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Weltmusik

Musikerin Loreena McKennitt geht auf Reise zu sich selbst

20.07.2012 | 17:23 Uhr
Loreena McKennitt gibt ein Konzert in Essen.

Essen.   Sie hört nicht auf, andere Länder und Kulturen zu erkunden. Das scheint nicht nur Loreena McKennitt allein zu gefallen. Millionen Fans aus aller Welt schätzen ihre sanften Crossover-Projekte zwischen Klavier und Drehleier. Jetzt tritt sie in Essen auf.

Der Garten. Beete, Wiesen, Felder, die Erde an den Händen: Ja, das Leben und Arbeiten in ihrem Garten in Stratford vermisse sie in diesem Jahr doch sehr, sagt Loreena McKennitt. Im Frühjahr und Sommer daheim in der kanadischen Provinz Ontario nicht selbst Hand an Baum und Strauch anlegen – „da fehlt mir schon etwas“.

Schicksal einer Reisenden. Derzeit ist die 55-Jährige nämlich auf ausgedehnter Europatour (und macht dabei Station auch im Essener Colosseum Theater), doch im Grunde ist die Sängerin, Harfenistin, Songschreiberin und Poetin seit drei Jahrzehnten ständig auf Achse. Nicht weil die Musikerin ihrer ländlichen Heimat überdrüssig wäre („Es ist wirklich wunderbar, an und mit einem Ort zu leben und dazu zu gehören – weitaus schöner, als Städte nur zu besuchen und ein wenig zu erkunden“) – nein, die zarte Frau mit dem gütigen Lächeln drängt es, andere (Musik-)Kulturen und Traditionen kennen zu lernen.

Auf den Spuren ihrer Vorfahren

Was einst auf den Spuren ihrer Vorfahren begann, die vor drei Generationen aus Irland und Schottland nach Kanada kamen, hat sie über die Wege und geheimnisvolle Geschichte der Kelten weiter über Griechenland und die Türkei bis auf die Seidenstraße und in die Mongolei geführt. Und ihr obendrein mit 14 Millionen verkauften Alben einen „Spitzenplatz“ in der New Age-Szene beschert: Zogen doch ihre Wanderungen meist auch „musikalische Reiseberichte“ nach sich und haben in ihrer Musik irische, spanische und orientalische Klänge zusammenfließen und traumverwobene Geschichten von Einsamen Inseln und wild schäumenden Gestaden entstehen lassen, an denen neben Harfe und Klavier auch exotische Instrumente wie Drehleier, Nyckelharpa oder Tabla erklingen.

Und wenn die sanfte Frau mit dem rötlichen Haar diese tönende Harmonie zelebriert und mit ihren Weisen aus alten Zeiten auf der Spur der Kelten wandelt, entstehen tatsächlich Reisen durch Zeit und Raum, die dem Publikum den Blick in eine andere Welt öffnen.

„Ein ziemlich normales Leben“

Reden mit Essen

„Vor allem aber lerne ich mit jeder Reise mehr über mich selbst.“ Die Radtour durch China als Reise in bislang unbekannte Regionen und Abgründe der Seele? Nein, so weit möchte Loreena McKennitt dann doch nicht gehen – jedenfalls nicht im Interview. „Es gibt Privates, das einfach nicht in die Öffentlichkeit gehört.“ Und überhaupt: Im Grunde „führe ich ein ziemlich normales Leben, stehe morgens auf, kaufe meine Zeitung, plausche mit den Leuten im Ort, trinke Kaffee und gehe ins Büro“. Zumindest so lange, gibt sie lachend zu, bis ihr dieser geregelte Alltag „zu viel wird und ich wieder auf Reisen gehe“. Und die musikalische Weltenbummlerin Töne aus dem Morgenland, Rhythmen aus Afrika und mittelalterliche Folklore zurückbringt.

Was sich dann im CD-Regal und den Charts unter der Rubrik „Weltmusik“ wieder findet – und doch so gar nichts über ihre klare, helle Stimme und die feinen, harmonisch-melodischen Stimmungen sagt. Das seien halt Kategorisierungen der Musikindustrie, zuckt McKennitt gleichgültig die Schultern. Nein, sie sorgt sich um etwas ganz anderes: „Dass ich eines Tages als unnormal betrachtet werden könnte.“ Höchste Zeit also, daheim im Garten mal wieder selbst Hand anzulegen.

Christoph Forsthoff



Kommentare
22.07.2012
15:07
Schöne Musik
von Yamato-Germany | #2

Ich hab einige ihrer CDs und hatte noch nie die Gelegenheit, sie live zu erleben.

Sie macht schöne Musik.

22.07.2012
14:23
Musikerin Loreena McKennitt geht auf Reise zu sich selbst
von Frankfurter | #1

So, so. Frau McKennitt ist auf der Reise zu sich selbst.

Früher haben die Rolling Stones oder Beatles nur Musik gespielt. Da spielten solche pseudointelektuellen Sprechblasen noch keine Rolle.

Gute alte Zeit.

2 Antworten
Unsinn
von Yamato-Germany | #1-1

Auch früher schon haben die von Ihnen genannten Gruppen sog. "pseudointelektuellen Sprechblasen" abgelassen.

Musikerin Loreena McKennitt geht auf Reise zu sich selbst
von Frankfurter | #1-2

Ich kann mich nicht daran erinnern das Zb. die Rolling Stones auf "die Reise zu sich selbst" gegangen sind. Die sind allenfalls um die Welt gereist.

Auch habe ich Zb. nie gehört das sich Zb. die Rolling Stones nicht "in Schubladen einordnen" lassen wollten.

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