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500 Euro Hartz IV für Kinder gefordert

21.10.2009 | 18:33 Uhr

Minister und Verbände wollen Nachbesserungen

Auf breiter Front fordern die Sozial- und Arbeitsminister der Bundesländer eine Neuberechnung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder. Der in NRW für Soziales zuständige Minister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte: „Die Kinderregelsätze habe ich schon sehr früh sehr kritisch beurteilt. Meiner Meinung nach kann man den Bedarf von Kindern nicht an Erwachsenen ableiten.”

Man werde dafür sorgen müssen, dass auch Kinder aus Familien, die Hartz IV beziehen, das Angebot der Ganztagsbetreuung in NRW nutzen können, so Laumann weiter. Das gelte für das Mittagessen in Schulen wie für Angebote der Kindergärten. Und: „Das kann entweder über Geldleistung als auch über Sachleistung sichergestellt werden. Ich bin sehr dafür, dass in unserem Land eine Debatte über den Bedarf von Kindern eintritt.”

Auch bei der SPD gibt es eine eindeutige Position: „Die Regelsätze müssen sich am tatsächlichen Bedarf und nicht an irgendeinem Prozentsatz für Erwachsene orientieren. Das haben wir schon 2007 gefordert”, betont die Vize-Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Britta Altenkamp. Gunder Heimlich, Vorsitzender des Bezirksverbands Niederrhein der Arbeiterwohlfahrt, forderte im NRZ-Gespräch einen Grundbetrag für alle Kinder von 500 Euro. „280 Euro davon für die Grundversorgung und 220 Euro für die Teilnahme an Kultur und Bildung. Ich sehe aber nicht, dass die Politik sich hier bewegt. Sie versagt in ihrer Verantwortung.”

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund äußerte sich zu den Verhandlungen des Bundesverfassungsgerichts. Kinderarmut sei „ein Skandal”, hieß es. Und daher müssten die Regelsätze bei Hartz IV angehoben werden. Kinder seien nicht einfach „kleine Erwachsene”, die mit einem willkürlichen Regelsatz abgespeist werden dürfen. Sie bräuchten Extra-Geld für Bücher, Computer, Turnschuhe und vieles mehr. „Der Bedarf für Bildung und soziale Teilhabe muss stärker berücksichtigt werden”, so Annelie Bunterbach vom DGB-Bundesvorstand.

Andreas Meiwes, Direktor des Caritasverbandes für das Bistum Essen und ab Januar 2010 Vorsitzender der „Landesarbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in NRW (LAG NW)“, bemängelte, dass nicht nur bei der Konstruktion des Gesetzes ein Fehler gemacht worden seien, sondern dass diese konsequent fortgeführt würden.

anne heidrich/manfred lachniet

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Kommentare
09.11.2009
12:54
500 Euro Hartz IV für Kinder gefordert
von Elpha | #13

@9 na ja....bei Windeln mag die Rechnung noch aufgehen, aber zum Rest: Babykost muss nicht von Alete sein; unsere Mütter haben auch noch Schmelzflocken gemacht oder Kartoffeln und Möhren selbst gekocht. Kleidung für insbesondere kleine Kinder kriegt man total günstig bei Kinderflohmärkten bspw in Gemeindehäusern; bei Kleinkindern sind die oft so gut wie neu.

Und das eigentliche Problem ist doch, dass man bei vielen Familien daran zweifeln kann, ob eine reine Erhöhung der Transferleistungen überhaupt den Kindern zugute kommt.

23.10.2009
18:23
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von gerz | #12

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23.10.2009
06:49
500 Euro Hartz IV für Kinder gefordert
von theRebel | #11

#10
Dem kann man nur beipflichten und zwar uneingeschränkt!
Gerade diese sozialen Schichten der Bevölkerung legen offensichtlich mehr Wert auf materielle Dinge, die erstmal beschafft werden müssen (TV, Handy/ Spielkonsolen etc), als sich ausreichend mal um die KInder zu kümmern. Daher halte ich nichts von einer Erhöhung der Finanzausstatung, sondern (Sach)Hilfen, die den Kindern direkt zugute kommen, kostenlose Teilnahmen an kulturellen Dingen und z.B. Frühstück/ Mittagessen in Kindergarten und Schulen.

22.10.2009
19:31
500 Euro Hartz IV für Kinder gefordert
von Krügler | #10

Ich bin alleinerziehende Mutter einer 5-jährigen Tochter und arbeite 30 Stunden die Woche.

