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Ausblick auf 2013 - das Beste kommt noch

30.12.2012 | 19:14 Uhr
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Ausblick auf 2013 - das Beste kommt noch
Forscher bestätigen: Die deutsche Zukunftsverzagtheit hat einem sympathischen, wenn auch naiven Optimismus Platz gemacht.

Essen. Meinungsforscher bestätigen das Bauchgefühl: Die Finanzkrise erleben viele nur als Mangeleinbildung. „German Angst“, die sprichwörtlich „typisch“ deutsche Zukunftsverzagtheit hat einem sympathischen, wenn auch naiven Optimismus Platz gemacht. Noch garantiert unsere starke Industrie eine robuste Konjunktur.

Doch die Krise ist wie ein Orkan, der sich über dem Ozean zusammenbraut. Wir wissen lediglich noch nicht, wann er an Land kommt. Ausläufer haben uns bereits erreicht: Im Ruhrgebiet gerät der Riese Thyssen-Krupp ins Wanken, Opel wird platt gemacht, Tausende Arbeitsplätze fallen weg.

Jetzt brauchen wir eine starke, handlungsfähige Politik, um die wichtigsten Zukunftsthemen anzupacken: Regulierung der Finanzmärkte, Energiewende, demografischer Wandel. Wie es aussieht, werden wir bis September darauf warten müssen. Nach vier vermurksten Regierungsjahren müsste die Koalition endlich einmal „liefern“. Doch damit ist im Wahljahr 2013 nicht zu rechnen. Schon im Januar blickt die Berliner Republik mit angehaltenem Atem nach Niedersachsen. Würde in Hannover die schwarz-gelbe Landesregierung abgelöst, wäre das ein böses Omen für die Bundestagswahl. Für die Kanzlerin, die selbst über zwei Drittel Zustimmung in der Bevölkerung verfügt, hängt die Zukunft von der FDP ab. Doch die gernegroßen Liberalen haben sich zum Zierrat der Regierung Merkel verzwergen lassen.

Wofür die FDP noch steht, wissen weder die Wähler, noch Philipp Rösler. „Ab jetzt wird geliefert“, lautete sein Wahlversprechen. Abgeliefert hat er nur politische Rohrkrepierer. Sein Nachfolger ist schon in Lauerstellung. Ausnahmsweise niemand aus der Jünglingsriege, sondern ein erfahrenes Schlachtross. So weit ist es mit den Liberalen gekommen: Rainer Brüderle ist ihr neuer Hoffnungsträger. Da kann man Angela Merkels Verzweiflung verstehen, als sie klagte, Gott habe die FDP vielleicht nur erschaffen, um die CDU zu prüfen. Witzig. Aber soll das die Basis für Deutschlands Zukunft sein? Das System Merkel ist nicht „alternativlos“.

In NRW zeigen Hannelore Kraft und Sylvia Löhrmann, dass Rot-Grün kein „Projekt“ mehr ist. In schwierigen Zeiten gelingt es SPD und Grünen, Sozialstaat, Industriepolitik und Umweltschutz unter einen Hut zu bekommen. 2012 war das Jahr von Hannelore Kraft. Ihr überzeugender Wahlsieg und die große Zustimmung in ihrer Partei machen sie zur wichtigsten SPD-Politikerin.

Als Kanzlerkandidat geht aber nun Peer Steinbrück ins Rennen. Er muss sich anstrengen, um sein Image als Permafrost-Preuße loszuwerden. Doch der Großmeister im Leviten-Lesen greift selbst zu oft daneben. Sein Start ins Wahljahr ist eine Punktlandung im Schlamassel. Kaum sind seine großzügigen Redehonorare kein Thema mehr, klagt er öffentlich über die miese Bezahlung des deutschen Regierungschefs, als müsste er das Gelübde ewiger Armut leisten. Er sollte sich weniger um sein Gehalt sorgen als um das der kleinen Leute. Polizisten und Soldaten, die als Staatsdiener ihre Haut riskieren, verdienen gewiss viel zu wenig. Aber auch für Steinbrück gilt: Das Beste kommt noch!

Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser der NRZ, wünsche ich einen guten Rutsch und ein frohes neues Jahr.

Rüdiger Oppers

Kommentare
01.01.2013
12:58
Kronleuchter
von wohlzufrieden | #3

Das beste kommt noch. Wenn die Linke Steinbrück (oder Ersatz) in einer rot-rot-grün Regierung zum Kanzler krönt...

1 Antwort
das Beste kommt noch
von K.J.Schmitz | #3-1

wie kein richtiger Linker ? Oder meinen sie das ironisch?
mfG

31.12.2012
21:28
Ausblick auf 2013 - das Beste kommt noch -oder die Bewerbung zum Regierungssprecher
von albertus28 | #2

Lieber Herr Oppers,das hätte Frau Nahles oder - wie heißt das Gegenstück in NRW dazu-
nicht parteiischer,unkritischer und neben den Fakten besser formulieren können.
Dass Sie ein strammer Verehrer von Rot-Grün sind,sei Ihnen unbenommen.Dass Sie allerdings als Chefredakteur einer (nicht mehr ganz so) großen Tageszeitung beispielweise das Wanken von Thyssen und das Aus von Opel als Vorboten eines Orkans deuten ,den wir Deutsche wegen unseres sympathischen aber naiven Optimismus nicht erkennen,u.a.-weil wir Merkel mögen-zeigt mir,das Wirtschaft nicht ihr Ding ist.
.Und dass hier nur Steinbrück helfen kann,werden wir doofen Leser schon erkennen,-was Sie natürlich schon wissen -,denn "das Beste kommt(ja)am Schluß".
Wegen Thyssen sollten Sie mal mit der Arbeitnehmerseite und mit Herrn Steinbrück von der Kapitalseite über Kontrollen bei Investitions-Entscheidungen im Aufsichtsrat reden,und bei Opel mit GM und den deutschen und europäischen Käufern bzw.Nichtkäufern

30.12.2012
19:48
Hannelore Kraft wird schon wieder hochgejubelt....
von Finnjet | #1

Ach Herr Oppers, Ihre unverhohlene Jubelei über die ach so tolle NRW-Ministerpräsidentin ist einfach nur noch peinlich. Wir wissen ja alle, dass Sie Hanni mit TatKRAFT zur künftigen Bundeskanzlerin hochstilisieren möchten. Ob Sie bei dieser Gelegenheit vielleicht auch schon auf einen lukrativen Ministerposten schielen? Wundern würde es mich nicht....

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