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Regionalbahn prallt gegen Baukran

13.04.2012 | 11:21 Uhr
Foto: /dapd/Mario Vedder

Nahe des osthessischen Mühlheim steht der entgleiste Steuerwagen einer Regionalbahn auf der Strecke und neigt sich zur Seite. Der Zug hat einen Schienenkran bei einem Zusammenstoß in der Nacht zu Freitag 500 Meter vor sich hergeschoben, beide Fahrzeuge sind ineinander verkeilt.

Mühlheim am Main (dapd-hes). Nahe des osthessischen Mühlheim steht der entgleiste Steuerwagen einer Regionalbahn auf der Strecke und neigt sich zur Seite. Der Zug hat einen Schienenkran bei einem Zusammenstoß in der Nacht zu Freitag 500 Meter vor sich hergeschoben, beide Fahrzeuge sind ineinander verkeilt. Erst um 8.00 Uhr, sieben Stunden nach dem Unglück, können die Rettungskräfte die Leiche des Lokführers aus dem zerstörten Führerstand bergen. Ein toter Schienenarbeiter wird zwei weitere Stunden später aus dem Baukran geholt. Sein Kollege, das dritte Opfer, ist bereits in der Nacht geborgen worden.

Rund 30 Rettungskräfte sind am Freitagvormittag am Unglücksort und arbeiten schweigsam. Gelegentlich hämmert schweres Gerät. Um 1.06 Uhr in der Nacht von Donnerstag auf Freitag sei der Notruf bei der Feuerwehr in Mühlheim am Main eingegangen, berichtet Feuerwehrmann Peter Manthey. Vermutlich, hier an der Strecke weiß das niemand genau, habe einer der unverletzt gebliebenen Passagiere die 110 oder 112 gewählt.

In der Regionalbahn auf dem Weg von Frankfurt nach Wächtersbach fuhren etwa 35 Passagiere, 6 von ihnen wurden mit schweren Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. In Lebensgefahr schwebt niemand von ihnen. Sieben Menschen wurden leicht verletzt.

Das Unglück auf der zweigleisigen Strecke geschah zwischen den Stationen Mühlheim und Dietesheim. Auf dem Gleis, das die Regionalbahn befuhr, war auch der Baukran im Einsatz, die zwei Arbeiter der Deutschen Bahn sollten Schienen auswechseln. Nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei wurde einer der Männer beim Zusammenstoß aus dem Baufahrzeug herausgeschleudert. Auf der geraden Strecke zwischen einem Feld und Kleingärten war die Regionalbahn mit rund 100 Stundenkilometern unterwegs, erklärt ein Bahnexperte an der Unfallstelle.

"Es sind Kollegen von uns"

Ob der Lokführer des Passagierzugs noch bremsen konnte, ist am Freitagvormittag noch unklar. Beim Aufprall entgleiste der Steuerwagen, die Feuerwehr hat ihn abgestützt. Zur Bergung der Opfer aus den verkeilten Fahrzeugen müssen die Einsatzkräfte Schweiß- und Schneidearbeiten vornehmen. Auch Mitarbeiter der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes sind am Unglücksort. Keiner der Experten an der Strecke kennt den genauen Unfallhergang. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass die beiden Arbeiter nachts auf der Strecke in der Annahme unterwegs waren, der letzte Zug sei bereits durch.

An der Unfallstelle stehen vier Gleisarbeiter der Deutschen Bahn. Sie verfolgen äußerlich unbewegt die Bergungsaktion. "Die beiden Streckenleute sind Kollegen von uns, wir kennen sie", sagt einer der Männer knapp.

dapd

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