wenn die Verhandlungen gut ausgehen, dann halten Magna 20 %, General Motors und die russische Sberbank je 35 % und die Opel-Mitarbeiter/und oder -Händler 10 % an Opel. Sberbank-Chef German Gref ist ein Vertrauter des russischen Regierungschefs Wladimir Putin. Magna, ein kanadisch-österreichischer Automobilzulieferer, der zuletzt einen Jahresumsatz von 2,7 Milliarden Euro machte, will mit dem russischen Autobauer GAZ vor allem den osteuropäischen Markt erschließen.
Was haben die Investoren vereinbart?
Magna und die amerikanische Opel-Mutter General Motors (GM) haben auf drei knappen Seiten festgeschrieben, wer was darf - und was nicht. Etwa, wie viel Lizenzgebühren „New Opel” (Arbeitstitel) an GM zahlen muss für die Nutzung von Auto-Patenten. Etwa, dass „Opel Neu” solange keine Dividende zahlen darf, bis die staatlichen verbürgten Kredite zurückgezahlt sind. Etwa, dass der neue Opel-Konzern freien Zugang zum „geistigen Eigentum” des alten hat; mit Ausnahme einiger Spitzentechnologien. Konkret: Das US-Automodell Corvette und die Brennstoffzellen-Technologie bleiben in amerikanischer Hand. Und: Opel darf in Kanada nur eingeschränkt und in Amerika vorerst gar keine eigenen Autos verkaufen.
Was macht die Treuhandgesellschaft?
Sie soll auf den Wesenskern des Unternehmens aufpassen, den Investorenprozess beaufsichtigen und damit die spätere Restrukturierung Opels. Zwei Geschäftsführer, ein Manager aus Deutschland und einer von GM, leiten die Treuhand, unterstützt von einem Beirat, in dem zwei Amerikaner und zwei Entsandte der Bundesregierung sitzen. Damit es kein lähmendes Patt geben kann, wird ein Vorsitzender installiert. Es soll der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Frankfurt, Fred Irwin, sein.
Wer gibt wann wie viel Geld für Opel?
Wichtigster Baustein ist eine staatliche Brückenfinanzierung. Sie gilt ab sofort für genau sechs Monate und hat das Volumen von 1,5 Milliarden Euro - etwa 57 000 Euro pro Opel-Arbeitsplatz. 750 Millionen Euro kommen vom Bund, die andere Hälfte, aufgeschlüsselt nach Arbeitsplätzen, von den vier Ländern mit Opelstandorten. Das heißt: 447 Millionen aus Hessen, 150 Millionen aus NRW, 102 Millionen aus Rheinland-Pfalz und 51 Millionen aus Thüringen.
Die Banken, die das Geld geben (es sind die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau/KfW und die jeweiligen Landesbanken) haben kein Risiko. Bund und Länder garantieren dafür - also der Steuerzahler.
Wichtig: Das Geld kann nur nach nachgewiesenem Bedarf von Magna & Co. ausgegeben werden. Darüber wacht für die Bundesregierung die Wirtschaftsberatung PwC. Damit auch nach sechs Monaten noch Finanzsicherheit für Magna/Opel besteht, haben Bund und Länder bis etwa 2015 weitere Bürgschaftsgarantien in Höhe von 3 Milliarden Euro gegeben. Insgesamt also: 4,5 Milliarden Euro.
Opel hat kurzfristigen Finanzbedarf - wer deckt den?
Es geht dabei um 300 Millionen Euro, die Investor Magna bis zum heutigen Dienstag eigenverantwortlich aufbringt. Dabei hilft wohl der künftige russische Partner, die Sberbank. Die Zinsen zahlt später Opel.
Was, wenn der ganze Deal schief geht - welche Sicherheiten gibt es?
Im Falle einer Insolvenz geht alles, was Opel in Deutschland gehört, Konten, Material, Autos, Immobilien etc. an den Staat.
Wie viele Arbeitsplätze kostet das ganze Geschäft?
Exakte Zahlen gibt es nicht. Magna will von rund 26 000 Opel/GM-Mitarbeitern in Deutschland zur Zeit 2600 streichen - rund 1800 davon in Bochum. In den anderen europäischen Werken sollen insgesamt 8500 Jobs wegfallen. NRZ
21:27
PS: die 7000 Mill.€ an GM sind Lizenzgebühren für die Patente die GM Opel zur Verfügung stellt, 300 Mill. Bares und weiteres.
20:57
Soweit ich das richtig verstanden habe
Magna erhält sofort 1500 Millionen € Staatshilfe
Danach nochmal 3000 Millionen Bürgschaft vom Staat.
Macht zusammen 4 500 Millionen € vom Staat.
An GM ist bis zum Jahr 2018 von NEW OPEL
noch min. 7000 Millionen € zuzahlen.
Das heißt Magna hat 11 500 000 000 € Verbindlichkeiten durch Opel.
Bei 17500 verbleibenden Arbeitsplätzen sind das
sage und schreibe 657 000 € pro Arbeitsplatz bis zum Jahr 2018.
Also muß jeder Arbeiter in 10 Jahren ca. 650 000 € plus sein Gehalt erwirtschaften damit eine schwarze NULL bei der ganzen Geschichte rauskommt.
Oder habe ich mich verrechnet ?