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Das Landleben als Meryl Streeps Lebensrezept

27.10.2009 | 14:32 Uhr
Das Landleben als Meryl Streeps Lebensrezept

Rom. Meryl Streep erhielt beim vierten Filmfestival in Rom den goldenen „Marc Aurel” für ihr Lebenswerk – im Film „Julie und Julia” spielt sie eine Starköchin.

Mit langen baumelnden Goldohrringen, das blonde Haar schlicht zusammengebunden, nimmt Meryl Streep mittags den Beifall der Kritiker entgegen, die soeben ihren neuesten Film gesehen haben. Abends, auf dem roten Teppich des Filmfestivals in Rom, lacht und lächelt sie, als hätte sie gerade drei Michelin-Sterne erhalten: Streep interpretiert in der Komödie „Julie und Julia” (Regie: Nora Ephron) herzerfrischend Amerikas berühmteste Köchin aller Zeiten. Das habe Spaß gemacht, sagt der Hollywoodstar: „Auf dem Set gab es eine perfekt funktionierende Küche und ich habe viel getestet”. Dabei habe sie sich aber immer wieder an die Kochunlust ihrer Mutter erinnern müssen. „Ich hasse Kochen”, diesen Titel habe das einzige Rezeptebuch ihrer Mutter gehabt: „Sie meinte, mehr als 20 Minuten Zeit dürfe das Vorbereiten eines Abendessens nicht kosten”.

„Plötzlich sehr gefragt”

Meryl Streep. Foto: Elisabetta Villa

„Julie und Julia” lief in Rom außerhalb des Wettbewerbs. Doch Meryl Streep erhielt am Wochenende in der ewigen Stadt das filmische Äquivalent zu den Michelin-Sternen: nämlich den goldenen „Marc Aurel” für ihr Lebenswerk.

„Mit 40 Jahren dachte ich, dass meine Karriere zu Ende wäre. Dann war ich plötzlich wieder sehr gefragt, weil Filme wie 'Der Teufel trägt Prada' und 'Mamma Mia!' viel Geld eingebracht haben”, erzählt die 60-Jährige. Ihr privates Lebensrezept verriet die vierfache Mutter, die fern der Glamourwelt auf dem Land lebt: „Es ist wichtig, eine private Identität zu bewahren, realistisch zu bleiben und nicht nur in einer Welt künstlicher Lichter zu leben.”

Wenig Komödien, viele anspruchsvolle Filme

Insgesamt 137 Filme werden beim Festival in Rom gezeigt, 14 im Wettbewerb. Eine Fachjury und das Publikum entscheiden, da sind Voraussagen schwer. Margaretha von Trottas „Vision” über das Leben der Hildegard von Bingen fand Zuschauer- und Kritikerapplaus. „Eine Feministin des Jahres 1000” sei diese gewesen, so von Trotta. Die ausdrucksstarke Barbara Sukowa als Hildegard in der Hauptrolle gilt als preisverdächtig.

Wenig Komödien, dafür viele anspruchsvolle Filme dramatischen Inhalts wurden gezeigt, Kriegsgeschehen, Gegenwarts- und Beziehungsdramen. Besondere Aufmerksamkeit erhielt Giorgio Dirittos „Luomo che verrà” („Der Mann, der kommen wird”), der vom NS-Massaker 1944 mit 2700 Zivilopfern im Appeninen-Städtchen Marzabotto handelt. Mit der zehnjährigen Maya Sansa dort im Mittelpunkt scheint ein neuer Kinderstar geboren.

Christa Langen-Peduto



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