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Kinder : Hündin Emma hilft beim Lesen

Knuts Kinderseite, 26.04.2009, NRZ

In Amerika sind Hunde in manchen Stadtbüchereien die beliebtesten Mitarbeiter. Sie geben Kindern ein gutes Gefühl

In der Stadtbücherei der amerikanischen Stadt Princeton ist eine Hündin die beliebteste Mitarbeiterin. Die schwarze Labrador-Retriever-Hündin Emma hilft Kindern, die Probleme beim Lesen haben.

Einmal in der Woche kommt Emma mit ihrem Besitzer in die Bücherei. Dort warten die Kinder schon auf sie. Zum Beispiel der sechsjährige Dylan (sprich: Dilen). Er ist ganz ungeduldig und umarmt Emma stürmisch, als sie endlich da ist. Sofort kuschelt er sich mit der Hündin zwischen ein paar Sitzkissen. „Schau, mein Buch heißt 'Spaghetti'!”

Emma legt beide Vorderpfoten darauf und wedelt mit dem Schwanz. Als er drei Seiten vorgelesen hat, bittet Dylan: „Ich möchte Emma streicheln.” Der Besitzer ist einverstanden. Manchmal fragt Dylan: „Kennt Emma dieses Wort?” „'Verdrießlich', liest der Rentner und sagt, das sei ein schwieriges Wort.

„Das Tier wirkt sehr beruhigend”, erläutert die Jugendbibliothekarin Ann. „Die Kinder streicheln Emma beim Lesen und entspannen sich völlig.” Zudem seien Hunde die besten Zuhörer: „Sie verbessern nichts und lachen nicht über Fehler.”

In den USA und in Kanada arbeiten rund 2000 Hunde und ihre Besitzer als Therapiehunde-Teams in Bibliotheken und Schulen. Sie helfen ehrenamtlich, das heißt, sie bekommen kein Geld dafür. Hündin Emma hat schon vielen Kindern helfen können, zum Beispiel einem russischen Adoptivkind, das mit der fremden Sprache kämpfte. Sie beruhigte auch stotternde Kinder und Schüler, die an Lese- und Rechtschreibschwäche litten.

Erfolg hatte Emma auch bei Hannah, die extrem schüchtern war. „Sie hat so leise vorgelesen, dass niemand sie verstehen konnte”, sagt ihr Vater. Hannah brauchte über ein Jahr, um ihre Scheu zu überwinden. Heute liest die Neunjährige flüssig und selbstbewusst. Doch sie kommt weiterhin fast jede Woche: „Weil ich Emma so gern habe - und weil ich alle Bücher mag”, sagt sie.

Experten haben festgestellt, dass Kinder, die Hunden statt Eltern oder Mitschülern vorlesen, deutlich weniger Stressgefühle haben.

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