Das aktuelle Wetter NRW 23°C
Literatur

"Die kleine Hexe" bald ohne "Neger" und "Negerlein"

04.01.2013 | 17:34 Uhr
"Die kleine Hexe" bald ohne "Neger" und "Negerlein"
Kinder lesen gerne "Die kleine Hexe". Bald frei von Diskriminierung.Foto: WAZ / FotoPool

Berlin.   Der Stuttgarter Thienemann Verlag kündigt an, in Zukunft diskriminierende Begriffe wie etwa "Neger" und "Negerlein" aus dem Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" von Ottfried Preußler zu streichen. Bereits vor vier Jahren wurden ähnliche Begriffe aus den Büchern von Astrid Lindgren verbannt.

Der Kinderbuchklassiker "Die kleine Hexe" von Otfried Preußler wird künftig ohne diskrimierende Worte wie "Negerlein" erscheinen. Das kündigte der Stuttgarter Thienemann Verlag in der Berliner Tageszeitung "taz" (Samstagsausgabe) an. Die Worte "Negerlein" und "Neger" würden nicht ersetzt, sondern ganz gestrichen. Dies sei notwendig, um Bücher an den sprachlichen und politischen Wandel anzupassen, sagte Verleger Klaus Willberg. Nach seiner Aussage werde der Verlag alle Klassiker entsprechend "durchforsten".

Der Thienemann Verlag folgt damit dem Verlag Friedrich Oetinger aus Hamburg, der veraltete Worte wie "Neger" und "Zigeuner" bereits vor vier Jahren aus seinen aktuellen Übersetzungen von "Pippi Langstrumpf" und anderen Büchern von Astrid Lindgren gestrichen hat. Kurz vor Weihnachten hatte Familienministerin Kristina Schröder (CDU) für Aufsehen gesorgt, als sie in einem "Zeit"-Interview bekannte, diskriminierende Begriffe wie "Neger" auszulassen, wenn sie ihrer kleinen Tochter aus Kinderbuchklassikern wie Jim Knopf oder Pippi Langstrumpf vorlese.

"Kleine Hexe" 1958 mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet

Der 89-jährige Otfried Preußler schrieb mit seiner "Räuber Hotzenplotz"-Trilogie und "Krabat" Klassiker der deutschen Kinderbuch-Literatur. Er hatte sich laut Bericht lange gegen jede Änderung seines Klassikers "Die kleine Hexe" gestemmt, der 1958 mit dem Deutschen Jugendbuchpreis ausgezeichnet und seitdem in 47 Sprachen übersetzt wurde. "Mit der Zeit ist aber die Einsicht gewachsen, dass die Authentizität des Werks der sprachlichen Weiterentwicklung untergeordnet werden muss", sagte Willberg. (afp)


Aus dem Ressort
Salzburgs „Don Giovanni“ jagt im Hotel den Röcken nach
Salzburger Festspiele
Ein Macho-Mannsbild wie aus dem Bilderbuch. Salzburgs neuer „Don Giovanni“ hat einen Titelhelden, der sich sehen lassen kann. ldebrando d’Arcangelo ist ein Womanizer wie aus dem Bilderbuch. Doch nach temporeichem Start ist die Neuinszenierung szenisch und musikalisch nicht bis zum Ende überzeugend.
Tomorrowland 2015 - das ist mit dem Festival geplant
Tomorrowland
Das zehnjährige Tomorrowland-Jubiläum war für den Veranstalter ID&T ein großer Erfolg. Die Ausweitung des Festivals auf zwei Wochenenden hat sich mit dem Verkauf von 360.000 Tickets binnen einer Stunde bewährt. Und so geht es mit Tomorrowland 2015 weiter:
Die Beatles kommen zurück nach Hamburg
Musical
Der Karrierestart der Beatles in Hamburg wurde schon oft erzählt. Das Musical "Backbeat", das jetzt in Hamburg Premiere feierte, wählt eine andere Perspektive und stellt die Beziehung zwischen dem "fünften Beatle" Stuart Sutcliffe und der Fotografin Astrid Kirchherr in den Fokus.
74-jähriger Hagener arbeitet sich in die Streetart-Szene ein
Fotografie
Man traut es ihm auf den ersten Blick einfach nicht zu: Mit 74 Lebensjahren hat sich Peter Beuker der Streetart-Kunst verschrieben. Mit seinem Fotoapparat dokumentiert er allerorten gesprühte Motive, die ihn faszinieren. Demnächst beteiligt er sich sogar an einer Ausstellung in der Kooperative K.
"Den Krieg im Osten der Ukraine gäbe es nicht ohne Russland"
Schriftstellerin
Traumatische Kriegserlebnisse von Kindern hält Swetlana Alexijewitsch in ihrem Buch "Die letzten Zeugen" fest. im Interview spricht die weißrussische Schriftstellerin über Krieg und Frieden - und die Rolle Russlands im Ukraine-Konflikt.
Umfrage
Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

Die Ebola-Seuche breitet sich in Westafrika weiter aus. Ein erster Patient könnte möglicherweise in Hamburg behandelt werden. Macht Ihnen Ebola Sorgen?

 
Fotos und Videos