Betriebskindergärten sind in NRW die Ausnahme
11.05.2009 | 10:15 Uhr 2009-05-11T10:15:00+0200
Essen. NRW könnte mit innovativer Familienpolitik glänzen. Doch das größte Bundesland steht nicht gut da. Noch nicht mal ein Prozent der Kindergartenkinder wird in betrieblichen Einrichtungen gefördert. Welche Rolle könnten Betriebskindergärten spielen?
Keine einfache Sache: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Politiker reden viel darüber, Parteiprogramme fordern es - aber was hilft es, wenn in Unternehmen keine gleichartigen Ziele gesetzt und passgenaue Konzepte ausgetüftelt werden? Oft haben Mütter das Nachsehen. Und die Kinder.
Betriebskindergärten – ein Gewinn für alle?
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Als die nordrhein-westfälische Zukunftskommission, von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers berufen, 16 Jahre vorausschauend das Jahr 2025 ins Visier nahm, warf eine Arbeitsgruppe einen besonderen Blick auf die Familien. Familienfreundliche Politik soll das Land wie ein golden glänzendes Prüfsiegel tragen, fanden die Experten. Eine Idee lautete, NRW solle binnen fünf Jahren „die größte Dichte an Betriebskindergärten aller Bundesländer” schaffen.
Das größte Bundesland steht nicht gut da. Noch nicht mal ein Prozent der Kindergartenkinder wird in betrieblichen Einrichtungen gefördert. Nach Angaben des NRW-Familienministeriums ist die Zahl der Betriebskindergärten von 76 (2007) auf 59 im letzten Jahr gesunken. Zugleich ist die Frauenerwerbstätigkeit deutlich unterdurchschnittlich; NRW liegt im Bundesvergleich auf dem drittletzten Platz, gefolgt nur noch von Bremen und dem Saarland.
„Was immer getan werden kann, um Familien in dieser (ihrer) Verantwortung zu stärken, muss getan werden”, folgert die Zukunftskommission. Welchen Beitrag können Politik und Wirtschaft gemeinsam leisten?
Düsseldorfs Familienpolitik
Die Antworten sind vielschichtig. „Die hohe Pendlerquote in NRW”, so ein Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, „hält viele Eltern davon ab, ihre Kinder mit in die Firma zu nehmen.” Eine Stunde im Zug oder noch länger im Stau - für Zweijährige täglich kaum zumutbar. Aber die SPD findet auch, dass die Landesregierung widersprüchliche Signale setzt: So habe der Innenminister dem Düsseldorfer Polizeipräsidium mitgeteilt, ein Betriebskindergarten sei nicht im Sinne einer ordentlichen Ausgabenpolitik; private Initiativen schafften das günstiger als behördeneigene Einrichtungen. Und wenn ein Ministerium schon sagt, Betriebskindergärten seien zu teuer - warum soll ein Unternehmer dann anders argumentieren...?
Andererseits setzt gerade Düsseldorf auf Familienpolitik. Sie lockt bewusst mit Beitragsfreiheit für Unter-Dreijährige, und davon machen auch gern Auswärtige Gebrauch. Von 500 Pendler-Eltern, die ihre Kleinen mit in die Arbeitsstadt nehmen, weiß Jugendamtsleiter Johannes Horn. Davon werden 85 Prozent in Betriebskindergärten untergebracht. Horn: „Wir haben jetzt 450 Betriebsplätze - Ziel sind 800.” Solche Angebote würden „zunehmend interessanter für große Firmen”. Dazu zählen vermehrt Kombinationen von öffentlichen und betrieblichen Kindergartengruppen. Das Zukunfts-Thema wird gepflegt an einem „Familientisch”, an dem zuletzt 70 Firmen teilnahmen.
In Düsseldorf spielen die Provinzial, Henkel, der Flughafen, eine Krankenkasse, Handelskonzerne und die Stadt selbst mit. Als „Metro-Sternchen” werden inzwischen zwei Betriebskindergärten vom Roten Kreuz betrieben, einer bilingual. „Nichts motiviert mehr, als wenn unsere Angestellten wissen, dass es ihren Kindern gut geht”, sagte Metro-Vorstand Mierdorf. Aber das DRK, das sich in diesem Bereich engagiert, weiß auch, dass die Kosten für manche Firma problematisch ist. Das Uniklinikum machte eine andere Rechnung auf: Ohne ein Angebot in der Kinderbetreuung würden keine qualifizierte Ärztinnen mehr kommen. Auch über Service für Mamas Nachtdienst macht man sich Gedanken.
