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Der Alptraum der Familie S.

29.11.2009 | 23:31 Uhr

Am Samstag überfielen die Ausbrecher ein Ehepaar in Essen. Die Nachbarn bemerkten nichts

Essen. An der Tür des Hauses in Essen-Werden hängt ein Schild mit einem Vögelchen und dem Schriftzug „Welcome”. Die Einladung war sicherlich so nicht gemeint. Eher wird es der 530er BMW-Diesel in der Einfahrt des Grundstücks gewesen sein, der die beiden Ausbrecher dazu gebracht hat, ausgerechnet das Ehepaar S. zu überfallen.

Für die 53-Jährige und ihren 56-jährigen Mann begann das, was am Wochenende viele Bewohner der Region mal mehr, mal weniger ernsthaft befürchtet haben, um 8 Uhr früh. Laut Polizei drangen Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski in die Wohnung ein, bedrohten die beiden mit Schusswaffen und forderten sie auf, ruhig zu bleiben und nicht die Polizei zu rufen. Anschließend quartierten sie sich in dem schicken Altbau ein. „Sie aßen und tranken, guckten Fernsehen, duschten, zogen sich um und einer der beiden schließ ein paar Stunden”, teilte die Polizei gestern mit.

Erst als es dämmerte wagten sich die Gewalttäter wieder aus dem Haus. Gegen 17.30 Uhr ließen sie sich von dem Ehepaar in deren BMW nach Mülheim fahren, setzten die beiden etwa eine Stunde später aus und flüchteten.

Gestern waren die vorübergehenden Opfer nicht zu Hause, die Rollläden runtergefahren. Ein befreundetes Paar kommt mit Fahrrädern vorbei, hält vor dem Haus. „Wir wollten nur fragen, ob wir irgendwie helfen können. Nein, wir wissen nicht, wo die beiden sind. Und wenn, würden wir es auch nicht verraten.”

Niemand in der Nachbarschaft hat auch nur ein Detail mitbekommen. Das ältere Ehepaar, das im Dachgeschoss wohnt, hat Fernsehen gesehen und nichts gehört. „Erst unsere Schwiegertochter hat uns heute Morgen alles erzählt. Und in der mittleren Etage direkt über der Wohnung der Eheleute S. wird renoviert, da wohnt niemand.”

Der Nachbar links fasst zusammen, was viele in der Straße denken. „Schon ein mulmiges Gefühl, dass die hier unterwegs waren. Warum sie die Nachbarn und nicht einen von uns genommen haben, hängt sicherlich mit dem schwarzen BMW in der Einfahrt zusammen. Das war wohl das richtige Auto, nachdem sie vorher mit dem kleinen Ford liegen geblieben sind. ”

Matthias Maruhn, Thomas Rünker

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