Die Kirche ist an ihrer Moral gescheitert - ein Kommentar
18.01.2013 | 06:55 Uhr 2013-01-18T06:55:00+0100
Ärzte sollen helfen und heilen. Das ist kein altmodisches hippokratisches Verständnis, sondern ihre Aufgabe. Einen Monat, nachdem zwei katholische Kliniken ein Vergewaltigungsopfer abwiesen, bestätigt ihre Leitung schließlich genau das : Man hätte helfen müssen.
Zwei Kölner Kliniken geraten unter Erklärungsdruck, weil bekannt wird, dass sie einer vergewaltigten Frau Hilfe verweigerten. Die Kliniken entschuldigen sich mit einem „Missverständnis“ - und mit dem Abtreibungsverbot der Kirche.
Alles nur ein Missverständnis? Woher kommt dann die Ablehnung gleich zweier Ärzte, unabhängig voneinander, mit derselben Begründung? Woher kommt ihre Angst um den Arbeitsplatz? Warum verfasste die neue Haus-Ethikerin als eine ihrer ersten Amtshandlungen eine „Stellungnahme“ zum Umgang mit Opfern sexueller Gewalt, aus der aber niemand eine Dienstanweisung machte?
Die Kirche ist in Köln einmal mehr gescheitert an ihrer eigenen Moral. Ihre Lehre, ein Kind sei die gottgewollte Frucht der Liebe, ist schlicht falsch im Falle einer Vergewaltigung, von der neben Verletzungen möglicherweise eine Schwangerschaft bleibt. Den betroffenen Frauen Hilfe in Form eines Medikaments zu versagen, das solche Folgen roher Gewalt im ersten Keim erstickt, ist unchristlich. Falls es hier wirklich nur um die „Pille danach“ ging.
16:15
der lebende Beweis, dass man heutzutage für Hexenjagden keine Kirche mehr benötigt ;)
Das Krankenhaus mag sicher ein "katholisches" sein ABER die wenigsten wissen, dass in der heutigen Zeit die Kirchen keinen Einfluss mehr auf eine Klinik hat. Selbst bei Kindergärten ist der Einfluss eher gering.
Von daher sollte man mal so langsam die Kirche im Dorf lassen. Sorry aber für mich ist das Wort Shitstorm das Unwort des letzten Jahres und wird wohl dieses Jahr erneut den Titel verteidigen.
16:15
Der Kommentar von Frau Fischer ist das Schlechteste und Tendenziöseste, was in letzter Zeit zu lesen war. Wie kann bei einem Fehlverhalten einzelner von "der Kirche" geschrieben werden? Zudem hatten sich die Kliniken inzwischen in aller Form für ihr Fehlverhalten entschuldigt.
Im übrigen ist es m.E. höchst wichtig, sich dem eigentlichen Problem zu widmen, nämlich: Ist die "Pille danach" insgesamt aus ethischen und moralischen Gründen vertretbar? Wie sieht das bei einem Vergewaltigungsopfer aus? [edt.]
Das alles sind offene Fragen, auf die keine leichten Antworten zu finden sind. Wenn katholische Kliniken bestimmte Grundsätze festgelegt haben, sollte dies m.E. respektiert werden.
"Wie kann bei einem Fehlverhalten einzelner von "der Kirche" geschrieben werden?"
Weil es sich nicht ausschließlich um ein persönliches Fehlverhalten, sondern eher um ein strukturell bedingtes handelt...
Frau Fischer spricht nicht von "der Kirche" im allgemeinen, sondern ganz speziell von der Kirche in Köln.
Es ist doch verwunderlich, dass die Ordensschwestern ihre Verhaltenskodex eng mit dem Erzbischof abgestimmt haben. Und wer ist das? Richtig, der so landesweit verehrte und über jeden Zweifel erhabene Meissner.
Noch Fragen Westfalus? Dann lesen Sie bitte mal im Kölner Stadt-Anzeiger, die überregionalen Zeitungen will ich gar nicht alle aufführen.
16:03
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14:42
Ich hoffe, der jungen Frau geht es jetzt ein wenig besser - zumindest körperlich!
Wie so oft, befassen sich die Medien nur noch mit den Tätern oder denen, die sich auch nicht mit Ruhm bekleckert haben. Trotzdem Danke für diesen Kommentar.
Ein Albtraum in drei Akten!!! Neben einer solchen Vergewaltigung noch diese Erfahrungen machen zu müssen, muss die junge Frau völlig traumatisiert haben.
