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TV-Kritik

Maischberger diskutiert über Merkels Wahl-Albtraum

23.01.2013 | 07:03 Uhr
Maischberger diskutiert über Merkels Wahl-Albtraum
Sandra Maischberger fragt in ihrer Talkrunde: "Rot-Grün zieht vorbei: Merkels Albtraum?"Foto: dpa

Essen.  Sport und Politik haben viel gemein. Der DFB-Pokal hat seine eigenen Gesetze - und jede Wahl auch. Aber was lässt sich aus dem Ergebnis der Wahl in Niedersachsen ablesen? Beginnt nun "Merkels Albtraum?", fragte Sandra Maischberger in ihrer ARD-Talkrunde. Eine Steilvorlage für Hoffnung und Häme.

In der vergangenen Woche trübte noch das Debakel um den Hauptstadt-Flughafen, dessen Eröffnung zum vierten Mal verschoben werden musste, seine Laune, forderten ausgerechnet die Grünen seinen Rücktritt. Doch Politik ist schnelllebig. Und so sitzt am Dienstagabend ein entspannter Klaus Wowereit (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, in der ARD-Talkrunde „Menschen bei Maischberger“, der sich im Erfolg des rot-grünen Herzschlag-Siegs in Niedersachsen sonnt und darüber philosophiert, dass es am 22. September auch im Bund einen Regierungswechsel geben könnte.

Wer es vor Sandra Maischbergers Plauderrunde noch nicht gewusst haben sollte: Der Ausgang der Bundestagswahl ist tatsächlich offen. Und Nikolaus Blome, stellvertretender Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, verblüfft die Fernsehgemeinde sogar mit der Erkenntnis „Man ist sterblich.“ Gemeint ist natürlich Kanzlerin Angela Merkel, die nach dem Machtverlust von Schwarz-Gelb in Hannover aus Blomes Sicht nun auch ihrer eigenen Wiederwahl nicht mehr sicher sein kann. „Merkels Albtraum“, so der Untertitel der Sendung im Ersten, könnte also tatsächlich eintreten. Atemberaubend, wie eine Landtagswahl in Niedersachsen über Nacht das politische Machtgefüge in der Republik zu verändern mag.

Flughafen-Fiasko und Peer Steinbrück ausnahmsweise kein Thema

Die Wähler können also aufatmen, ihnen wird bescheinigt, es im Herbst tatsächlich in der Hand zu haben. Und sogar Talkmasterin Sandra Maischberger lobt die Wähler, dass sie klüger seien als manche Politiker dächten. „Die Wahl ist offen“, unterstreicht denn auch Klaus Wowereit, der es sichtlich genießt, zunächst einmal nicht nur auf sein Flughafen-Fiasko und die Fettnäpfchen seines SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück angesprochen zu werden. Er darf sich sogar darüber freuen, dass die Pleite-Stadt Berlin mehr Wachstum als der Bundesschnitt aufzuweisen habe.

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Knapper Sieg für Rot-Grün in Niedersachsen. Muss sich Angela Merkel jetzt für die Bundestagswahl Sorgen machen?

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Da nimmt es der Regierende Bürgermeister gelassen, dass ihn Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mit der spitzen Bemerkung belehrt: „Das liegt aber nur daran, weil Sie in Berlin mit der CDU regieren.“ Um gleich danach tief in die Phrasen-Kiste zu greifen: Es sei doch „Kaffeesatzleserei“, schon jetzt den Ausgang der Bundestagswahl vorauszusagen. „Jede Wahl hat ihre eigenen Gesetze“, belehrt Altmaier das Volk, das dieses Phänomen längst vom DFB-Pokal kennt.

Patrick Döring muss nun zwei Chefs dienen: Rösler und Brüderle

Niedersachsen hat über Nacht auch den Job von FDP-Generalsekretär Patrick Döring verändert, der den Zuschauern einen tiefen Einblick in seine Seele gestattet. Er muss jetzt zwei Chefs dienen: dem Parteivorsitzenden Philipp Rösler und dem am Montag nach dem Überraschungserfolg in Hannover eilig gekürten Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl, Rainer Brüderle. „Eine hervorragende Lösung“, jauchzt Döring und verrät den Zuschauern sogar, dass der populäre Pfälzer während des Wahlkampfs ein „Vetorecht“ innerhalb der FDP habe.

Wohltuend, dass die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt in der Talkrunde immer wieder die Themen aufruft, die die Menschen wirklich berühren. Den gesetzlichen Mindestlohn etwa, der dafür sorgen könnte, dass Arbeitnehmer von ihrem Einkommen auch wirklich leben können. Oder ihr Plädoyer für die Garantierente, die Frauen im Alter nicht länger zu „Gekniffenen“ mache. Die Garantierente bilde am ehesten ab, was Frauen in ihrem Leben geleistet hätten.

Wettbewerb um den flottesten Spruch bei Blome und Augstein

Von so viel Sachlichkeit bleiben die beiden Journalisten in Maischbergers Sitzgruppe, der Kolumnist Jakob Augstein und „Bild“-Vize Nikolaus Blome, an diesem Abend weit entfernt. Wie auf dem Fernsehkanal Phoenix liefern sich die beiden auch in der ARD einen Wettbewerb um den flottesten Spruch.

Während Augstein der SPD bescheinigt, mit ihren Steuererhöhungsplänen „sehr mutig“ in die Wahl zu ziehen und dem „mündigen Wähler“ zu vertrauen, spricht Blome von einer wachsenden „Sozialklempner-Industrie“ in Deutschland. Blome: „Durch das Reden über das Armutsrisiko haben wir schwups doppelt so viele Arme.“ Beruhigend, dass tatsächlich die Wähler im September über die nächste Regierung abstimmen.

Frank Meßing

Kommentare
23.01.2013
10:45
Maischberger diskutiert über Merkels Wahl-Albtraum
von Murphy07 | #4

Nach einigen sehr langen Minuten habe ich umgeschaltet. Der Leiter des Wahlbüros Merkel bei der Freundin Springer war unerträglich. Aussagen wir haben...
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Maischberger diskutiert über Merkels Wahl-Albtraum
Maischberger diskutiert über Merkels Wahl-Albtraum
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2013-01-23 07:03
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