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Ökonomen sehen Bankenaufsicht durch die EZB skeptisch

01.07.2012 | 17:10 Uhr

Mehrere Experten lehnen die geplante Ausweitung der Aufgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. "Die EZB ist nicht der richtige Ort, um eine europäische Bankenaufsicht anzusiedeln", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands öffentlicher Banken und ehemalige Bundesbank-Vorstand, Hans Reckers, der "Welt".

Berlin (dapd). Mehrere Experten lehnen die geplante Ausweitung der Aufgaben der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. "Die EZB ist nicht der richtige Ort, um eine europäische Bankenaufsicht anzusiedeln", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands öffentlicher Banken und ehemalige Bundesbank-Vorstand, Hans Reckers, der "Welt" (Montagausgabe). Es bestehe die Gefahr, dass die Orientierung der Notenbank an der Geldwertstabilität in den Hintergrund gerate. Zwar beaufsichtigten auch andere Zentralbanken, etwa in Großbritannien, Banken, eine optimale Lösung sei das aber nie, sagte auch Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater. "Es gibt mehr Argumente gegen eine Bankenaufsicht durch die Zentralbank als dafür."

Die europäischen Staats- und Regierungschefs hatten sich bei ihrem Gipfel Ende vergangener Woche auf eine zentrale Bankenaufsicht verständigt. Es gilt als ausgemacht, dass sie bei der EZB angesiedelt wird. "Die Zentralbank sollte sich darauf konzentrieren, für Geldwertstabilität zu sorgen. Wenn man ihr zusätzliche Aufgaben aufbürdet, kann es zu Zielkonflikten kommen", warnte Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer. "Die Funktion als Notenbank und als Bankenkontrolleur passen nicht zusammen."

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