Alles für die Eltern
Jugendamtschef Horn registriert aber auch „einen Trend, Kinder im Wohnort zu lassen”. Hier setzt ein Konzept der Arbeiterwohlfahrt in Bielefeld an: Sie koordiniert bundesweit einen einzigartigen „Elternservice”. Erwin Tälkers: „Wir schließen Verträge mit Partnerunternehmen und regeln für die Mitarbeiter alles, was für sie wichtig ist.” Das kann die reguläre Unterbringung eines Kleinkindes in einer Kita sein, aber auch die Tagesbetreuung, wenn die Kita unvorhersehbar geschlossen ist oder eine Dienstreise ansteht. Auch Lösungen für ältere Schüler sind gefragt. Die Awo regelt über ihr Projekt sogar Hilfe für pflegebedürftige Eltern. Tälkers: „Wir haben eine 24-Stunden-Hotline. Wir Wir nutzen dabei die große Infrastruktur der Awo, stehen aber aber auch mit anderen Trägern im engen Kontakt.”
Solche Flexibilität hat Zukunft.
15:59
Nein, das ist nicht richtig. Auch Tagesmütter benötigen diese Rechtlichen Grundlagen und müssen gemeldet werden und unterstehen ebenso der Kontrolle wie eine angestellte Erzieherin. Mal abgesehen davon das es kaum noch Tagemütter gibt, da der Lohn einfach zu niedrig ist. Und fast schon einem Lohn Dumping gleich kommt.
11:55
NichtGewünscht so ist es wenn du das Schild Kindergarten raushängen willst. Bei Tagesmüttern sind die Anforderungen deutlich niedriger.
Und dann muss das Amt sich überlegen ob es gegen 1 oder 2 Tagesmütter vorgehen will, die sich regelmäßig in eurem Unternehmen treffen.
Die Qualitätskontrolle bei 6 Kindern werdet ihr schon selber schaffen da muss der Amtsschimmel nicht wiehern.
11:48
Weil dieses im Gesetz so vorgeschrieben ist, Kinderbetreuung angemeldet und genehmigt werden muß. Sprich Führungszeugnis, Schufa und so weiter. Ebenfalls müssen die Räume in denen Kinder betreut werden vom Jugendamt abgenommen werden. Das finde ich auch gut so. Ist ja schon genug passiert. Für Betriebskindergärten ist niemand so richtig zuständig. Wir bekamen die Aussage da müssen wir uns erst mal selbst informieren und rufen sie zurück. Nach einem Monat haben wir immer noch keine Rückmeldung. Erneut nachgefragt bekomen wir dann wieder die Info man müsse sich erst mal informieren, wir sollten mal beim Landesjugendamt anrufen. Auch die kannten sich nicht aus und waren dann angeblich auch nicht zuständig. Nachdem wir über 3 Monate versucht haben dieses auf die Beine zu stellen, haben wir dann das Projekt Betriebskindergarten gecancelt.
11:03
NichtGewünscht erläutere mal kurz warum ihr das Schild Kindergarten haben wolltet ? Warum geht es nicht ohne ?
10:32
Super Bericht. Wir wollten einen Betriebskindergarten für bis zu 6 Kinder auf die Beine stellen. Aber dieses wurde bewusst vom Jungendamt Gelsenkirchen boykotiert. Uns wurde auch mitgeteilt das es an sich nicht gewünscht ist, da wir nicht die Forderungen nach dem KIBIZ erfüllten könnten. Und die Stadt ja selber genug Kindergärten hat. Und wurde dann eine der Stadt nach gute Alterntive genannt. Die Mütter könnten ja die Kinder mit zur Arbeit bringen und wir sollten dann einen Fahrservice zum nächsten Kindergarten einführen. Wir sollten also die Kinder zum nächsten Kindergarten bringen und hinterher wieder abholen. Obwohl wir 2 Räume für die Kinder hätten zur Verfügung gehabt, so wie einen riesigen Garten mit Schaukeln, Rutsche und Sandkasten. So wie eine Erzieherin mit sehr guter Fachlicher Qualifikation. So viel zum Thema Betriebkindergärten.