TV-Kritik
Nicht mehr erträglich
18.10.2009 | 18:42 Uhr 2009-10-18T18:42:00+0200
Wie mit den Kandidaten in den neuen Folgen der RTL-Castingreihe "Das Supertalent" umgegangen wird.
Da können noch so viele Richter verkünden, dass Dieter Bohlen ein Künstler sei, und in seinen Jury-Kommentaren eine freie schöpferische Gestaltung sehen - bei den neuen Folgen zur RTL-Reihe „Das Supertalent” bewegt er sich wieder jenseits der Grenze des Erträglichen.
Natürlich weiß inzwischen jeder Zuschauer, dass es in der Sendung eben nicht nur darum geht, wirkliche „Supertalente” - wie zuletzt den Mundharmonikaspieler Michael Hirte - zu finden. Und es ist auch kein Geheimnis, dass es ein wichtiger Bestandteil des Formats ist, völlig talentfreie Kandidaten vorzuführen.
Und eigentlich sollte natürlich jeder Teilnehmer wissen, auf was er sich einlässt, wenn er sich für die Teilnahme an der Sendung bewirbt.
Doch in der Praxis sieht das ganz anders aus. Da wurden am Samstag doch wieder einige Nicht-Talente vor die Kamera gelassen, bei denen man nicht das Gefühl hatte, sie wüssten, was sie tun. Und Dieter Bohlen ließ sich nicht lumpen. Einen überdrehten 44-jährigen Turner und Tänzer kanzelte er so ab: „Als der liebe Gott damals Gehirn verteilt hat, hast du gerade Sit-ups gemacht.”
Einem 15-Jährigen, der sich Bunny-Ohren für seine dubiose Gesangsdarbietung aufgesetzt hatte, stellte er in Aussicht, bald keine Freunde mehr zu haben. Und gnadenlos fügte er hinzu: „Hier musst du mehr drauf haben als Zahnbelag oder Hüftspeck.” Da stellt sich die Frage, ob der Sender nicht auch eine Fürsorgepflicht gerade für junge Kandidaten hat. Ein einfacher Wink, besser nicht aufzutreten, hätte vielleicht gereicht.
Dass zu denen, die weiterkamen, ein „Mast-Akrobat” gehörte, der mit Abwinden musizierte, sei nur am Rande erwähnt...

10:22
Besonders peinlich fand ich das Publikum, das übertriebene (weil wahrscheinlich inszenierte) Reaktionen zeigte. Lustig war das nicht.
21:53
Sivie deine Tränen sind nicht ehrlich meiner meinung nach