Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein schmeißt hin
09.06.2009 | 09:06 Uhr 2009-06-09T09:06:00+0200Essen. Die Auseinandersetzungen in der Ärzteschaft haben eine neue Eskalationsstufe erreicht: KV-Chef Leonhard Hansen und sein Stellvertreter Klaus Enderer haben ihre Kündigung erklärt. Hansen begründet das mit einer Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses und einer "Talibanisierung der Ärzteschaft".
Leonhard Hansen ist alles andere als ein Heißsporn. Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) gilt als ruhiger, geduldiger Moderator im Gesundheitswesen. Jetzt ist sein Geduldsfaden gerissen: Am vergangenen Freitag erklärten er und sein Stellvertreter Klaus Enderer bei der Vertreterversammlung der KVNO die fristgemäße Kündigung ihrer Verträge.
Hansen begründet diesen drastischen Schritt mit ebenso drastischen Worten: „Das Vertrauensverhältnis zwischen Vorstand und einer Mehrheit der Vertreterversammlung ist zerrüttet”. Diese Zerrüttung liege in der Verantwortung einzelner Mitglieder der Vertreterversammlung, die „egoistische und fundamentalistische” Interessen verfolgten. Hansen beklagte eine „Talibanisierung” von Teilen der Ärzteschaft.
Folgen eines Dauerclinch
Hintergrund sind die Querelen um die Honorarreform und die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Speziell mit dem Hausärzteverband Nordrhein liegt die KVNO in einem Dauerclinch. Der Verband will für seine Mitglieder höhere Honorare erstreiten und dazu eigene Verträge mit den Krankenkassen abschließen. Einen schon bestehenden speziellen Hausarztvertrag hatte der Verband einseitig aufgekündigt. Hansen hatte die Funktionäre deswegen „machtpolitischer Gelüste” bezichtigt und ihnen „Maß- und Grenzenlosigkeit” vorgeworfen.
Wilfried Jacobs, der Vorstandvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, bedauert den Schritt Hansens. Falls der KV-Chef seine Entscheidung nicht zurücknehme, wäre dies „einer der größten vertragspolitischen Verluste” für die nordrheinischen Ärzte, sagte Jacobs der NRZ. Gerade jetzt bräuchten die Ärzte „auf der Brücke einen Menschen, der verbindet, keinen Scharfmacher”. Hansen, so Jacobs weiter, habe „wohl die Nase voll von Dauernörglern, die nichts tun, aber alles torpedieren”.
10:41
Schon mal gut, dass der Blödmann Hansen weg ist, jetzt muß noch der gesamte, überflüssige Saftladen KV weg !!
08:10
@22 j.jessen,
wenn es denn stimmt. Danke
07:55
@dasKollektiv&kuba4711
Der Streit um die ECard war der konkrete Anlass(Querelen .... um die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte), tatsächlich aber nur der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Nur wegen dieser Angelegenheit hätten Hansen und Enderer aber nicht gekündigt - da haben die Honorarstreitigkeiten einiges mehr auf die Waage gebracht
07:36
und Jan Jessen, wats nu?
06:33
Hansen beklagte eine „Talibanisierung” von Teilen der Ärzteschaft. - Es gibt leider auch andere Berufsgruppen mit diesem Symptom.
02:27
Der ganze Saftladen KV muß geschlossen werden.
00:05
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23:59
Hier leist sich das aber Anders:
http://www.heise.de/newsticker/Elektronische-Gesundheitskarte-Ruecktritte-in-der-Rollout-Region--/meldung/140082
23:38
Vorsicht, Herr Jessen, nicht dass Sie eine Gegendarstellung drucken müssen ;-), wegen der Talibanisierung.
Herr Enderer hatte der Rheinischen Post mal eine verpasst, weil der Redakteur Sportpalast-Atmosphäre gehört und geschrieben hatte, was Enderer dann doch nicht gesagt haben wollte. Bewahren Sie also Ihre Notizzettel und sonstigen Unterlagen besser auf ;-)
23:37
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