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Filmkritik

„Die Trauzeugen“ – eine unglaubwürdige Party-Komödie à la Hangover

11.06.2012 | 18:45 Uhr
„Die Trauzeugen“ – eine unglaubwürdige Party-Komödie à la Hangover
Noch eine Party-Draufmach-Hochzeitskomödie: „Die Trauzeugen“ ist leider ebenso unglaubwürdig wie vorhersehbar. Foto: Concorde Film

Essen.  Der australische Film „Die Trauzeugen“ reiht sich ein in eine lange Kette von Party-, Draufmach- und Hochzeitskomödien. Die Geschichte ist unglaubwürdig, die Handlung vorhersehbar. Eine Klamauk-Katastrophe mit unbekannten Schauspielern, von Regisseur Stephan Elliott.

Der Erfolg eines Filmes freut die Produzenten, er kann aber auch verhängnisvolle Folgen haben. Seit „Hangover “ beispielsweise grassiert ein Themenvirus, der nun leider dazu führt, dass unentwegt neue Party-, Draufmach- oder Hochzeitskomödien ins Kino drängen, die aus den verhängnisvollen Auswirkungen von Drogen und Alkohol ihre Pointen rekrutieren. Die neueste Ausgeburt dieses kinematographischen Krankheitsbildes stammt aus Australien und trägt den abschreckenden Titel „Die Trauzeugen“.

Fäkaler Höhepunkt im Schafs-After

Da inzwischen das Bemühen um den glaubwürdigen Aufbau einer Geschichte der Vergangenheit angehört, wird uns hier ein junger Mann aus London präsentiert, der einer schönen Australierin bereits nach einer Urlaubswoche des Kennens einen Heiratsantrag macht – Entfernung spielt halt keine Rolle mehr, Beruf und Arbeitsplatz offenbar auch nicht. Also reist David samt dreier Freunde als Ersatzfamilie nach Down Under, um dort sehr schnell zu merken, dass die angebetete Mia aus ebenso reicher wie einflussreicher Politikerfamilie stammt.

Der Fortgang der Handlung ist vorherbestimmt. Das Freundestrio hat bereits per Internet einen Drogenhändler ausgemacht, der ihnen mit ein wenig Stoff über die Tage helfen soll. Dann aber greifen sie sich zum Abschied die falsche Tasche und haben fortan einen sehr bösen Dealer auf den Fersen. Mal abgesehen von zahllosen Anspielungen auf die mögliche Homosexualität der einen oder anderen Hauptfigur, ist der fäkale Höhepunkt der nun einsetzenden Kalamitäten erreicht, wenn einer der Freunde seinen Arm tief im After eines preisgekrönten Schafbocks vergraben hat, um dort verzweifelt nach verschluckten Drogenpäckchen zu tasten.

Die Vergangenheit verspielt

Regisseur Stephan Elliott schien früher einmal mit Filmen wie der Transvestiten-Komödie „Priscilla – Königin der Wüste“ eine Zukunft zu haben. Nun verspielt er seine Vergangenheit mit einer Klamotte voller uns reichlich unbekannter Schauspieler. Allein die frühere Sanges-Queen Olivia Newton-John („Grease“) in Gestalt der Brautmutter ist einem geläufig. Aber deren Gesicht ist sich heute nur noch wenig ähnlich. Das Alter spielt dabei wohl die geringere Rolle.

Arnold Hohmann



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