Fragen wie, warum ging sie nicht in eine andere Klinik können doch wohl kaum erst gemeint sein. Wer bitte denkt denn in einer solchen Situation logisch? Da hofft man auf Hilfe und muss sich dann solchen Situationen stellen?
Himmel hilf!!!!
13:18
Warum haben die Geschäftsführer der Holding (Stiftung der Cellitinnen) nicht an der Pressekonferenz teilgenommen. Sie haben doch den direkten Draht zum Bischof und bestimmen die Politik des Verbundes. Die Ethikbeauftragte, die letztlich für die Unsicherheit unter den Ärzten verantwortlich ist, ist doch deren Mitarbeiterin. Verantwortung übernehmen stelle ich mir anders vor.
13:09
Ich finde es perfide, hier die Schuld umkehren zu wollen.
Auch wenn es von Isdochklar schon genannt wurde, hier noch einmal mit Link:
http://www.stadt-koeln.de/2/frauen/gegen-gewalt/08774/
Diese Kliniken werden ausdrücklich als Anlaufstellen für die Sicherung von Spuren im Rahmen der Anonymen Spurensicherung nach Sexualstraftat (ASS) aufgeführt.
Die Ärztin hat nichts, aber auch gar nichts falsch gemacht, als sie diese Kliniken angerufen hat, um genau das für ihre Patientin in Anspruch zu nehmen.
Hier gibt es nichts zu rütteln oder zu diskutieren.
Es liegt ein klares Fehlverhalten vor.
Und ich hoffe, dass die Diskussion um Trägerschaften durch kirchliche Organisationen jetzt nicht gleich wieder abebbt.
Wir können es nicht länger dulden, dass religiös motivierte Moralvorstellungen an öffentlich geförderten und finanzierten Kliniken, Kindergärten, Schulen und anderen Sozialeinrichtungen über dem Recht stehen, davon unbehelligt zu bleiben.
12:53
bitte lieber Gott, lass mich nie in die Not kommen jemals zwei Ärzten vertrauen zu müssen, die mich mit derart inquisitorischen Gesichtsausdrücken anschauen.
Jetzt weiß ich auch, warum die meisten Mißbrauchsfälle der katholischen Geistlichen männliche Kinder und Jugendliche trifft. Sie brauchen ja keine Pille danach, man weiß doch, dass das die katholische Ethiklehre verbietet.
12:41
auf Ihre Frage, Horstmann1 :
die beiden katholischen Kliniken gehören zu den 5 Kölner Kliniken, die als Anlaufstation für anonyme Spurensicherung nach Vergewaltigung zur Verfügung stehen.
dazu schrieb die Ärztezeitung am 8.7.2011 :
"Die Mediziner sind zum Konzept der anonymen Spurensicherung und den Methoden der Spurensicherung geschult worden.
Alle Krankenhäuser sind entsprechend ausgestattet
Die Kliniken haben Untersuchungssets mit allen nötigen Utensilien erhalten, sagt Banaschak.
"Dazu gehören der Dokumentationsbogen, die Abstrichtupfer, Zubehör für eine gegebenenfalls weitergehende Asservierung von Fingernagelabschnitten, Aufkleber für die kodierte Beschriftung der Asservate und Hilfsmittel für die Fotodokumentation."
Nach der Untersuchung werden die Beweismittel mit einem Code versehen, um die Anonymität der Opfer zu sichern. Sie werden versiegelt und in die Rechtsmedizin der Uni gebracht."
Die beiden Kliniken haben ihren Auftrag nicht erfüllt .
Sie haben sich doch entschuldigt. Was wollen Sie noch?
Otto99 | #32-1
So etwas kann man nicht entschuldigen!!!!!!
12:32
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12:08
Mein Mitgefühl ist bei der jungen Frau! Der Kommentar ist mir zu oberflächlich, weil bestimmte Fragen bisher nicht beantwortet wurden: Warum hat die Notärztin nachdem sie bei der ersten katholischen Klinik eine Absage erhalten hat, eine weitere katholische Klinik angerufen? Warum wird nicht darüber berichtet, dass es sich bei den Ärztinnen um absolute Anfängerinnen im 2. Ausbildungsjahr gehandelt hat? Warum stellt die Notärztin bereits ein Rezept für die "Pille danach" aus, bevor die gynäkologische Untersuchung durchgeführt wurde und d.h., bevor die Vergewaltigungstat medizinisch festgestellt wurde ? Und die wichtigste Frage: Geht es der jungen Frau heute gut?