Die Blogger und das liebe Geld
30.01.2009 | 13:22 Uhr 2009-01-30T13:22:00+0100Essen. Blogger sind Überzeugungstäter. Reich werden sie in der Regel nicht. Viele Autoren haben mittlerweile aber nichts mehr dagegen, aus ihren Onlinetagebüchern Kapital zu schlagen.
Blogger sind Überzeugungstäter. Wer im Internet seine Meinung kundtut und Teile seines eigenen Lebens öffentlich macht, will unterhalten, informieren, bestenfalls etwas bewegen. Aber reich werden sicher nicht. Dies passt nicht zum Image der digitalen Boheme. Bislang zumindest. Denn es ändert sich etwas in der Bloggerszene. Immer mehr Menschen verdienen mit ihren Onlinetagebüchern mittlerweile etwas nebenbei. Einige leben sogar davon.
In den USA ist man weiter
Während in Deutschland die Ideologie der Selbstlosigkeit langsam bröckelt, ist man in den USA weiter. In den Staaten sieht man die Sache mit dem Geld verdienen deutlich entspannter. Dort seien Unternehmen nicht nur bereit, mehr Geld für Bannerwerbung auszugeben, sagt Vladimir Simovic, freier Webdesigner und Buchautor aus Köln. „Mittlerweile werden Blogger auch von Firmen beauftragt und bezahlt.” In Deutschland fehle dagegen auf beiden Seiten noch oft der Mut für eine solche Zusammenarbeit
Zusammen mit dem Onlinemarketingexperten Christopher Meil hat Simovic das Buch „Geld 2.0” über Verdienstmöglichkeiten im Netz geschrieben. Für Meil ist klar: „Das Nebeneinander von Inhalt und Werbung, wie man es aus Zeitschriften und Zeitungen kennt, wird auch im Web selbstverständlich werden.”
Kooperation mit großen Partnern
In der Tat können Blogger aus ihrem Drang zur Öffentlichkeit auf verschiedene Weise zumindest kleines Kapital schlagen. Vor allem die so genannten „Google Adsense” haben sich auch auf weniger populären Seiten schon weit verbreitet. Klickt jemand auf die integrierten Anzeigen des Internetkonzerns, werden dem Seitenbetreiber jedes Mal ein paar Cent gutgeschrieben.
Blog ist eine Abkürzung des englischen Wortes Weblog. Weblog wiederum ist eine Kreuzung aus World Wide Web (Auf Deutsch sinngemäß: weltweites Netz) und Log für Logbuch.
Ein Blog ist ein Onlinejournal oder -tagebuch, das meistens von Privatleuten zu bestimmten Themen betrieben wird. Beim Artikel ist der Duden großzügig. Man darf der, aber auch das Blog sagen. (NRZ)
Eine weitere Möglichkeit sind Partnerprogramme, wie etwa mit dem Internetversand Amazon. An Umsätzen, die über die eigene Internetseite gemacht werden - sei es durch weiterführende Banner oder über einen direkt eingebundenen Online-Shop - wird der Anbieter prozentual beteiligt.
Der Verdienst ist jedoch in den meisten Fällen gering: Kaum mehr als 50 Euro erzielen die meisten Blogger in Deutschland mit derlei Aktivitäten. Dies ergab eine Umfrage von Robert Basic, selbst einer der bekanntesten deutschen Blogger, unter 136 Kollegen. Er selbst gab beeindruckende 9900 Euro Umsatz an. Und das soll nicht der Höchstverdienst sein. Laut Basic gebe es Blogs, „die im Monat mehr als das Doppelte umsetzen”. Erfolg versprechend seien vor allem reine Fachblogs. Aber wohl auch nicht alle.
Denn einen solchen bietet Claudia Schmidt aus Hamburg mit „foolforfood” seit mehr als drei Jahren an. Mittlerweile professionell vermarktet, hat sie rund um Rezepte und Kochen alles Erdenkliche bis hin zur Bannerwerbung namhafter Firmen in ihren Blog integriert. Vom Erlös kann sie allerdings „gerade mal einmal im Monat Essen gehen”. Enttäuscht ist Schmidt deshalb aber nicht. Sie habe Spaß an ihrer Seite. Dass sie durch die Werbung ihre Blogger-Seele verkaufe, hält sie für Unsinn. „Ich habe ja auch Kosten. Da ist es doch legitim, diese zu refinanzieren.”
Regelmäßige Einträge und eine klare Zielgruppe
Den Trend zu mehr Pragmatismus in der Szene erkennen auch die Kölner Blogger und Buchautoren Simovic und Meil. Aber: „Man braucht Geduld und muss am Ball bleiben”, meint Vladimir Simovic. Eine regelmäßige Aktualisierung des Webblog und eine klare Zielgruppe sind neben der gebotenen Qualität demnach wichtige Voraussetzungen für hohe Besucherzahlen und eventuellen Werbeerfolg.
Thematisch sei praktisch alles möglich: „Das kann Britney Spears sein oder der letzte byzantinische Kaiser.” Man sollte aber nach ersten Erfolgen „nicht in Euphorie verfallen und alles mit Werbung zupflastern”, warnt Christopher Meil. Von nervenden Pop-Up-Fenstern rät er ab. Aber auch die Neigung, Anzeigen anzuklicken, lässt nach, je mehr Stammbesucher eine Seite verzeichnet. Für diese biete sich das Sponsoring an: „Dabei geht es einem Unternehmen nicht darum, etwas zu verkaufen, sondern ein gewisses Image aufzubauen.” Die Sympathiewerte der Seite sollen sich auf den Sponsoren übertragen.
Den ultimativen Weg, seine Netzaktivitäten in Bares zu verwandeln, beschritt Szenestar Robert Basic. Er bot jüngst seinen erfolgreichen Blog „Basicthinking” komplett zum Kauf an – bei Ebay. Basic ist davon überzeugt, dass die Marke des meist zitierten deutschen Onlinetagebuchs auch ohne ihn als Autoren funktionieren wird. Ein Kölner Anbieter von Computerservern glaubt das wohl auch: Für knapp 47 000 Euro hat er zwar nicht Basics Seele, aber doch alle Rechte an dessen Blog ersteigert. (NRZ)
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13:08
Nun ja. Wenn man sein Hobby erfolgreich vermarketingt, oder so, dann reicht es immerhin noch zur Chefredaktion bei einem dynamischen neuen Portal. Vermutlich nicht exorbitant schlecht bezahlt - also lohnt sich das Bloggen schon. Man muss ja nicht alles lesen, was so getippt wird.
00:39
Fein rausgewörkt:
Elendige Kocherei Tüddelei bedarf keines Blogs, null BeLichterung und muß nicht beLafert werden.
Erst wenn alle Opel und Chrimler still liegen, alle auffem Globus das spachteln können, was eh da ist,erst dann sollten Siinlosigkeiten gehandelt werden.
Uuups, vergessen hab ich eins: Massentaugliche
Zeitungsbeiträge sind ja dazu da, um Hab und Gut einer Clique zu mehren.