Weltrekord zweimal verbessert
09.02.2010 | 10:04 Uhr 2010-02-09T10:04:00+0100
Moers. Wolfgang Ritte überspringt in Alsfeld zunächst 4,42, später 4,51 Meter. Außerdem siegt er in den USA.
Die vergangenen zwei Jahre waren für den Moerser Stabhochspringer Wolfgang Ritte sicherlich die schönsten und wohl auch erfolgreichsten in seiner knapp 50-jährigen Leichtathletikkarriere. Zum wiederholten Male konnte er den Seniorenweltrekord verbessern, Welt- und Europameistertitel erringen und wurde deshalb 2008 vom Welt- Leichtathletikverband in Monaco zum weltbesten Seniorenathleten gewählt.
2009 folgte in Griechenland die Auszeichnung als bester Masterathlet Europas. Steve Chappell, Geschäftsführer einer amerikanischen Sportartikelfirma, die zu den führenden Herstellern von Stabhochsprungstäben in der Welt zählt, lud Ritte nun zum größten Stabhochsprungmeeting der Welt in die USA nach Reno in Nevada ein. Hierher reisen jedes Jahr Ende Januar knapp 1000 Stabhochspringer, um die neuesten Entwicklungen im Stabhochsprung zu erfahren und um vor einer unglaublichen Kulisse auf elf nebeneinanderstehenden Stabhochsprunganlagen zu springen.
Traum ging in Erfüllung
In diesem Jahr sprangen zeitgleich so außergewöhnlichen Athleten wie Nick Hysong (Olympiasieger in Sydney 2000) und Toby Stevenson (Olympiazweiter von Athen 2004) sowie die 50 besten amerikanischen Master-Vaulter, wie in Amerika die Stabhochsprung- Oldies genannt werden, mit.
Für Wolfgang und seine ebenfalls stabhochspringende Frau Ute sponserten Steve Chappell und Heinz Peters (Europavertreter) den achttägigen Aufenthalt in den Staaten und ließen damit für das Moerser Paar einen langjährigen Traum in Erfüllung gehen. Ohne jegliche Verletzungen konnten Wolfgang und Ute das umfangreiche Vorbereitungsprogramm durchführen. Der Weltrekdord sollte natürlich in Reno fallen.
Vor einer XXL-Kulisse lief dann auch der Wettkampf in Amerikawie geplant. 4,00 m, 4,15 m und auch 4,30 m überquerte Ritte jeweils auf Anhieb und stand damit bereits als Sieger des Master-Springens fest. Dreimal versuchte sich Ritte jedoch vergeblich an der neuen Weltrekordhöhe von 4,45 m. Trotzdem wurde er in den amerikanischen Medien entsprechend gefeiert.
Ohne Fehlversuch
Auch für Ute Ritte war die Teilnahme an diesem größten Stabhochsprungmeeting der Welt überwältigend. Sie blieb in ihrem Wettkampf bis 2,60m ohne Fehlversuch. Als danach allerdings die Latte auf 2,90 m gelegt wurde, was für die 58- jährige Stabhochspringerin einen neuen deutschen Rekord bedeutet hätte, scheiterte die Moerserin dreimal ganz knapp. Obwohl Wolfgang Ritte als Masters-Sieger die Halle in den USA verließ, war er mit seiner Leistung nicht ganz zufrieden.
Die Trainingsergebnisse hatten gezeigt, dass die Verbesserung des Weltrekords möglich gewesen wäre. Deshalb entschieden Ute und Wolfgang sich kurzfristig, auch an dem 12. Stabhochsprungmeeting im hessischen Alsfeld teilzunehmen. Während Ute mit übersprungenen 2,62 m zwar eine Jahresbestleistung aufstellte, jedoch erneut unter ihren Möglichkeiten blieb, lief es für Wolfgang Ritte wie erhofft. 4,02 m und 4,22 m überquerte er ohne Probleme und versuchte sich an der neuen Weltrekordhöhe von 4,42 m.
Im zweiten Versuch wackelte zwar die Latte, blieb aber dennoch liegen. Hallenweltrekord! Allein im Wettkampf konnte er nun die nächste Höhe selbst bestimmen und ließ 4,51 m auflegen. Anlauf, Absprung, Technik, alles passte, so dass er – diesmal ohne zu berühren – auch diese Höhe übersprang. Hallenweltrekord Nummer zwei! Die deutschen Senioren- Hallenmeisterschaften am kommenden Wochenende in Sindelfingen gehen die beiden nun ganz locker an.
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