Sämtliche Aktivitäten, sowohl für mich als auch für mein Kind bezahle ich von meinem selbst erwirtschafteten Einkommen und dem Kindergeld, was nach Abzug von Miete, Strom, Versicherungen etc. nicht die Welt ist.
Ich kaufe auch bei Aldi und bei Lidl und meine Tochter geht nicht zur Musikschule und nicht in`s Ballett.
Dafür in einen Sportverein, der nur 6,25€ im Monat kostet.

Für Urlaub, Kirmes, Phantasialand muss ich Geld zur Seite legen, d.h. an meinen eigenen Bedürfnissen auch mal sparen.
Oftmals gehen wir aber im Wald spazieren oder auf den Spielplatz, was auch für Hartz IV-Empfänger kostenlos ist!

Dass es einem Kind gut geht, hat nicht überwiegend mit Geld, Spielkonsole oder nagelneuen Anziehsachen zu tun (ich kaufe gerne auf dem Trödel), sondern mit einer qualitativ gut genutzten gemeinsamen Zeit und liebevoller Zuwendung.

Und wenn sich Hartz IV-Empfänger schon für sich selbst keine Arbeit suchen oder sich für den Arbeitsmarkt qualifizieren, dann doch vielleicht, um ihren Kindern mehr bieten zu können.

22.10.2009
16:53
500 Euro Hartz IV für Kinder gefordert
von Fan 99 | #9

Einige Kommentatoren wissen wohl nicht, wovon sie hier sprechen. Kinder, besonders kleine Kinder kosten viel Geld (Windeln, Babykost, Pflege, Kleidung usw.) und es ist eine Unverschämtheit, dass das Kindergeld bei der ARGE voll angerechnet wird. Gut, es gibt viele, die nicht arbeiten wollen und lieber vom Kindergeld leben. Aber es gibt auch genug Leute, die gehen 8 Stunden täglich arbeiten für einen Stundenlohn von 7,20 EUR. Da dies für eine 3 köpfige Familie nicht reicht, gibt es zuzätzlich Hartz IV. Aber das Kindergeld, welches ja um 10 EUR erhöht wurde, wird voll angerechnet und es gibt nicht 1 EUR mehr als für Leute, die den ganzen tag lieber faul auf der Haut liegen und von Vater Staat leben und dabei noch dicke Autos fahren. Hut ab vor den Leuten, die jeden Morgen um 4 Uhr aufstehen um Arbeiten zu gehen, auch wenn es nur für einen Hungerlohn ist. Daher finde ich es richtig, wenn Kinder mehr bekommen sollen. Aber es soll auch geprüft werden, ob es beim Kind ankommt oder in Alkohol oder andere Sachen (Comupterspiele) investiert wird. Wenn das so ist, dann sollte man doch lieber in sachleistungen investieren.

22.10.2009
16:20
500 Euro Hartz IV für Kinder gefordert
von Pullmann | #8

#5

Nicht nötig, Kleider bekommt man von karitativen Organisationen, am Flohmarkt oder auch sonst oft fast umsonst.

Regelmäßiger Besuch der Tafel spart auch einiges Geld.

Und wenn man bei Discounter einkauft und selbst kocht, statt abwechseln Döner, Pizza und Mac zu essen, ist es auch deutlich billiger.

22.10.2009
14:06
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von dingos | #7

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22.10.2009
13:54
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von Matthias.Kiesel | #6

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22.10.2009
11:52
500 Euro Hartz IV für Kinder gefordert
von Guid | #5

Endlich. Vier Kinder anschaffen und dann habe ich ausgesorgt. Die kleider werden vom Grössten zum Kleineren weitergegeben,Geschwisterkinder haben Kindergarten frei,Einschulungssachen holt man von der Gemeinde. Warum arbeiten???????

22.10.2009
11:06
500 Euro Hartz IV für Kinder gefordert
von theRebel | #4

Einen Betrag von 500 € zu fordern, ist leicht, wenn man ihn nicht aufbringen nuß. Kinder sollten viele Möglichkeiten bekommen, aber bitte in Sachleistungen, damit das Geld auch zweckgebunden verwendet wird. Davon abgesehen, kann ich hier Pullmann nur zustimmen. Man sollte nicht ganz -bei der ganzen Diskussion- den Zweck von HartzIV vergessen, Grundversorgung (!), um soziale Härten auszugleichen, nie gedacht worden ist an Lohnersatz! Mögliche Erwerbsfähige verlieren doch bei den Forderungen ganz den Anreiz, aus eigenem Antrieb wieder in den Arbeitsmarkt zu kommen.

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