China macht dicht
03.06.2009 | 16:08 Uhr 2009-06-03T16:08:00+0200
Zensur deutlich verschärft. Internet betroffen.
Im Vorfeld des heutigen Jahrestages der Niederschlagung der Demokratiebewegung haben die chinesischen Behörden die Zensur deutlich verschärft. Um Diskussionen über das Vorgehen der Armee vor 20 Jahren zu unterbinden, wurden tausende von Internetforen und Blogs gesperrt. Der Twitter-Dienst war ebenso betroffen wie das Foto-Portal „Flickr“. Der Videodienst „YouTube“ ist schon seit März gesperrt. Webseiten von Hongkonger Medien waren ebenfalls nicht mehr zugänglich. In einigen Teilen Pekings und Shanghais wurden Fernsehbilder über die Ereignisse vom 3. und 4. Juni '89 geschwärzt, die bei BBC und bei CNN liefen.
Die Zensur zu den Ereignissen auf dem Platz des Himmlischen Friedens ist schon unter normalen Bedingungen streng. In den staatlich kontrollierten Medien ist das Thema seit Jahren tabu. Auch Recherchen im chinesischen Internet laufen meist ins Leere. In Blogs und Foren wurde aber bislang durchaus diskutiert – allerdings ohne das Datum 4. Juni direkt zu erwähnen. Diese Debatten wurden jetzt unterbunden.
Die Behörden gingen auch gegen Dissidenten vor. Die ehemalige Professorin Ding Zilin, deren Sohn vor 20 Jahren von Soldaten erschossen wurde, steht nach eigenen Angaben unter Hausarrest. Sie und ihr Mann seien am Verlassen ihrer Wohnung gehindert worden, sagte Ding telefonisch. Ursprünglich hatte sie geplant, gestern Abend an dem Ort, wo ihr Sohn am 3. Juni '89 starb, Blumen niederzulegen. Die 72-Jährige ist die Gründerin der Sammelbewegung „Mütter vom Tiananmen-Platz“, die eine unabhängige Untersuchung der Ereignisse vor 20 Jahren fordert. Bereits Anfang der Woche wurde der Reformer Bao Tong, der sich vor 20 Jahren in der Kommunistischen Partei für die Studenten eingesetzt hatte, von der Sicherheitspolizei in seine Heimatprovinz gebracht.
Auch documenta-Künstler Ali Weiwei geschlossen
Betroffen von den Zensurmassnahmen sind auch die Blogs zahlreicher Regimekritiker, darunter der Blog des documenta-Künstlers Ai Weiwei. „Mein Blog ist geschlossen“, berichtete Ai auf Anfrage. Chinas bekanntester Künstler hat sich zwar bislang nicht direkt zum 4. Juni geäußert – er lebte '89 in den USA –, doch hat er wiederholt eine Aufarbeitung von Chinas jüngerer Geschichte angemahnt.
Am 3. und 4. Juni 1989 gingen die chinesischen Truppen mit Panzern und scharfer Munition gegen die demonstrierenden Studenten vor. Hunderte, wenn nicht tausende von Menschen wurden getötet. Bis heute liegen keine genauen Zahlen vor. NRZ
22:05
Also so unbekannt ist das doch gar nicht, daß das Seiten im Netz zensiert werden: Wenn ich mir bspw. Videos von Horst Mahler auf youtube ansehen will, oder aber bei Google zu diversen Themen / Personen, wie bspw. Ernst Zündel, Informationen suche, dann ist das ebenso gesperrt, d.h. ZENSIERT! [Bei google heißt es dann eben, das gewisse Seiten aus rechtlichen Gründen nicht angezeigt werden können...]
Also: Erst mal vor der eigenen Türe kehren!