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Frauenquote

Mehr Frauen in Chefetagen? Nicht per Frauenquote!

14.11.2012 | 10:05 Uhr
Mehr Frauen in Chefetagen? Nicht per Frauenquote!
EU-Kommission hat eine Frauenquote für Aufsichtsräte beschlossen.Foto: dapd

Essen.  Frauen sind - selbstverständlich - weder dümmer noch inkompetenter noch weniger durchsetzungsfähig als Männer. Und genauso deswegen ist eine gesetzliche Frauenquote, wie die EU sie nun auf den Weg gebracht hat, der falsche Weg. Wenn die Firmen aber kein Gesetz wollen, müssen sie endlich handeln.

Erste Frage: Ist es wünschenswert, dass mehr Frauen in die Chefetagen der Unternehmen einziehen? Klare Antwort: Ja!

Frauen sind – und es ist ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, dass dies immer noch betont werden muss – weder dümmer noch inkompetenter noch weniger durchsetzungsfähig als Männer. Stattdessen stehen Frauen in Betrieben oft für eine andere Herangehensweise, für einen „anderen Blick“ auf die Dinge. Unternehmen, die auf Manager-Ebene immer noch überwiegend mit Männern besetzt sind, wären deshalb bestens beraten, mehr weibliche Mitarbeiter in wichtige Positionen zu holen.

Zweite Frage: Ist eine gesetzliche Frauenquote der richtige Weg dazu? Klare Antwort: Nein!

Der Staat - und auch die die Europäische Union, die heute eine verbindliche Frauenquote von 40 Prozent auf den Weg gebracht hat – hat sich nicht in die Personalgestaltung privater Unternehmen einzumischen. Es ist nicht Sache der Politik, einem Betrieb vorzuschreiben, welcher Mitarbeiter oder welche Mitarbeiterin welchen Job zu machen hat.

Bei der Frauenförderung sind Staat und Unternehmen gleichermaßen gefordert

Meldung
EU-Kommission beschließt Frauenquote für Aufsichtsräte 

Die EU-Kommission hat ein Gesetz verabschiedet, wonach bis zum Jahr 2020 Aufsichtsräte großer Unternehmen zu 40 Prozent mit Frauen besetzt werden...

Es ist allerdings sehr wohl Sache des Staates, die Rahmenbedingungen zu schaffen und zu verbessern, um berufstätigen Müttern einen zeitraubenden Vollzeitjob zu erleichtern. Etwa durch bessere und flexiblere Angebote für die Kinderbetreuung. Würde hier mehr geleistet, könnte man sich die Debatte über die gesetzliche Quote bald schenken.

Auf der anderen Seite sind die Unternehmen gefordert, die zusätzlichen Kompetenzen, die Frauen in einen Betrieb einbringen, besser zu erkennen und zu nutzen. Deshalb sollten vor allem – aber nicht ausschließlich – große Unternehmen sich selbst eine freiwillige Frauenquote verordnen. So wie es in der Politik die SPD und die Grünen vorgemacht haben und damit gute Erfahrungen machen. Andere Parteien, die glauben, auf eine Frauenquote für sich verzichten zu können, wie etwa die FDP, müssen langsam erkennen, dass sie die weiblichen Wähler immer mehr von ihnen abwenden.

Walter Bau

Kommentare
14.11.2012
17:08
Ohne Quotegibt es nicht so viele Frauen in den Chefetagen
von Rechtspopolist | #4

Der Grund dafür ist banal: Frauen und Männer sind von der Evolution her anders ausgestattet worden.
Weniger Muskeln, mehr Gefühl, größere Neigung zu...
Weiterlesen

2 Antworten
#4 Rechtspopolist
von taosnm | #4-1

Zunächst einmal schmücken Sie sich mit einem Nick, der dem Inhalt Ihres Kommentars voll gerecht wird. Erwiesen ist jedenfalls, dass Frauen, resp. Mädchen, bessere Schullabschlüsse und bessere Studienabschlüsse als Männer vorweisen können. Dass Frauen bessere soziale Kompetenzen haben, ist unbestritten. Muskeln spielen eigentlich keine Rolle, es sei denn, man will jemanden verhauen. Und in der Spitze weniger Intelligenz soll wohl nur ein übler Scherz sein ebenso wie ein geringeres Durchhaltvermögen. Wer Beruf und Familie erfolgreich schafft, toppt jeden Kerl, der dazu nicht in der Lage ist. Und von diesen Frauen gibt es mehr, als Ihnen lieb sein kann, aber auch mehr, die sich für Sie als Mann interessieren könnten.

Mehr Frauen in Chefetagen? Nicht per Frauenquote!
von Rechtspopolist | #4-2

Ja, mein Nick ist wirklich fürchterlich, ich weiß.

Aber zu Ihren Einwänden:
Die Schul- und Studienabschlüsse, in denen Frauen besser besser abschneiden, sind nicht die MINT-Fächer. Und das sind die Fächer, auf die es in den Chefetagen ankommt.
Leider finde ich den Link nicht, schauen Sie sich bitte die Liste im Wikipedia an.

"Bis 2012 wurden insgesamt 792 Nobelpreise der fünf klassischen Kategorien vergeben, davon gingen 728 an Männer, 43 an Frauen und 24 an Organisationen. Abzüglich der Mehrfachpreisträger wurden damit 725 Männer, 41 Frauen und 20 Organisationen geehrt. Hinzu kommen noch 70 männliche Preisträger und eine weibliche Preisträgerin des Wirtschaftspreises."

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2012-11-14 10:05
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