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Die Diva Minnelli und der Krimiheld

04.06.2009 | 12:41 Uhr

Essen. Die Diva und der deutsche Krimiheld – sie mögen einander: Liza Minnelli und Fritz Wepper sind seit "Cabaret"-Tagen befreundet. Arte begleitet sie bei einem Bummel durch New York.

Es ist eine Verbindung, von der kaum jemand weiß, und es ist eine Zuneigung, die schon seit 38 Jahren unvermindert anhält. Nein, Fritz Wepper und Liza Minnelli sind kein Liebespaar, aber Freunde, dicke Freunde, seit sie 1971 gemeinsam für die weltweit erfolgreiche Musical-Verfilmung „Cabaret” vor der Kamera standen. Die Diva und der deutsche Krimiheld – sie mögen einander.

Immer wieder mal haben sie sich in all den Jahren getroffen, jetzt erstmals in New York, in Liza Minellis Wahlheimat. Für die preisgekrönte Arte/ZDF-Reihe „Durch die Nacht mit...” ließen sie sich gemeinsam von der Kamera begleiten. Um 23.30 Uhr ist der Film heute bei Arte zu sehen.

Für beide bedeutete „Cabaret” damals der Durchbruch. „Es war eine wunderbare Erfahrung, mit Fritz zu arbeiten”, sagte Liza Minelli vor vier Jahren bei einem Gespräch in Reinhold Beckmanns ARD-Talkrunde. „Er ist einfach ein toller Schauspieler – und ein toller Freund.”

Bei der Oscar-Verleihung nicht dabei

Wepper spielte damals mit Schnurrbart und feinem Seitenscheitel einen Freund von Hauptdarsteller Michael York, Liza Minnelli gab die Tingeltangel-Fee Sally Bowles. Acht Oscars gewann der in Deutschland gedrehte Film, einer ging an Liza Minnelli.

Bis heute ärgert sich Wepper darüber, dass er trotz Einladung nicht zur Oscar-Verleihung reisen durfte. Er musste für Dreharbeiten zur ZDF-Krimiserie „Der Kommissar” in Deutschland bleiben. Damals spielte er schon Harry Klein, den ewigen Assistenten. Die Rolle sollte er später zu „Derrick” mitnehmen. Und es waren die vertraglichen Verpflichtungen in Deutschland, die ihn daran hinderten, weitere Angebote aus Hollywood anzunehmen.

Wenn Liza Minnelli in Deutschland auftritt, sitzt Fritz Wepper oft im Publikum. „Ich schaue immer von der Bühne, bis ich Fritz entdecke”, sagt sie. Und die Songs aus „Cabaret”, die singe sie dann für ihn.

Jetzt, beim Treffen in New York für den Arte-Film, fielen sich die beiden freudestrahlend in die Arme, als Wepper Minnelli beim Tanztraining abholte. Die Kamera folgt ihnen beim Spaziergang zum Times Square. Von allen Seitens strömen Fans heran, rufen „Liza, Liza!”, zur Sicherheit gesellt sich Polizei dazu. Es geht zu einem Kunstsammler, mit dem sie über Andy Warhol sprechen und in ein kleines Restaurant – und es sind immer beide, die im Blickpunkt stehen.

Durch die Nacht also mit Minnelli und Wepper. So wie es das Prinzip der ambitionierten Reihe ist, für die auch schon Gespanne wie Christoph Schlingensief und Michel Friedman oder Klaus Maria Brandauer und Campino unterwegs waren.

Karlheinz Burandt

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