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"Museum der bayerischen Könige" feiert einjähriges Bestehen

05.09.2012 | 07:07 Uhr
Foto: /dapd/Sebastian Widmann

Für die Wittelsbacher ist das "Museum der bayerischen Könige" ein Familienalbum, für Touristen ist die Ausstellung eine Schatzkammer bajuwarischer Geschichte. In einem ehemaligen Grandhotel mitten im Allgäuer "Königswinkel" wird Besuchern ein Blick in die 800-jährige Herrschaft der Königsfamilie gewährt.

Hohenschwangau (dapd-bay). Für die Wittelsbacher ist das "Museum der bayerischen Könige" ein Familienalbum, für Touristen ist die Ausstellung eine Schatzkammer bajuwarischer Geschichte. In einem ehemaligen Grandhotel mitten im Allgäuer "Königswinkel" wird Besuchern ein Blick in die 800-jährige Herrschaft der Königsfamilie gewährt. Auf 1.000 Quadratmetern Fläche geben Porzellan, Schmuckstücke und Porträts Orientierung in der weitverzweigten Wittelsbacher-Dynastie. Seit einem Jahr will das Museum eine Alternative zu Kitsch und Fototourismus in den Prunkbauten Hohenschwangau und Neuschwanstein bieten. Nun ziehen die Verantwortlichen erstmals Bilanz.

"Die Besucherresonanz ist großartig", sagt die Direktorin des Museums, Luitgard Löw. Zwar sei das Museum in seinem ersten Jahr nicht an die gewünschte Zahl von 200.000 Gästen herangekommen. Doch daran allein lasse sich der Erfolg der Ausstellung auch nicht messen. Denn die Besucherzahlen sagten nichts über die "Qualität und Strahlkraft eines Museums" aus. "Das Wichtigste war, in Betrieb zu kommen", erklärt die Museumsdirektorin.

Auch Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) zeigt sich zum einjährigen Bestehen der Dauerausstellung zufrieden: "Zu den einzigartigen Sehenswürdigkeiten rund um Hohenschwangau ist mit dem 'Museum der bayerischen Könige' eine weitere Attraktion hinzugekommen", sagt er. Die Ausstellung sei ein "Gewinn für die gesamte bayerische Museumslandschaft".

Bei der Museumseröffnung am 9. September 2011 waren neben Herzog Franz von Bayern, dem Chef des Hauses Wittelsbach und Schirmherr der Dauerausstellung, zahlreiche weitere Familienmitglieder anwesend. "Ich begrüße sehr, dass die Geschichte unseres Hauses seit den Anfängen im Jahr 1180 bis in die Gegenwart erzählt wird", sagte der Herzog damals. Seither hat er das Museum schon einige Male besucht, wie Museumsdirektorin Löw berichtet.

Getragen wird das Projekt vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds, der einige Besitztümer und Liegenschaften des ehemaligen Herrschergeschlechts verwaltet. "Das Museum ist ein Muss für Touristen, weil es der Schlüssel zum Verständnis der beiden Schlösser ist", sagt Generaldirektor Peter Scherkamp. Es sei großer Aufwand betrieben worden, um das Gebäude zu sanieren. Heute sei es ein Prachtbau, der einen Teil Wittelsbacher Tradition bewahre.

Nach Angaben des Museums kommt das Projekt nicht nur bei der Adelsfamilie gut an. "Wenn wir Veranstaltungen machen und es kommt kein Fußballspiel dazwischen, dann kommen auch die Einheimischen", betont Löw. Die emotionale Anbindung der Wittelsbacher an die Region sei weiterhin ungebrochen.

Schwangaus Tourismusdirektorin Petra Köpf erzählt, die Adelsfamilie bemühe sich um die Bürger im Ort. Dies spiegele sich in der positiven Wahrnehmung des Museums wider. "Es ist eine wunderbare Ergänzung zu den beiden Schlössern", sagt sie. Allein das Märchenschloss Neuschwanstein locke mehr als eine Million Menschen im Jahr an. Ein Teil von ihnen besuche auch das neue Museum. "Viele haben ja doch Fragen: Wie war der Stammbau der Könige und so weiter", erklärt Köpf.

Auf den Wittelsbacher Ludwig I. geht im Übrigen das Oktoberfest zurück. Zu seiner Hochzeit wurde 1810 vor den Toren Münchens ein großes Fest mit Pferderennen veranstaltet. Zur diesjährigen Wiesn ist laut Museumsdirektorin Löw noch keine Festlichkeit in Schwangau geplant. "Im ersten Jahr ist gar nicht alles zu schaffen", sagt sie. Das Museum müsse über mehrere Jahre aufgebaut werden. 2014 stünden erstmals Sonderausstellungen an. "Und langfristig wollen wir auch auf das Oktoberfest eingehen", verspricht Löw.

dapd

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